Daran, daß man in die Schule gehen mußte, merkte man nach einiger Zeit auch, daß man älter wurde. Verwandte und Bekannte, die länger nicht mehr dagewesen waren, sagten voller Verwunderung: Du bist aber groß geworden!
Man gehe ja auch schon zur Schule, antwortete man brav und nahm ein paar Groschen als Geschenk entgegen, die für einen Besuch beim Friseur gedacht waren, weil man nämlich nicht nur selbst größer, sondern auch die Haare länger geworden waren. Alt sagten die Verwandten und Bekannten zwar nicht, aber die Eltern: „Du bist jetzt alt genug!“, so begannen viele strenge Sätze, wenn man Sachen gemacht hatte, für die man schon zu alt war. „Junger Unfug (Folge 13): Wolken und Jahre“ weiterlesen


Man könne so gut wie gar nichts mehr essen, weil man sonst sterbe, hat mir vor einiger Zeit, als mal wieder ein durch den Lebensmittelmassenhandel verbreiteter Virus Menschen hinraffte, jemand gesagt. Rein statistisch betrachtet leuchtet das ein: Tatsächlich sind so gut wie alle Menschen, die in den letzten, sagen wir: fünf Millionen Jahren etwas gegessen haben, in erdgeschichtlichen Maßstäben ziemlich bald darauf gestorben, und zwar völlig unabhängig davon, womit der jeweilige Todgeweihte seinen Verdauungstrakt füllte. Das, möchte man meinen, ist eben die gemeine Hinterhältigkeit des Lebens und der Natur: Man müht sich redlich, nichts falsch zu machen, und eines Tages ist es doch vorbei.



