Belästigungen 11/2026: Von der historischen Tugend des Zuschüttens

Wer längere Zeit in einer Stadt – sagen wir mal: München – gewohnt und gelebt hat, kennt und weiß das seit seiner frühen Kindheit: Eine Stadt wird nie fertig. Kaum ist eine Baustelle endlich „erledigt“, tut sich unmittelbar daneben die nächste auf. Sobald dort dann die Gehwegplatten wieder verlegt sind und der Straßenbelag (meist notdürftig) geflickt ist, rücken recht bald erneut die Männer in den orangefarbenen Jacken an und reißen die alte Baustelle wieder auf, weil sich herausgestellt hat, daß das eine nicht zum anderen paßt oder man irgendwas übersehen oder einen Preßlufthammer in der Grube vergessen hat oder die Planungen sich als Blödsinn erwiesen haben oder eine neue politische Ideologie logistische Veränderungen erfordert. „Belästigungen 11/2026: Von der historischen Tugend des Zuschüttens“ weiterlesen

(periphere Notate): Fünf Prozent im Haifischbecken

Nach der Verhaftung und Wegsperrung des Publizisten Paul Brandenburg – die faktisch eine Art Kidnapping war – mehren sich die Stimmen, die sein Wirken „kritisch“ sehen möchten: So gehe es ja auch nicht, daß man einen Bürgermeister, sei er noch so unfähig und niederträchtig, als „(Sie wissen schon)“ bezeichnet, zudem sei Brandenburg doch irgendwie dubios, weil er mal „Testzentren“ betrieben hat, und sowieso werde man doch wohl auch Kritiker des Regimes nicht uneingeschränkt feiern müssen, sondern auf deren Fehler und dunkle Punkte hinweisen dürfen.

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(periphere Notate): Schrottpresse mit Flutschfatzke (TV)

Der Russe, dieser untermenschliche Feind alles Guten und Deutschen, wird immer dreister. Neuerdings, so erfahren wir (siehe Aufmacherbild des letzten Eintrags) hinterläßt er Fäkalien in „Politiker-Toiletten“ (ein Wort, dem nur ein „n“ fehlt, um die Bedeutung des Bindestrichs zu verdeutlichen), und zwar um „einzuschüchtern“ (wen oder was auch immer). Kommende Generationen werden, wenn sie einen solchen Mümpf in „Geschichtsbüchern“ lesen, das Lachen einstellen und Fragezeichen über den Köpfen tragen.

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4 Wochen Wahnsinn (Oktober 2026)

Daß der deutsche Einsatz im Krieg gegen Rußland unmittelbar bevorsteht, ist mittlerweile eine Binsenweisheit. Allerorten wird dafür gerüstet, der Sozialstaat abgeschafft, werden jede Menge neue Vokabeln in die Welt geworfen, die zeigen sollen: Diesmal kriegen wir das besser hin als 1941! Einer der jüngsten Propagandabegriffe ist „Deployment Hub Bremerhaven 2031“ – gemeint ist der „politische Startschuß für (…) ein großes Logistikprojekt: Der Überseehafen in Bremerhaven wird so ausgebaut“, daß Bundeswehrmacht „und NATO-Partner im Krisen- oder Verteidigungsfall Fahrzeuge, schweres Gerät und Personal schneller anlanden, umschlagen und weitertransportieren können“. Das heißt: Es sollen noch schneller noch mehr russische Untermenschen getötet werden. Die für den geplanten Massenmord samt möglicherweise folgendem Atomkrieg zuständige Senatorin ist übrigens nicht etwa Mitglied der gesichert rechtsextremen AfD, sondern: der „Linkspartei“. „4 Wochen Wahnsinn (Oktober 2026)“ weiterlesen

(periphere Notate): Obacht! Der Russe schubst das Riff!

Daß Korallenriffe „sterben“, ist ein so uralter Gemeinplatz der „Klima“-Propaganda, daß kaum noch jemand Notiz nimmt, wenn mal wieder darüber „berichtet“ wird. Ich erinnere mich schon aus meiner späten Kindheit an solche „Meldungen“ und an ein diffuses Gefühl: Ich merkte, daß da jemand wollte, daß ich traurig werde, zugleich ahnte ich die Grenzen meiner Empathiefähigkeit – Meerschweinchen, Spatzen, Igel, Goldfische, meinetwegen Menschen; aber unter einer Koralle konnte ich mir nicht mehr vorstellen als einen kleinen roten Kettenanhänger im Schmuckkästchen meiner Mutter. Das Mitleid wollte nicht so recht.

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(periphere Notate): Wir schützen den Troll!

Die „Protagonisten“ von Regimekritik und Widerstand werden in den letzten Jahren immer wieder gerne gefragt, womit „das“ bei ihnen begonnen hat, also: nach ihrem Moment der „Erwachens“. Die Antworten sind stereotyp, aber sicherlich ehrlich: Auf den vorderen Plätzen der „Zündfunken“ für den Gedanken „Hier ist was faul!“ oder „Hier ist alles faul!“ stehen selbstverständlich der „Corona“-Schwindel und die Anschläge vom 11. September 2001. Betagte Senioren weisen bisweilen auf „Saddams Massenvernichtungswaffen“, den „Hufeisenplan“, die Brutkastenlüge hin, betagtere auf den Mord an John F. Kennedy (seltener auf den an seinem Bruder Robert) oder den Tonkin-„Zwischenfall“. Ein auch historisch bedeutender Schnitt in der deutschen Geschichte wird indes nie genannt; und seltsamerweise ist es genau dieser, der wahrscheinlich bei mir gewirkt hat.

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(aus dem tiefen Archiv): Titel: „Der fremde Freund“ (Juni 2005)

Anmerkung: Der folgende Text entstand im Juni 2005 im Rahmen eines Seminars im Münchner „Literaturhaus“. Der Titel war eine Vorgabe und steht deswegen in Anführungszeichen. Mehr dazu am Ende.

Er habe, sagte Sebastian zu seiner Frau, seinen Cousin wiedergetroffen, den er seit vielen Jahren nicht gesehen habe. Ihre Frage, wo diese Begegnung stattgefunden habe, schien ihm nicht relevant. Zufällig, sagte er. Sein Cousin sei während seiner Kindheit und frühen Jugend eine enorm wichtige Gestalt gewesen, die ihn, weil drei oder möglicherweise auch nur zwei Jahre älter (er wisse das nicht mehr genau), geprägt habe, vor allem sein Interesse an Musik. (Daß es vor allem sein eigenes Interesse zunächst an Donald Duck und später an Science-fiction gewesen war, das ihm den Cousin nahegebracht hatte, weil der diese Interessen ohne elterlichen Einspruch ausleben hatte dürfen, sagte Sebastian nicht.) Nebenbei sei er ein etwas komischer Kauz, den man, wenn man ihn nicht kenne, durchaus für einen schwierigen Menschen halten könne. „(aus dem tiefen Archiv): Titel: „Der fremde Freund“ (Juni 2005)“ weiterlesen

REPLAY: Wieso wissen die Deutschen NICHTS? (Juni 2024)

Wir nähern uns dem Zeitpunkt, an dem die Frage, wie das alles geschehen konnte, langsam drängend wird. Und wie reagiert der (normal volksgenossische) Deutsche?

Er hat keine Ahnung, weil er sie nicht haben will. Und er wird mal wieder böse erwachen. (Das dachte ich vor zweieinviertel Jahren, und ich denke es immer mehr und öfter. Aber für die damals denkbaren Schritte zurück ist es wohl zu spät.) „REPLAY: Wieso wissen die Deutschen NICHTS? (Juni 2024)“ weiterlesen

(periphere Notate): Humpa! Humpa! An die Front!

„Rußland ist unser gefährlichster Gegner. Von keinem anderen Land geht aktuell eine so direkte, umfassende und konkrete Bedrohung gegen Deutschland aus.“ Nein, dies ist kein Zitat von Adolf Hitler – der behauptete im Vorfeld des Angriffs gegen die UdSSR 1941 zwar das gleiche, aber in etwas anderen Worten. Frei zitiert hat ihn der Chef des Geheimdiensts „Fremde Heere Ost“, der heute den irreführenden Namen „Bundesnachrichtendienst“ trägt, und Ziel und Zweck sind ebenfalls weitgehend identisch.

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(aus dem tiefen Archiv): Öde Orte: Drügendorf!

(Anmerkung: Der folgende Text entstand im Mai 2003 aus einer Bierlaune heraus. Am Tisch saßen mehrere Personen, ich bin also nicht alleine schuld.)

In Frankens „Ungutem Vieleck“, zwischen Poppenberg, Köttel, Strullendorf, Kotzendorf, Schweinthal, Wichsenstein und Göring, gilt die steinerne Regel: Was nicht unter einer Betonverbundsteinversiegelung eingepflastert ist, ist entweder ein Mensch oder eine Bierflasche oder es muß umgehend unter einer Betonverbundsteinversiegelung eingepflastert werden. „(aus dem tiefen Archiv): Öde Orte: Drügendorf!“ weiterlesen

(periphere Notate): Es ist alles ungeheuerlich (nur nicht das Ungeheuerliche)!

Unter den Begriffen, die zeitgenössische Lautmenschen unablässig ausfurzen, ist kaum einer (neben „Unseredemokratie“ selbstverständlich) so prominent wie die „Freiheit“. „Die Ukraine“ verteidigt „Europas“ selbige an der Ostfront, und um „Freiheit“ richtig genießen zu können – zum Beispiel die des Wortes – muß sie drakonisch eingeschränkt und jedes Wort zensiert werden. Weil man sich sonst nicht „wohlfühlt“ und weil das „schädlich“ sein könnte und so.

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