Heute (nein, gestern) ist Robert Wyatt 81 Jahre alt geworden. Das ist kein Grund für irgendwas, aber Anlaß für Erinnerungen. Zum Beispiel an ein Album, an das ich mich ansonsten tatsächlich kaum je erinnert hätte. Es folgt ein Text, den ich damals dazu geschrieben habe:
Man kommt auf seltsame Gedanken, wenn man sich vorstellt, daß Robert Wyatt, der große Jazz-Außenseiter und Rock-Einzelgänger, Kommunist, Marxbartträger, seit einem Fenstersturz 1973 mit dem Rollstuhl unterwegs, im Englischen mit dem Verb „wyatting“ geehrt (bedeutet: in Kneipen wirre, als Hintergrund unerträgliche Musik aufzulegen, um die Leute zu ärgern), – daß dieser notorisch liebenswerte Spinner fast mal ein Popstar geworden wäre (oder war, sogar mit Hitsingles). Was wäre das für eine Welt, in der aus dem Alltagsradio so merkwürdige, kaum ergründliche, unfassbar tiefe und weite Musik schallte, in der Castingshowkandidaten versuchten, diese wunderbar weiche, weise, wärmende Stimme nachzuahmen, Schlagerproduzenten Wyatts Neugier, Experimentierfreude, Feingefühl, seine fast übermenschliche Musikalität als Ideal ansähen? „(aus dem tiefen Archiv): Wyatt/Atzmon/Stephen „… For The Ghosts Within“ (September 2010)“ weiterlesen