Daß Korallenriffe „sterben“, ist ein so uralter Gemeinplatz der „Klima“-Propaganda, daß kaum noch jemand Notiz nimmt, wenn mal wieder darüber „berichtet“ wird. Ich erinnere mich schon aus meiner späten Kindheit an solche „Meldungen“ und an ein diffuses Gefühl: Ich merkte, daß da jemand wollte, daß ich traurig werde, zugleich ahnte ich die Grenzen meiner Empathiefähigkeit – Meerschweinchen, Spatzen, Igel, Goldfische, meinetwegen Menschen; aber unter einer Koralle konnte ich mir nicht mehr vorstellen als einen kleinen roten Kettenanhänger im Schmuckkästchen meiner Mutter. Das Mitleid wollte nicht so recht.
„(periphere Notate): Obacht! Der Russe schubst das Riff!“ weiterlesen

Er habe, sagte Sebastian zu seiner Frau, seinen Cousin wiedergetroffen, den er seit vielen Jahren nicht gesehen habe. Ihre Frage, wo diese Begegnung stattgefunden habe, schien ihm nicht relevant. Zufällig, sagte er. Sein Cousin sei während seiner Kindheit und frühen Jugend eine enorm wichtige Gestalt gewesen, die ihn, weil drei oder möglicherweise auch nur zwei Jahre älter (er wisse das nicht mehr genau), geprägt habe, vor allem sein Interesse an Musik. (Daß es vor allem sein eigenes Interesse zunächst an Donald Duck und später an Science-fiction gewesen war, das ihm den Cousin nahegebracht hatte, weil der diese Interessen ohne elterlichen Einspruch ausleben hatte dürfen, sagte Sebastian nicht.) Nebenbei sei er ein etwas komischer Kauz, den man, wenn man ihn nicht kenne, durchaus für einen schwierigen Menschen halten könne.
In Frankens „Ungutem Vieleck“, zwischen Poppenberg, Köttel, Strullendorf, Kotzendorf, Schweinthal, Wichsenstein und Göring, gilt die steinerne Regel: Was nicht unter einer Betonverbundsteinversiegelung eingepflastert ist, ist entweder ein Mensch oder eine Bierflasche oder es muß umgehend unter einer Betonverbundsteinversiegelung eingepflastert werden.
In München gibt es alles mögliche. Das gebe es auch anderswo, mag man einwenden, aber erfahrungsgemäß gibt es in München immer ein bisserl mehr von allem möglichen und vor allem alles mögliche, was anderswo kaum möglich, womöglich nicht einmal denkbar oder schlicht verboten wäre.
James Tiberius Kirk hat viel gesehen auf seinen weiten Reisen bis an die Grenzen von Raum und Zeit und auch mal darüber hinaus, darunter hindurch, daneben vorbei – und er hat mancherlei angestellt: Romulaner gefoppt, Klingonen getratzt, Vulkanier veräppelt, Göttern getrotzt, Cowboys gescheucht, Gangster gehetzt, Mutanten drangsaliert, Weltraumviren ausgeschwitzt, Amtsspießer und Diplomatengroßkotze genervt, Kanonen gezückt und Kanons geträllert, Asteroiden und Weltvernichtungsmaschinen gesprengt, Monstren gezähmt, Tribbles und Planetengirls sonder Zahl gestreichelt bis geküßt und auch mal mehr, Völker und Sonnensysteme versöhnt, sich selbst aufgespalten und verdoppelt und mehrmals den Verstand verloren.
Der autokratische Führer des Freistaats Bayern, bekannt dafür, daß seinem Mund noch nie ein sinnvoller und selten ein für seine Untertanen unbrisanter „Satz“ entschollen ist, hält neuerdings die „Brandmauer“ für den „falschen Weg“. Da haben wir’s schon: Seit wann bitte ist eine Mauer ein Weg, außer um etwas herum, notfalls den heißen Brei? Solcherlei Gedanken, nein: alle denkbaren Gedanken sind dem Söder aber traditionell wurst, er hat lieber eine „Idee“: „Wir in Bayern sehen uns als Schutzwall.“ Woran liebe Leser, denken Sie da jetzt? An Walter Ulbricht und seinen „antifaschistischen Schutzwall“, den zu bauen niemand die Absicht hatte, der aber plötzlich doch dastand? Oder an die „Ordnungszelle Bayern“, in der der antisemitische Extremist Gustav von Kahr von der CSU-Vorgängerpartei BVP seit 1920 als Ministerpräsident bzw. Generalstaatskommissar von einem „Marsch auf Berlin“ und einer faschistischen Diktatur weniger träumte als sie plante? Suchen Sie sich einen aus – oder nehmen Sie den Söder selbst, der ist für jeden Schmarrn zu haben, solange er selber davon profitiert.