(periphere Notate): Das faschistische Radio

Als die Deutschrockgruppe Guru Guru 1976 ihr absurdes Stück „Das lebendige Radio“ veröffentlichte, war die ernsthafte Rockkritik wenig begeistert. Ich schon. Die „Produktion“ absurder Radiosendungen wurde in der Folgezeit so etwas wie ein kollektives Hobby. Leider sind die damals exzessiv mit solchem Blödsinn bespielten Musikkassetten alle verloren oder wenigstens verschollen.

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(periphere Notate): Söder und die Endlösung der Vordemokratie

Was ist eigentlich mit Markus Söder los?

Der Mann, der das Maschinengewehrgestammel erfunden hat, bei dem in jeder Rudimentärausstoßung der Satz „Wozu muß ich das überhaupt sagen!“ mitschwingt und gegen das Edmund Stoibers Äh-Verrenkungen und grammatische Knöchelbrüche wie eine Hängematte im Kirschbaumschatten wirken; der Mann, bei dem es eigentlich genügen täte, wenn er einfach nur noch „Basta, aus, faß, sitz, Platz“ sagen täte (allerdings ohne führersche Zornwut, einfach so dahingebratzt, „Wozu muß ich das überhaupt sagen!“), dieser Mann ist nicht erst seit zwei Jahren, seitdem aber in einer Vehemenz, die vernünftige Untertanen in den Wahnsinn oder zur Mistgabel triebe, ganztags damit beschäftigt, zu lügen, zu betrügen, mit falschen Zahlen zu hantieren, zu drohen und noch mal zu drohen, zu beschimpfen, zu eskalieren, durchzudrehen und auszuprobieren, wie weit er noch gehen kann, bis ihm endlich jemand auf die Pratzen haut. „(periphere Notate): Söder und die Endlösung der Vordemokratie“ weiterlesen

(Aus dem tiefen Archiv:) Television – „Marquee Moon“ & „Adventure“

„Vier Rebellen, die ihren Aufschrei in Graffiti-Manier auf die bröckelnden Fassaden der Betongebirge malen.“ Schrieb 1978 der Musikexpreß über Television: vier dürre, relativ kurzhaarige Burschen aus New York mit sensibel-intellektueller Anti-Rock-Ausstrahlung, die 1974 gemeinsam zu musizieren begonnen hatten und nun so etwas wie das Aushängeschild der US-New-Wave geworden waren: Tom Verlaine (ein Straßenpoet aus dem Dunstkreis von Patti Smith), Richard Lloyd, Fred Smith (der Proto-Punk und Bandgründer Richard Hell ersetzte und gerne mit dem gleichnamigen Gitarristen der Detroiter Anarcho-Rocker MC5 verwechselt wird) und Bill Ficca.

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Jetzt! (oder nie?)

Ein Arzt, der ein Impfzentrum betreibt, erzählt: Er „impfte“ im Dezember täglich 1.600 Menschen, alles „Booster“. Manche sind schon (vorläufig) durchgestochen, verlangen eine vierte, fünfte oder x-te „Impfung“; denen erklärt er, das sei medizinisch nicht zu verantworten, und schickt sie weg. Die gehen aber nicht so einfach, sondern schreien rum, er wolle sie sterben lassen, werden vor Todesangst um sich schlagend an Händen und Füßen von der Polizei rausgetragen. Ein bißchen Hoffnung macht ihm, daß die im Dezember überbordende Nachfrage seit Weihnachten schlagartig eingebrochen ist: kaum über 200 am Tag.

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(periphere Notate): Pickt eine Seite!

Vor zwei Jahren an diesem Tag … saßen wir nachts in der Kneipe und besprachen oder belallten das kaum registrierte Problem, daß der Neoliberalismus und die jahrzehntelang galoppierende Enteignung und Umschaufelung sämtlicher gesellschaftlicher Besitztümer von unten nach oben, von den vielen zu den wenigen, schließlich den einzigen, doch eigentlich schon am Ende sei: Es habe ja keiner mehr was außer „denen“. Was solle da noch draufgelegt oder vielmehr: weggenommen werden?

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(periphere Notate): Die „Pandemie“ der 96 Prozent

Als sich im Frühjahr 2021 herausstellte, daß die mRNA-Spritzungen gegen Erkältungen nichts ausrichten, war das anfangs noch lustig – zwanzig „vollständig Geimpfte“ wegen „Neuinfektion“ in Quarantäne, ho ho! Jetzt, wo die Schnupfensaison losgeht und die zuständigen freiheitengewährenden Gnadenherrscher sturköpfig daran festhalten, daß „Boostern“ „schützt“, wird es langsam bedenklich.

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(periphere Notate): Vorsichtig vorfühlen

Prognosen sind immer gefährlich, weil man von der Zukunft nichts weiß und die menschliche Dummheit traditionell jedes denkbare Maß überschreitet. Wenn die gesamte „kritische Infrastruktur“ (also der Rest öffentlicher Versorgung und Vorsorge, der noch nicht an Profiteure verscherbelt ist) demnächst zusammenbricht, dann liegt das an „Corona“. Das heißt: Es liegt daran, daß dumme Herrschende nicht mehr aus dem Wahn herausfinden, in den sie sich verrannt haben, und weiterhin gesunde Menschen ohne Richter zu Hausarrest verurteilen wollen, um mitten in der zweitharmlosesten Erkältungssaison der letzten fünf Jahre (die harmloseste war die letzte) den Anschein aufrechtzuerhalten, es grassiere eine lebensgefährliche Seuche.

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(periphere Notate): Angstporno zur Kommunion

So leidlich es ist, vor allem für Laien: Die Medizin kann nicht ganz außer acht bleiben. Schon weil sie als Ausrede für den Zwangsabriß der letzten Reste der Gesellschaft herhalten muß. Aber auch weil dieser Wissenschaft inzwischen einige interessante Erkenntnisse entsprungen sind, was die von den führenden Angstpornographen als Horror der Saison aus dem Sack gezauberte Omikron-Variante angeht.

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Belästigungen 14/2021: Was, wenn wir uns geirrt haben?

Ein Leser schrieb, freundliche Worte fände ich in letzter Zeit nur noch für Tiere und schrübe offenbar deswegen lieber über solche als über die schlimmen Menschen. Das könne er nachempfinden, weil es ihm (mit Ausnahme von Zecke und Mücke) ebenso gehe, allerdings nicht aus Menschenfeindlichkeit, sondern weil wahre Menschen heute selbst mit Diogenes’ Laterne nicht mehr aufzutreiben seien.

Da bin ich anderer Meinung. Zwar: Vom Marxisten bis zum Technofaschisten, vom Menschenfreund bis zum satanischen Ausbeuter, vom pädagogischen Idealisten bis zum grimmigen Militärmordplaner ist seit je her so gut wie niemandem der Mensch, so wie er ist, recht – alle wollten und wollen ihn pimpen, erweitern und insbesondere aufrüsten, um ihn „besser“ zu machen. „Belästigungen 14/2021: Was, wenn wir uns geirrt haben?“ weiterlesen