(periphere Notate): Algorithmus-Quirl

2. April 2021:

In dem Buch „The Day After Midnight“ (1982) wird berechnet, daß es bei einem Atomangriff der USA auf die UdSSR als „Vergeltungsschlag“ nur bis zu 100 Millionen Tote gäbe (heißt: gegeben hätte) – viel weniger als beim laut „Planspiel“ zuvor erfolgten „Erstschlag“ der UdSSR gegen die USA. Angesichts dieser offensichtlichen Ungerechtigkeit darauf zu schließen, „(periphere Notate): Algorithmus-Quirl“ weiterlesen

(periphere Notate): Macht man halt so.

31. März 2021:

Man kann sich über Bürokratie trefflich erregen, wenn man etwa im Münchner Fundbüro einen Schlüssel abholen möchte: Anruf, Terminvereinbarung per Mail, Bestätigungsmail mitbringen, dort Eingangsabfertigung mit Warteschleife, dann sieben Arbeitsschritte in vier Zimmern mit fünf Personen, jedesmal warten und wieder warten, das alles auf 40 Quadratmetern. Das ist ärgerlich. „(periphere Notate): Macht man halt so.“ weiterlesen

Ampermoching, Zur Post, 1. Mai 1982 (eine Erinnerung)

Ehrlich: Wir wollten nur spielen! Wir: Oli, Thomas und ich, drei achtzehnjährige Giesinger Punks, die keine Punks mehr sein wollten, weil Punk im Frühling 1982 das Langweiligste und Altmodischste war, was sich ein Achtzehnjähriger vorstellen konnte. Wir also: eine Punkband, die zwei Platten und ein paar Kassetten gemacht und ein paar Dutzend Stück davon verkauft oder verschenkt hatte und mangels einer besseren Idee immer noch Tollwut hieß, aber keine Punkband mehr sein wollte, weil … das wissen wir schon.

Wir wollten aber spielen, möglichst immer und überall, und spielen konnte man als achtzehnjähriges Punktrio damals so gut wie nirgends, schon gar nicht allein, weil unser Programm zwar aus etwa vierzig Songs bestand, aber nur zwanzig Minuten dauerte – in Clubs und Freizeitheimen galt immer noch die aus den siebziger Jahren überlieferte Regel, daß ein Konzert zwei Stunden und ein anständiges Stück (das Wort „Song“ war verpönt) eine Viertelstunde zu dauern hatte. Außerdem besaßen wir zwei Gitarren, ein halbes Schlagzeug und einen Verstärker, was für ein richtiges Konzert entschieden zu wenig war. „Ampermoching, Zur Post, 1. Mai 1982 (eine Erinnerung)“ weiterlesen

(periphere Notate): die erste und die zweite Geige

29. März 2021:

Die allgemeine „Corona“-Müdigkeit ist sehr verständlich und nachvollziehbar. Ich denke, man wird selbst als fanatischer Gläubiger irgendwann ungeduldig und wünscht sich, das aufdringliche Gespenst der „Inzidenzen“ möge endlich verschwinden. Bei Gespenstern hilft es aber offensichtlich nicht, sie vertreiben zu wollen, indem man sie täglich aufs neue herbeibeschwört und hofft, sie möchten infolge von Straf- und Kasteiungsmaßnahmen diesmal kleiner erscheinen. Die Wirkung ist die gleiche wie bei den „Maßnahmen“ der Geißler gegen die Pest: „(periphere Notate): die erste und die zweite Geige“ weiterlesen

Belästigungen 04/2021: Mit Nelson Mandela und Söder nach Alesia (Wo ist das?) – oder: Wieso alles ist, wie es ist (aber nicht sein muß)

Wenn die Frühlingssonne ihre mittmärzliche Erkältung überstanden hat und endlich wieder ihrer naturbestimmten Tätigkeit nachgeht, gerät der Mensch in nostalgische Wallungen. Selbst in einer geschichtslosen Betonhalde wie München erinnert man sich dann glühenden Herzens an „damals“, wo (ebenfalls naturgemäß) „alles besser“ war.

Früher betraf das vor allem die Jugend, was ein relativer Begriff ist, weil das Entsinnen an „damals“ spätestens mit vierzehn begann: Wie gerne wäre man wieder in jenem verwehten Sommer des ersten bewußt erlebten Lagerfeuers, könnte noch einmal die Luft jenes Mainachmittags vor zwei Jahren atmen, als beim viel zu fernen Anblick eines bestimmten Augenpaars ein erster Federhauch von Verliebtheit die seelischen Gummibänder bis zur Überdehnung spannte! „Belästigungen 04/2021: Mit Nelson Mandela und Söder nach Alesia (Wo ist das?) – oder: Wieso alles ist, wie es ist (aber nicht sein muß)“ weiterlesen

(periphere Notate): Gewehre richten auf wen?

Zum 150. „Jubiläum“ der Pariser Kommune, anläßlich dessen hier und da Brechts „Resolution der Kommunarden“ zitiert wird:

Als „alter“ Linksradikaler empfinde ich seit dem Ende der jugendlichen Hau-drauf-Phase Unbehagen bei der Vorstellung des simplen Umdrehens der Kanonen und Gewehrläufe, weil mich eigentlich schon damals die Ahnung plagte, daß der Kern (Keim) des Problems darin liegen könnte, daß überhaupt irgendwer Gewehre (oder Speere oder symbolische Kanonen) auf irgendwen richtet. (Davon unberührt bleibt, daß es zumindest für den Moment der Not höchst vernünftig wäre, zu deren Linderung übermäßigen Besitz den Besitzenden wegzunehmen.) „(periphere Notate): Gewehre richten auf wen?“ weiterlesen

(periphere Notate): Haß und Poo

22. März 2021:

Wort des Tages: „Coronagegner“. Danke, Thomas Haß (HR). Besser kann man die Tatsache, daß es in diesem Komplex nur am Rande um eine (instrumentalisierte) Krankheit geht, kaum auf den Punkt bringen.

Der Verzicht auf chemische Produkte zur Haarwäsche nennt sich „NoPoo“. Mit Verstopfung hat man in diesen Kreisen offensichtlich keine Probleme.

Zu dem sehr sehenswerten Film „(periphere Notate): Haß und Poo“ weiterlesen