Belästigungen 09/2021: Hurra, wir leugnen das Klima!

Na, funktioniert der Beißreflex noch, der sofort zuschnappt, wenn das L-Wort ins Spiel kommt? Wahrscheinlich eher nicht, denn während es relativ leicht fällt, „Corona“ zu leugnen („Virus? Was man nicht sieht, gibt es nicht! Maßnahmen? Was für Maßnahmen? Ist doch gar kein echter Lockdown! Great Reset? Solln das sein?“), geht das mit dem Klima auf Anhieb schon um einiges schwerer. Weil es nun mal da ist und auch dann nicht weggeht, wenn man sich in freiwilligen Quarantäne-Hausarrest sperrt oder mit Staubschutzfilter durch den Perlacher Forst radelt.

Daß sich das Klima auf der Erde verändert, ist ebenfalls nicht zu leugnen. Das tut es im Grunde schon immer – die Klimata (oder Klimen?), die über neunzig Prozent der Erdgeschichte herrschten, hätte zum Beispiel ein Markus Söder auch mit vierlagiger Plastikasbestmaske höchstens ein paar Minuten überlebt. „Belästigungen 09/2021: Hurra, wir leugnen das Klima!“ weiterlesen

Belästigungen 15/2019: Der Einzelne und sein Gewohnheitstum

Gewohnheiten sind tückisch. Sie schleichen sich ein, und ehe man irgendwas davon bemerkt, sind sie da und man bemerkt sie nicht mehr.

Zum Beispiel beschlossen wir neulich, weil wochenendbedingt unsere bevorzugten Isarbadeplätze sämtlich total übervölkert waren, mal eine andere Stelle am ferneren Flußufer auszuprobieren. Und stellten fest: Da ist es ganz nett, aber liegen kann man nicht gescheit, ins Wasser kommt man auch nicht gescheit hinein, und wenn man drin ist, kann man nicht recht was damit anfangen. Den Leuten um uns herum wäre es an unseren Lieblingsstellen wahrscheinlich ähnlich gegangen: Lauter Steine! und saugefährliche Wasserfälle! Urg! „Belästigungen 15/2019: Der Einzelne und sein Gewohnheitstum“ weiterlesen

Belästigungen 06/2017: Mit dem Steckerleispapier in den Andromedanebel (und nicht mehr zurück)

Früher, als wir klein waren, steckten uns die Erwachsenen manchmal ein Zehnerl zu, wegen einer guten Schulaufgabe oder weil wir dringend zum Friseur gehen sollten oder einfach so, weil sie uns mochten. Zum Friseur ging damit niemand, weil ein Zehnerl dafür schon damals nicht gereicht hätte. Statt dessen stürmten wir zum Giesinger Bahnhof, wo die dicke Frau in ihrem Standerl Steckerleis verkaufte und ein hellgelber Klotz, der in Alupapier gewickelt war und entfernt nach Vanille schmeckte, genau ein Zehnerl kostete.

Das Alupapier, das man selten in einem Stück vom Eis bekam, war zu nichts zu gebrauchen, also warfen wir es einfach irgendwohin. Eines Tages indes ermahnte mich ein Erwachsener, das tue man nicht, weil dann der Straßenkehrer das ganze weggeworfene Alupapier mühsam „Belästigungen 06/2017: Mit dem Steckerleispapier in den Andromedanebel (und nicht mehr zurück)“ weiterlesen