WM-Tagebuch 2006 – 16 Reste/Ruinen

Dienstag, 18. Juli 2006: Das Wetter ist noch da, aber anders: geblieben die Sonne, das ewige Blau; verflogen die Schwüle, die einem wochenlang das Gefühl gab, die Stadt schwitze stöhnend unter den Massen von Eventmenschen, die überall herumwuselten wie bunte Ameisen. Jetzt bläst der Wind hindurch, ein Aufatmen.

Die Rasentreppen am Olympiasee, Schauplatz des „Official Public Viewing“: von fern eine braune Kaskade mit leerem Blick auf den Berg, wo das absurde Fußballfeld lag. Die schrägen Tore abgebaut, die Kreidelinien verweht, der Kiosk wochentags verbrettert; müßig spaziert man herum, in Kleinstgruppen ohne Sog, nur die weitläufig kalifornische Abteilung sammelt sich zum quäkenden Trupp, als besichtigten sie schon die Ruinen der historischen Schlacht.

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