Vor neunundzwanzig Jahren schrieb ich die erste Folge dieser Kolumne: „Belästigungen“, die Anfang Dezember 1996 in einem längst vergessenen Heftchen die letzte Seite füllte. Das ist zum Glück kein Jubiläum, sondern nur ein zufälliger Anlaß, sich zu besinnen und zu erinnern, wie man das so ungern und gerne zugleich tut in dieser Jahreszeit, wenn der Herbst – wie immer völlig unerwartet – von einem Tag auf den anderen einbricht und den fassungslosen Menschen vom schimmernden Isarstrand vor den knisternden Kaminofen vertreibt. „Belästigungen 10/2025: „Früher war alles besser?“ Heute auch!“ weiterlesen
Frisch gepreßt #435: Jackie Gleason „Lover’s Rhapsody“

Ich kann mich an eine Geschichte aus meiner recht frühen Kindheit erinnern, von der ich nicht mehr weiß, ob ich sie geträumt, erfunden, in der Trambahn erlauscht oder in einem Fix-&-Foxi-Heft gelesen habe. Ich weiß auch gar nicht mehr genau, wie die Geschichte ging; ungefähr so: Man schaut etwas an, zum Beispiel eine der vielen winzigen Seifenblasen im Badewannenschaum. Man schaut immer näher hin, nimmt eine Lupe, dann eine zweite Lupe, und zuerst sieht man da nur eine Blase, also fast nichts, das irgendwie schimmert und beim Hinschauen größer wird. Dann löst sich das Schimmern auf in kleine „Frisch gepreßt #435: Jackie Gleason „Lover’s Rhapsody““ weiterlesen
Wie sich David Bowie einmal leicht verspätete (kein Nachruf)
Tage, an denen Alben von David Bowie erscheinen, sind für Menschen unserer Generationen lebensgeschichtliche Kerben, die der ersten Zigarette, dem ersten Orgasmus, dem ersten High, der ersten Trennung, der ersten Auslandsreise und der ersten Begegnung mit der großen Liebe mindestens nahekommen. Ich weiß noch, wie ich in den Fernseher gaffte, als „Aladdin Sane“ erschien: als hätte sich eines jener Portale in andere Universen geöffnet, von denen in „Raumschiff Enterprise“ immer nur geraunt wurde. „Wie sich David Bowie einmal leicht verspätete (kein Nachruf)“ weiterlesen

