Belästigungen 6/2018: Hurra, jetzt flattern die blauen Bänder (bis zum Pluto und zurück)!

Ist schon mal jemandem aufgefallen, wie groß die Welt im Frühling plötzlich wird? Kaum sind die Schneepolster von den Hecken, Bäumen und Zäunen weggeschmolzen, weitet sich der Blick plötzlich in unheimliche … na ja, Weiten eben und man sieht, was der Winter fürsorglich dem romantisch träumenden Auge entzogen hatte: Zeug vor allem.

Kein Krüppelgebüsch am Straßenrand mehr, das nicht durchwoben und lamettiert wäre von zerfetzten Chipstüten, Softdrinkflaschen und -dosen, Pizzakartons, Schokoriegelhüllen, Reklameprospekten, Hundescheißebeuteln, Elektrogeräteteilen, Autoreifen, halbvollen Papiertaschentuchpäckchen, Möbelfossilien, Styroporklötzen, Einweggeschirr und -besteck sowie kunstvoll demolierten ostasiatischen Klumpfahrrädern. „Belästigungen 6/2018: Hurra, jetzt flattern die blauen Bänder (bis zum Pluto und zurück)!“ weiterlesen

Belästigungen 06/2017: Mit dem Steckerleispapier in den Andromedanebel (und nicht mehr zurück)

Früher, als wir klein waren, steckten uns die Erwachsenen manchmal ein Zehnerl zu, wegen einer guten Schulaufgabe oder weil wir dringend zum Friseur gehen sollten oder einfach so, weil sie uns mochten. Zum Friseur ging damit niemand, weil ein Zehnerl dafür schon damals nicht gereicht hätte. Statt dessen stürmten wir zum Giesinger Bahnhof, wo die dicke Frau in ihrem Standerl Steckerleis verkaufte und ein hellgelber Klotz, der in Alupapier gewickelt war und entfernt nach Vanille schmeckte, genau ein Zehnerl kostete.

Das Alupapier, das man selten in einem Stück vom Eis bekam, war zu nichts zu gebrauchen, also warfen wir es einfach irgendwohin. Eines Tages indes ermahnte mich ein Erwachsener, das tue man nicht, weil dann der Straßenkehrer das ganze weggeworfene Alupapier mühsam „Belästigungen 06/2017: Mit dem Steckerleispapier in den Andromedanebel (und nicht mehr zurück)“ weiterlesen

Belästigungen 1/2017: Vom Plastikmeer zur Plastikstadt (Plädoyer für ein Jahr ohne Ideen)

Wenn ein beliebiges Lebewesen – sagen wir: eine Katze, ein Fink oder eine Weinrebe – zwischendurch mal nichts zu tun hat, tut es das, was ihm als Wesen naturgemäß zukommt: Es west. Das heißt: Es sitzt oder liegt oder steht oder hängt müßig herum, kontempliert mit einem wohligen inneren Brummen das Gewese außenrum, als dessen Teil es sich weiß, und genießt den meditativen Zustand des Aufgelöstseins in einer Welt, in der sich alles irgendwie fügt, bis sie eines Tages zu Ende geht.

Anders der Mensch: Der kriegt dann Ideen, weil ihm das selbsttätige Fügen nicht so recht behagt und er ständig meint, irgendwas verbessern zu müssen, was hinterher im Normalfall schlimmer ist als zuvor. In den letzten Jahrzehnten hat sich dieser seltsame Instinkt von der Konstruktion einer strahlenden „Belästigungen 1/2017: Vom Plastikmeer zur Plastikstadt (Plädoyer für ein Jahr ohne Ideen)“ weiterlesen