Daran, daß man in die Schule gehen mußte, merkte man nach einiger Zeit auch, daß man älter wurde. Verwandte und Bekannte, die länger nicht mehr dagewesen waren, sagten voller Verwunderung: Du bist aber groß geworden!
Man gehe ja auch schon zur Schule, antwortete man brav und nahm ein paar Groschen als Geschenk entgegen, die für einen Besuch beim Friseur gedacht waren, weil man nämlich nicht nur selbst größer, sondern auch die Haare länger geworden waren. Alt sagten die Verwandten und Bekannten zwar nicht, aber die Eltern: „Du bist jetzt alt genug!“, so begannen viele strenge Sätze, wenn man Sachen gemacht hatte, für die man schon zu alt war. „Junger Unfug (Folge 13): Wolken und Jahre“ weiterlesen

Unser Hausmeister daheim hatte eine ungefähr ähnliche, aber etwas beweglichere und weniger steife Form wie der kastenförmige Vater. Was ihn noch furchterregender machte, waren drei Dinge: Im Gegensatz zu dem pfeifenden Vater – von dem Helmuts Mutter meinte, er wolle allen etwas vormachen und sei in Wirklichkeit ein Würstchen – versuchte er gar nicht erst, anders auszusehen als ein Hausmeister, was durch seinen dunkelblauen Kittel, den er winters wie sommers als scheinbar einziges Kleidungsstück (außer den Hausmeistersandalen am unteren Ende seiner borstigen Unterschenkel) am Leib trug, noch verschlimmert wurde.
Wenn ich heutzutage vor einem elektronischen Gerät sitze, das mich mit Fossilien und Treibgut aus einer angeblichen Welt füttert, frage ich mich hin und wieder, was wir eigentlich früher so getan haben. Zum Beispiel im letzten Jahr der gymnasialen Unterstufe, das ich zufällig auswähle, weil es gerade ein unrundes Jubiläum feiert. Den Klimawandel, der uns heutzutage schon im Februar ein bißchen Sommer spendiert, gab es erst in Ansätzen. Aber dann, wenn es warm wurde, entwickelten wir ungeheuer einfallsreiche Strategien, um dem zu entgehen, was Pflicht war und im wesentlichen aus Schule, Hausaufgaben, Firmunterricht, Fußball- und Schwimmtraining sowie Familienbesuchen bei langweiligen Leuten bestand. 
