(Anmerkung: Der folgende Text entstand mutmaßlich im Herbst 2001 im Auftrag von Michael Rudolf für die Anthologie „Das Fahrradbuch“. Er hat keine aktuelle oder sonstige Bedeutung, sondern war lediglich eine müßige Schnurre, wie man sie damals gelegentlich schrieb. Möglicherweise mag er als nostalgische Erinnerung an Zeiten dienen, als es elektrische Fahrräder zwar der Idee nach gab, nicht jedoch im täglichen Verkehr.)
Sonntagnachmittagsteestunde. Thema des wie üblich durch das Vorhandensein von Sprech- und Hörorganen und Befürchtung emotionalen Unwohlseins („peinliches Kribbeln“) im Fall einer Unternutzung derselben herbeigeführten Austausches von phonetisch organisierten Äußerungen: Wie es denn nun im Grunde eigentlich und überhaupt möglich sei, das Phänomen „Fahrrad“ eindeutig zu beschreiben. „(Aus dem tiefen Archiv:) Wie wieder einmal ein Radkurier nicht kuriert worden ist“ weiterlesen

Daß das Leben heute anders ist als früher, merkt man meistens nicht, weil man nicht gemerkt hat, wann und wo es plötzlich anders geworden wäre – was es ja meistens gar nicht ist, was die Sache noch schwieriger macht. Daß etwa die Autos seit den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts immer größer geworden sind und ein „praktischer“ Kleinwagen heute den Möbeltransportern meiner Kindheit gleicht, fällt erst auf, wenn man zufällig einen weniger kleinen Wagen aus jener Zeit zwischen den 2021er Panzerboliden stehen sieht und denkt: Mei, wie putzig! und dann feststellt, daß es sich (zum Beispiel) um einen BMW 2500, also ein Modell der damals sogenannten „Oberklasse“ oder gar um einen 3200 S, also ein echtes „Schiff“ handelt, und denkt: Jessas, da kann man ja regelrecht noch drüberschauen! 