Daß man etwas beobachten kann, heißt noch lange nicht, daß es das, was man darin sieht, wirklich gibt. Das gilt auch für das „Stockholm-Syndrom“. Obwohl zum Beispiel der heilige Zorn, in den Gläubige geraten, wenn ihr Herr sie prüft, und in dem sie dann mit zunehmender Schwere der Plagen um so wütender auf Ketzer eindreschen, sehr dafür spricht, könnte dieses paradoxe Verhalten auch andere Gründe haben. „(periphere Notate): Hier kommt die Zukunft!“ weiterlesen
(periphere Notate): Jede Zahl zählt!
„Jeder Tag zählt.“ (Angela Merkel und Ursula Leyen, 2. Juli 2020)
„Jeder Tag zählt.“ (Angela Merkel, 28. August 2020) „(periphere Notate): Jede Zahl zählt!“ weiterlesen
(periphere Notate): Fremdfach, fachfremd
Die Professoren und Doktoren, die in der gegenwärtigen historischen Situation das Fundament für politische Entscheidungen liefern und diese mit lautstarken Wortbeiträgen in medialer Dauerpräsenz „einfordern“, sind nicht nur allesamt fachfremd: Virologen, Physiker, Tiermediziner, der eine oder andere Hansdampf in allen Gassen, aber – zumindest an wichtiger Position – kein Epidemiologe, kein Immunologe, kein Soziologe, kein kritischer Medienwissenschaftler, niemand, der eine tatsächliche Ahnung von den Folgen dessen hat, was da beschlossen wird. „(periphere Notate): Fremdfach, fachfremd“ weiterlesen
(periphere Notate): 7.690 zu 16
Lothar Wieler, Chef der skandalumwitterten Chaosbehörde RKI, ist ein Meister des „ungefähr vielleicht ein bißchen wahrscheinlich“-Sprech. Das ist nicht strafbar und im Alltag auch nicht weiter schlimm, aber wenn von dem Geraune und Gemunkel politische Entscheidungen und Maßnahmen ausgelöst werden, die Existenzen zerstören und Menschenleben kosten, sollte man eine Strafbarkeit zumindest prüfen. „(periphere Notate): 7.690 zu 16“ weiterlesen
(periphere Notate): vom Umgang
Manchmal finde ich die sogenannten „Faktenchecker“ richtig nett. Hier hat das ZDF „gecheckt“ (vor elf Monaten):
(periphere Notate): Gas! Zahlen! Atom!
7. April 2021:
„Gas geben“, „loslegen“, „in Fahrt kommen“, „immer mehr Fahrt aufnehmen“, „an Fahrt zulegen“ – bei dem, was heute an Sturmvokabeln aus dem Volksempfänger quillt, kann man nur hoffen, daß die „Notbremse“ wirkt.
(periphere Notate): Das erinnert mich daran, daß
Die Diskussion um die „Verschleierung“ der Gesichter von Frauen und diverse „Kopftuchverbote“, die vor einigen Jahren mit großer Vehemenz geführt wurde, erscheint, wenn man sich zwischendurch daran erinnert, in verändertem Licht. Es ist abzusehen, daß die Gesichtsvermummung für viele jetzt aufwachsende Kinder in westlichen Ländern so selbstverständlich wird (oder bereits ist), daß sie sich ohne Schnabelkappe nackt fühlen. „(periphere Notate): Das erinnert mich daran, daß“ weiterlesen
Architektur & Verbrechen (eine fortlaufende Sammlung): Das „Leben“ im Bunker …
(periphere Notate): „eine wichtige Gelegenheit“
5. April 2021:
Mit Kindern zu argumentieren, ist immer etwas anrüchig. Hilfsorganisationen, die mit Bildern von verhungernden Kindern um Spenden baten, waren mir schon verdächtig bis widerlich, als ich selbst fast noch ein Kind war. Manchmal mögen solche Botschaften angebracht sein, sie treffen und schockieren aber immer die falschen: „(periphere Notate): „eine wichtige Gelegenheit““ weiterlesen
(periphere Notate): Micky-Maus-Apokalypse
4. April 2021:
Als wir vom (schon lange absehbaren) Zusammenbruch des Neoliberalismus geträumt haben, war in dem Traum ein Irrtum versteckt: Es mag schön sein, daß dieses unmenschliche System endlich zu Staub zerfällt, untergeht und verschwindet. Es ist aber kein System, sondern ein Prozeß. Und all das, was der Neoliberalismus ausgesaugt, zerstört und vernichtet hat, ist nun ebenfalls weg. „(periphere Notate): Micky-Maus-Apokalypse“ weiterlesen
(periphere Notate): Es geht dem Ende zu, geht es?
3. April 2021:
„Raufen wir uns alle zusammen, liebe Landsleute! Holen wir raus, was in uns steckt!“ Es brauche, fleht Steinmeier, „mitten in der dritten Pandemiewelle“ „alle Kraft von allen Seiten“, um diese zu „brechen“.
Eine kurze Zwischenfrage: „(periphere Notate): Es geht dem Ende zu, geht es?“ weiterlesen
(periphere Notate): Algorithmus-Quirl
2. April 2021:
In dem Buch „The Day After Midnight“ (1982) wird berechnet, daß es bei einem Atomangriff der USA auf die UdSSR als „Vergeltungsschlag“ nur bis zu 100 Millionen Tote gäbe (heißt: gegeben hätte) – viel weniger als beim laut „Planspiel“ zuvor erfolgten „Erstschlag“ der UdSSR gegen die USA. Angesichts dieser offensichtlichen Ungerechtigkeit darauf zu schließen, „(periphere Notate): Algorithmus-Quirl“ weiterlesen
(periphere Notate): Macht man halt so.
31. März 2021:
Man kann sich über Bürokratie trefflich erregen, wenn man etwa im Münchner Fundbüro einen Schlüssel abholen möchte: Anruf, Terminvereinbarung per Mail, Bestätigungsmail mitbringen, dort Eingangsabfertigung mit Warteschleife, dann sieben Arbeitsschritte in vier Zimmern mit fünf Personen, jedesmal warten und wieder warten, das alles auf 40 Quadratmetern. Das ist ärgerlich. „(periphere Notate): Macht man halt so.“ weiterlesen
Ampermoching, Zur Post, 1. Mai 1982 (eine Erinnerung)
Ehrlich: Wir wollten nur spielen! Wir: Oli, Thomas und ich, drei achtzehnjährige Giesinger Punks, die keine Punks mehr sein wollten, weil Punk im Frühling 1982 das Langweiligste und Altmodischste war, was sich ein Achtzehnjähriger vorstellen konnte. Wir also: eine Punkband, die zwei Platten und ein paar Kassetten gemacht und ein paar Dutzend Stück davon verkauft oder verschenkt hatte und mangels einer besseren Idee immer noch Tollwut hieß, aber keine Punkband mehr sein wollte, weil … das wissen wir schon.
Wir wollten aber spielen, möglichst immer und überall, und spielen konnte man als achtzehnjähriges Punktrio damals so gut wie nirgends, schon gar nicht allein, weil unser Programm zwar aus etwa vierzig Songs bestand, aber nur zwanzig Minuten dauerte – in Clubs und Freizeitheimen galt immer noch die aus den siebziger Jahren überlieferte Regel, daß ein Konzert zwei Stunden und ein anständiges Stück (das Wort „Song“ war verpönt) eine Viertelstunde zu dauern hatte. Außerdem besaßen wir zwei Gitarren, ein halbes Schlagzeug und einen Verstärker, was für ein richtiges Konzert entschieden zu wenig war. „Ampermoching, Zur Post, 1. Mai 1982 (eine Erinnerung)“ weiterlesen
(periphere Notate): die erste und die zweite Geige
29. März 2021:
Die allgemeine „Corona“-Müdigkeit ist sehr verständlich und nachvollziehbar. Ich denke, man wird selbst als fanatischer Gläubiger irgendwann ungeduldig und wünscht sich, das aufdringliche Gespenst der „Inzidenzen“ möge endlich verschwinden. Bei Gespenstern hilft es aber offensichtlich nicht, sie vertreiben zu wollen, indem man sie täglich aufs neue herbeibeschwört und hofft, sie möchten infolge von Straf- und Kasteiungsmaßnahmen diesmal kleiner erscheinen. Die Wirkung ist die gleiche wie bei den „Maßnahmen“ der Geißler gegen die Pest: „(periphere Notate): die erste und die zweite Geige“ weiterlesen

