Ich bin vorgestern nacht zum ersten Mal in meinem Leben mehr als ein paar hundert Meter Auto gefahren. Es war ein sehr kleines Gefährt, kleiner als eine Badewanne und aus dunkelgrünem Hartgummi. Ich mußte damit meine Mutter in dichtem Verkehr einen Berg hinauf zu einer Art Gala oder Konzert kutschieren. Es ging alles gut, obwohl das Auto randvoll mit Wasser war, weil ein großer orangeroter Fisch darin wohnte. Den Fisch hatte ich in dem Wannenauto einquartieren müssen, weil er aus seinem heimatlichen Gewässer herausgehüpft und mir nachgerobbt war. Das wäre auf die Dauer sehr ungesund für ihn geworden.
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Daß das Leben heute anders ist als früher, merkt man meistens nicht, weil man nicht gemerkt hat, wann und wo es plötzlich anders geworden wäre – was es ja meistens gar nicht ist, was die Sache noch schwieriger macht. Daß etwa die Autos seit den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts immer größer geworden sind und ein „praktischer“ Kleinwagen heute den Möbeltransportern meiner Kindheit gleicht, fällt erst auf, wenn man zufällig einen weniger kleinen Wagen aus jener Zeit zwischen den 2021er Panzerboliden stehen sieht und denkt: Mei, wie putzig! und dann feststellt, daß es sich (zum Beispiel) um einen BMW 2500, also ein Modell der damals sogenannten „Oberklasse“ oder gar um einen 3200 S, also ein echtes „Schiff“ handelt, und denkt: Jessas, da kann man ja regelrecht noch drüberschauen!
Mit „Deutschland“ hatte ich schon immer Schwierigkeiten. Ich habe noch nie begriffen, was toll sein soll an einem Land, nein: einer Nation, die es eigentlich gar nicht gibt.