Ein große Zahl von Künstlern – Bühnenkünstler, Film- und Fernsehkünstler, Text- und Sprachkünstler – haben sich in den letzten dreieinhalb Jahren an mich gewandt, um sich „auszukotzen“ oder ihrem Unbehagen, ihrer Verunsicherung, Angst, Verlorenheit, ihrem Zorn und Mißtrauen Ausdruck zu geben. Ich weiß nicht, wieso ich dafür als geeignete „Anlaufstelle“ gelte (vielleicht geht es ja anderen ähnlich?). Möglicherweise liegt es daran, daß man weiß, daß ich niemanden verpfeifen oder denunzieren werde – was ich bis 2020 für eine absolute Selbstverständlichkeit und Grundbedingung jeglicher Kollegialität hielt (und weiterhin halte), was aber offensichtlich nicht mehr gilt (wie ich aus eigener Erfahrung weiß).
„(periphere Notate): Homo Hikikomori (vom Unbehagen in der Kultur)“ weiterlesen

Schon bevor ich Fußball spielen konnte und auch nur wußte, was Fußball ungefähr ist, mußte ich in den Kindergarten. Das war anfangs eigentlich ganz schön, auch wenn die anderen Kinder oft betonten, daß es noch kurz zuvor gar nicht schön gewesen sei, als Frau Brennlein noch da war. An Frau Brennlein war schon der Name außergewöhnlich: Alle anderen Kindergartenfräuleins, die ich aus Berichten anderer Kinder und eigener Erfahrung kannte, hießen nicht „Frau“, sondern „Fräulein“.
Ich mag das Sportfreunde-Stiller-Lied „Tischtennis“ sehr. Nicht weil es ein einsamer Höhepunkt der Musikgeschichte oder herausragend genial produziert wäre; aber ich finde es charmant, auch oder vor allem wegen einer Strophe oder vielmehr dem Chorus und genauer gesagt wegen einem einzigen Wort. Der Refrain geht so: „Mag doch einfach Tischtennis, mein Kind / Schau, wie gut Chinesen darin sind.“