Donnerstag, 15. Juni 2006:
Nur Minutenwege entfernt vom tobenden WM-Metropolenkessel finde ich mich in einem grenzenlosen Areal scheinbarer Idylle, wo das Wasser schläft wie weiches Silber, die Bäume müde ragen, die Sonne vanillebleich hineinschmilzt in den ewigen Himmel; da sitzt man zwischen offenen Ziegelwänden und findet nichts zu betrachten als eine längliche Kiste aus Holz, in der angeblich der Körper eines lieben Kollegen und guten Freundes liegen soll. Den sieht man nicht, und ich habe ihn lange nicht gesehen, und wie ich so darüber nachdenke, habe ich ihn überhaupt nicht oft gesehen und kaum je berührt; und dennoch schien er irgendwie immer da zu sein, konnte ich seine Stimme hören, sein Lächeln sehen, seine Argumente, Geschichten und Deutungen einfließen lassen in das, was man so gerne für das eigene Denken hält. „WM-Tagebuch 2006 – 05 Mittendrin der Tod“ weiterlesen















