Arbeit ist (ich versuche das mal so zu paraphrasieren, daß man dieses Heft eventuell auch in eine Kirche mitnehmen kann, ohne die nächsten drei Wochen damit verbringen zu müssen, auf Erbsen kniend Avemarias herzubeten) Kot. Das liegt einerseits daran, daß die Arbeit, die auf diesem Planeten stattfindet, zu neunundneunzig Prozent vollkommen sinnlos ist und nur dem Zweck dient, Geldvermögen zu vergrößern, die sowieso schon viel zu groß sind. Und dabei so nebenbei die Lebensgrundlagen fast sämtlicher Lebewesen auf dem Planeten zu vernichten (abgesehen von den Ameisen, die die Arbeit möglicherweise erfunden haben).
Einerseits. Andererseits ist die Arbeit, die auf diesem Planeten stattfindet, auch noch so komplett idiotisch organisiert, daß selbst der sinnvolle Bruchteil keinen Spaß macht und zur Folter ausartet. „Belästigungen 5/2019: Wie der Mensch ins Getriebe kam und was er von Schwein, Rind und Taube lernen könnte“ weiterlesen

Deutschlands wichtigstes faschistoides Hetzblatt berichtete neulich von einem „Werkstattgespräch“ der CDU. Nun wissen manche von uns aus eigener Erfahrung, daß es in einer Werkstatt nicht immer zimperlich zugeht. Da ist der Humor gerne mal fäkal, die Mentalität von schweröliger Konsistenz, Handgreiflichkeit nicht nur bei Rohrzange und Schraubenschlüssel gefragt, und wenn gehobelt wird, dann fallen Späne auf die Leberkässemmel.



Man könne so gut wie gar nichts mehr essen, weil man sonst sterbe, hat mir vor einiger Zeit, als mal wieder ein durch den Lebensmittelmassenhandel verbreiteter Virus Menschen hinraffte, jemand gesagt. Rein statistisch betrachtet leuchtet das ein: Tatsächlich sind so gut wie alle Menschen, die in den letzten, sagen wir: fünf Millionen Jahren etwas gegessen haben, in erdgeschichtlichen Maßstäben ziemlich bald darauf gestorben, und zwar völlig unabhängig davon, womit der jeweilige Todgeweihte seinen Verdauungstrakt füllte. Das, möchte man meinen, ist eben die gemeine Hinterhältigkeit des Lebens und der Natur: Man müht sich redlich, nichts falsch zu machen, und eines Tages ist es doch vorbei.

Ums „Ganze“ geht es heute nur noch bei Sportreportern. Da heißt es: „Der FC Bayern führt zwei zu null – das Ganze in der siebzigsten Minute!“ Weil die so sprechen müssen oder nicht anders können und sowieso ihre eigenen Sprachregeln haben, an die sie sich minutiös halten müssen, weil man sie sonst nicht als Sportreporter erkennt, sondern für sprechende Papierkörbe hält.




