Der Sommer 1976 ist mir als einer der heißesten meines Lebens in Erinnerung geblieben. Selbstverständlich ist das Gedächtnis subjektiv (eine Tautologie: Aus was außer dem Gedächtnis bestünde denn das Subjekt?). Aber es gibt zumindest einige sozusagen empirische Merkmale, an denen sich das festmachen läßt, etwa die Bilder vollkommen vertrockneter Wiesen, braungelber und entlaubter Bäume in ganz Giesing nach wochenlanger Trockenheit, die Ahnung eines Gewitters irgendwann, woraufhin wir Kinder (und auch einige Erwachsene) jubelnd und fast nackt aus den Häusern liefen, um die Regentropfen zu begrüßen, von denen dann gerade einmal so viele herabplätscherten, daß die Pflastersteine der Bürgersteige nach fünf Minuten wieder trocken waren, aber immerhin nicht mehr so glühend heiß.
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Neuerdings, so teilt man mir mit, gibt es in Deutschland einen sogenannten Großen Lauschangriff. Damit ist nicht etwa eine autonome Aktion geplagter Radiohörer gemeint, die sich zusammengetan haben, um den Idiotiesirup, der ihnen tagtäglich aus ihren Geräten entgegenbrandet wie aus einem Kuharsch, mal so richtig anzuhören und ihm dadurch die Larve vom Gesicht zu reißen. Nein. Das heißt auch nicht, daß unsere glorreiche Bundeswehr die kompaniedeckende Einführung von Hörgeräten angeordnet hat, damit die Herren Staatsbürger in Uniform die regelmäßigen Gastvorträge prominenter Neo- und anderer Nazis besser verfolgen können. Nein.