(periphere Notate): Alle Kraft Unaufhaltsam Gespannt Vorwärts Tscholtz!

„Putin darf die NATO nicht spalten!“ Dies soll der deutsche Wummskanzler geäußert haben, berichtet der bayerische Propagandafunk. Wie „Putin“ die NATO spalten möchte, erfahren wir ebenfalls: Es geht, na klar, um Panzerlieferungen zur Eskalation des NATO-Krieges gegen Rußland. Wenn die europäischen US-Vasallen Panzer liefern, wie von den USA befohlen, die USA selbst aber keine Panzer liefern, dann spaltet „Putin“ die NATO, findet Tscholtz. Das darf nicht sein!

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(periphere Notate): Schlurz!

Der neue deutsche Kriegsminister, erfährt man aus dem Volksempfänger, habe im Gegensatz zu seiner schlampigen Vorgängerin („200 000 Euro für nichts!“ – BILD) gedient und (laut einem SPD-Kriegshetzer namens Klingbeil) einen „eisernen Willen“ zum Endsieg. Er will sich selbiger Naziposaune zufolge zudem „mit breiter Brust vor die Truppe stellen“ und dem Volk einhämmern, was „unsere Soldaten täglich leisten“. Alles andere ist wie üblich „uneingeschränkt“, der gewohnte „Wumms“ wird „eingefordert“ oder was auch immer, und „rote Linien“ kennt man ja sowieso nicht mehr.

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Reisen im Regal (1)

Die Luft war leer und heiter, während die orangefarbene Sonne sich ruhig und stetig aus dem klebriggelben Band des Horizonts löste. Prosser verfolgte ihr langsames Zutagetreten. (…) Er nahm nichts wahr als die aus dem Meer aufsteigende Sonne: erhaben, unerbittlich, fast schon komisch.
Schließlich saß der orangefarbene Ball fein säuberlich auf dem fernen Wellensockel, und Prosser schaute weg. (…)
Auf 2500 Metern fing Prosser das Flugzeug ab und nahm erneut Kurs auf den Stützpunkt. (…) Da passierte etwas. Er war so schnell heruntergegangen, daß es die Sonne wieder unter den Horizont zurückgetrieben hatte, und als er nach Osten schaute, sah er sie noch einmal aufgehen: an derselben Stelle hinter demselben Meer kam dieselbe Sonne heraus. Wieder ließ Prosser alle Vorsicht außer acht und sah einfach zu: der orangefarbene Ball, das gelbe Band, der Sockel des Horizonts, die heitere Luft und das geschmeidige, schwerelose Aufsteigen der Sonne, die zum zweiten Mal an dem Morgen aus den Welle hervorkam. Es war ein ganz gewöhnliches Wunder, das er nie vergessen würde.
Julian Barnes: In die Sonne sehen (1991)

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(periphere Notate): Unvermummt in den letzten Krieg!

„Wie konnte das passieren? Wie kann jemand so unverantwortlich sein?“ stammelte „Sleepy“ Joe Biden, nachdem bei Donald Trump geheime Dokumente beschlagnahmt wurden, die dieser (angeblich) veröffentlichen wollte, um mal wieder seine Unschuld oder irgendeine angebliche eklatante Sauerei gegen ihn zu beweisen. Wie so etwas sein kann, fragt sich nun erneut vielleicht nicht Joe Biden selbst, aber seine Puppenspieler, nachdem in einem alten Büro des als Präsidenzmarionette fungierenden Kriegsverbrechers ebenfalls geheime Dokumente gefunden wurden (und zwar bereits mitten im letzten Wahlkampf, am 2. November; daß man davon damals nichts erfuhr, kann nur noch Strenggläubige verwundern). Die wollte er wahrscheinlich nicht veröffentlichen, um sich Trump-mäßig gegen irgendwas zu wehren, weil einem Biden so was wie ein Ruf vollkommen egal ist. Sondern er hat sie einfach vergessen, so wie Sprößling Hunter einst seinen legendären Laptop.

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(periphere Notate): Der Angriff zur Verteidigung der Verteidigung des Angriffs

Was ist eigentlich ein „Angriffskrieg“? Gibt es einen solchen überhaupt? Kann es ihn geben in einer Welt, in der Krieg nichts anderes ist als sinnlose, wahllose Zerstörung einerseits, ein kaum zu durchschauendes Geflecht aus wirtschaftlichen Restriktionen, Zwangsmaßnahmen, Sperrungen, Kontrollen, Verboten, Benachteiligungen, „Sanktionen“, Propaganda, Zensur, Manipulation, Formung und Lenkung des „Volkskörpers“ andererseits?

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Belästigungen 1/2023: Zucker, Salz, Fett und Krieg – es muß alles anders werden!

Der Tag der heiligen drei Könige, an dem diese Kolumne erscheint, ist traditionell der Tag, an dem man den Christbaum aus dem Haus trägt und neben den Grünglascontainer stellt, und der Tag, an dem die als „gute Vorsätze“ verbrämten Selbstgeißelungsversprechen der Silvesternacht sich endgültig in dem auflösen, was sie von Anfang an waren: Luft. Viel weniger oder gar keinen Alkohol mehr, Schluß mit dem Rauchen, nett sein zu Erbtante Adelheid, öfter mal vom Auto aufs Radl umsteigen, den Fernseher vor acht aus- oder gar nicht erst anschalten, schuldbewußt ans Klima denken, weniger Fleisch, Zucker, Salz, Fett, Pommes, Chips und sonstigen Dreck essen, jeden Tag zehn Liegestütze, sich mit den Querdenkern beziehungsweise „Corona“-Fanatikern im ehemaligen Freundeskreis versöhnen, den Scheißjob nach 35 Jahren endlich kündigen oder wenigstens dem Chef mal sagen, daß … dies und das. Alles weg und nichts mehr da als der alte Trott, in den man sich im Laufe von Jahren und Jahrzehnten der gleichgültigen Verwahrlosung hineingesuhlt hat. „Belästigungen 1/2023: Zucker, Salz, Fett und Krieg – es muß alles anders werden!“ weiterlesen

(periphere Notate): Preußische Böller in Lallerbachs Nasenloch!

Irgendwann habe ich schon mal gehört, daß es eine „Stiftung Preußischer Kulturbesitz“ (SPK) gibt oder gab, mich jedoch zugegebenermaßen nicht näher dafür interessiert. Daß es Preußen gab (allerdings nicht arg lang, gemessen z. B. an Bayern), wissen immerhin die meisten, ohne sich indes näher dafür zu interessieren. Auch an Claudia Roth ist kaum jemand interessiert, weshalb die „Kulturstaatsministerin“ ab und zu etwas äußern muß, was von Zeitungen zitiert werden kann, um das „Feuilleton“ zu füllen. Neuerdings möchte Frau Roth die SPK umbenennen (genauer gesagt: Sie „setzt sich dafür ein“, ohne daß wir erfahren, wie sich dieser „Einsatz“ gestaltet und was dabei herauskommen soll). Und zwar weil der alte Name „die Weltläufigkeit der Kulturgüter“ nicht „zum Ausdruck bringe“, wie die „Süddeutsche Zeitung“ in meisterhaft blasierter (und möglicherweise unabsichtlicher) Ironie meldet.

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(periphere Notate): Das liegt da noch rum!

Der Einschnitt eines Jahreswechsels ist ein willkürlicher. Das eine ist da, das andere plötzlich weg, und dabei ist doch gar nichts passiert (abgesehen von dem Rummsbummstheater, das sich der Mensch auch vom strengsten moralischen Zeigefinger nicht vergrämen läßt, obwohl oder weil es vollkommen sinnlos ist). Höchstens ist alles, was man kennt, noch schlimmer geworden, als man es kennt.

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REPLAY: Für etwas sterben (September 2022)

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(periphere Notate): Schenkt euch den Überfluß!

Der Herbst der Banalitäten ist vergangen, endlich. Es war eine scheinbar endlose, zeitlose Zeit, in der nichts geschah oder vielmehr alle „Ereignisse“ wiedergekäute Reprisen von Ereignissen waren, die schon beim letzten Mal nur aufgewärmte, abgenudelte Wiederholungen von etwas darstellten, was irgendwann vor langer Zeit mit historisch beispielloser Mühe und Impertinenz in die Welt gestemmt wurde. Die „Pandemie“ sei noch nicht vorbei, lallen heruntergekommene Prediger in müde Kameras, so wie früher manche Restchristen vor dem Suppenteller ihr fadenscheiniges Tischgebet heruntermurmelten: ohne zu wissen, was sie da brabbeln, ohne überhaupt noch zu merken, daß sie brabbeln.

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(periphere Notate): Banzer! Banzer! Banzer! (und Symbole!)

Die Serie „Severance“ steht exemplarisch für ein großes Rätsel der neunormalen Unterhaltungsindustrie: Sie wurde mir als großartige, scharfe, grimmige, entlarvende (und was der Schlagworte mehr sind) Satire empfohlen, und zweifellos ist sie großartig und „entlarvt“ meinetwegen auch einiges, was in meinen Augen indes längst keine Larve mehr trägt (höchstens FDP2-Filter, die ihrerseits zunehmend entlarvenden Charakter annehmen). Zugleich entstammt sie genau dem üblen System, das sie zeigt, was die Absicht, diesem System abzuhelfen, fragwürdig macht.

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Reden, die wir nicht hören wollen (aber lesen sollten): #02 Ursula Leyen

Vorbemerkung: In diesen Text mußte ich stärker eingreifen, weil die Übersetzung an vielen Stellen erkennbare Fehler aufweist, die das Lesen erschweren und teilweise wie absichtlich eingefügt wirken. Möglicherweise hat sich der Übersetzer angesichts des widerwärtig techno-faschistoiden Sprechduktus der EU-Führerin für eine Art Dienst nach Vorschrift entschieden, um ihre Gesinnung noch deutlicher zu entlarven, als sie selbst das schon tut. Einige Stellen habe ich indes unkorrigiert gelassen, etwa die Verwechslung von science und signs, und zwar im gleichen Sinne und aus Respekt vor der künstlerischen Arbeit und Intention des Kollegen.

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