(periphere Notate): 530 sterbende Vögel

Der Süddeutsche Klimawandler, das für seinen intensivst schäumenden Russenhaß bekannte (und paradoxerweise früher gerne mal „Alpenprawda“ genannte) und auch in Sachen „Klima“-Fanatismus voranstürmende Münchner Propagandablättchen, „berichtete“ neulich auf seiner Titelseite unter der billigrhetorischen Schlagfragzeile „Ist das Sommer – oder der Klimawandel?“ dies: „Der deutsche Wetterdienst erwartet in den nächsten Tagen bis zu 40 Grad Celsius. Solche Hitzeperioden dauern heute deutlich länger als vor 50 Jahren.“ Das könnte man einen – vor allem da unbeabsichtigt – bemerkenswert trefflichen Griff oder Stampf ins Klo nennen.

Vor genau fünfzig Jahren nämlich, im Jahr 1976, ereignete sich einer der heißesten Sommer, die ich je erlebt habe, mit einer Dauerhitzeperiode von Pfingsten bis Ende Juli, und daß der „Deutsche Wetterdienst“ die damaligen Temperaturen nicht alle zehn Minuten in die Welt hinaus schrie und schreien ließ, aber selbstverständlich damit rechnete, darf man annehmen. Außer man meint, ein „Wetterdienst“ sei lediglich für die Belieferung bestimmter Gegenden mit Wetter zuständig, habe aber grundsätzlich keine Ahnung, was dieses Wetter dort dann anstelle.

Im Schatten des Traumsommers – den die üblichen professionellen Spaßverderber von Lallerbach bis „Monitor“ zum Antichristen zu verschreien versuchen – rollt das auch eher klägliche Mühen, aus dem Ebola-Schwindel eine weltweite Panik herauszukitzeln, mit der sich mal wieder ein paar Milliarden nutzlose Giftampullen als „Impfstoff“ verscheuern lassen. Erst ließen die Österreicher mit großem Bumstrara eine Landsmännin per „Hochinfektionstransport“ aus Uganda heraushubschraubern – weil es dort (bei 46.000.000 Einwohnern) neun (9) „Verdachtsfälle“ gegeben habe. Dann stellte sich heraus, daß die Dame kerngesund war und sich nicht mal per PCR zum „Verdachtsfall“ bauschen ließ, womit die angeordnete Quarantäne zur strafbaren Freiheitsberaubung mutierte (wie übrigens auch in so gut wie sämtlichen Hanta-„Verdachtsfällen“).

Jetzt ist es aber so, daß das Epizentrum des vermeintlichen „Ausbruchs“ die Demokratische Republik Kongo sein soll. Dort leben 110 Millionen Menschen, von denen sich schon nach wenigen Monaten „Ausbruch“ ganze tausend „infiziert“ haben sollen – laut, na klar, PCR. Das ist freilich ungeheuer bedrohlich, zumal dem Propagandaradio „Deutschlandfunk“ zufolge ganze 267 der „Verdachtsfälle“ sogar gestorben sein sollen. Fragt sich nur, an was: Ausgerechnet die Verbrecherorganisation WHO sah sich schon am 3. Juni genötigt, die Zahl der „Verdachtsfälle“ von tausend auf 116 herunterzuschrauben. Selbst wenn die wirklich alle tot sein sollten, bleiben angeblich tote 151 angebliche „Verdachtsfälle“, auf denen der Stempel „Schwindel“ prangt.

Früher wußte man: Rechtsextreme bilden Netzwerke und verschwören sich gegen den Staat. Wenn man heute so was vermutet, ist man „rechtsextrem“. Früher wußte man: Nazis hassen Juden und Russen und wollten ab 1941 die Russen und deshalb auch die Juden radikal ausrotten. Die Juden wollten sie zuvor erst mal vertreiben, aber weil sie dann „einsahen“, daß Juden und Russen sowieso das gleiche sind, wollten sie die Juden nun auch ausrotten. Damit – das ist durch die aktuelle Nazipropaganda so sehr in Vergessenheit geraten, daß man es ständig wiederholen muß – begann der Holocaust, da hatte er seinen Grund. Und da hat seinen Grund auch der nächste Holocaust, der sich diesmal möglicherweise auf den Russen beschränken wird. Sicher ist das aber ganz und gar nicht.

Ich wiederhole das gerne, weil die Einsicht auf beinerne Schädel trifft: Der Holocaust beruht auf dem deutschen Russenhaß. Das gefährlichste Element der derzeitigen Politik der deutschen (und ukrainischen) Nazis ist also der Russenhaß, der den nächsten Holocaust möglich macht. Und die Deutschen werden wieder „nichts gewußt“ haben, weil diesmal ja die Juden gar nicht betroffen sind, gelt. Was aber übrigens auch nicht sicher ist: In die meinetwegen „berechtigte“ Kritik am israelischen Faschismus mischen sich nicht wenige Stimmen, denen der Staat Israel vollkommen wurst ist und die dahinter nur wieder den bolschewistischen Juden am Werk sehen. Hat jemand ein Hufeisen da?

Die deutsche Filmzensur möchte einen Film des notorischen Gewaltpornographen Uwe Boll verbieten, weil darin „Gewalt gegen Migranten“ zu sehen ist. Das ist selbstverständlich rassistisch. In fast jedem Film ist Gewalt zu sehen, meist gegen Menschen, oft auch gegen Tiere und Pflanzen. Wer die Menschen, denen in Filmen Gewalt angetan wird, nach Merkmalen wie Sprache, Herkunft, Hautfarbe, Aussehen etc. unterteilt und einzelnen dieser „Rassen“ einen besonderen Schutz vor der filmischen Darstellung von Gewalt gegen sie gewährt, ist ein Rassist. In klassischen Fällen solcher Diskussionen waren es übrigens meist Migranten, die Gewalt ausübten, etwa europäische Einwanderer in Amerika in dem Klassiker „Soldier Blue“ („Das Wiegenlied vom Totschlag“, 1970) und diversen Filmen über den Vietnamkrieg. Durch die falsche Brille betrachtet wäre wohl auch die Remigration der US-amerikanischen Besatzer aus Vietnam heute ein Skandal. Das bitte ich ironisch zu verstehen.

Das Ausmaß der Propagandabemühungen, die darauf abzielten, die Bundeswehrmacht zu einem „normalen Arbeitgeber“ umzulügen, bei dem man „Karriere machen“, „die Zukunft bauen“ und anderes solches Zeug könne und solle und dabei noch „Sicherheit“ schaffe, ist seit den sehr späten Siebzigern – als man das erstmals schamhaft versuchte und sich der sofortigen Empörung regimekritischer Schüler und Studenten sicher sein konnte – zunächst langsam gewachsen und in den letzten zwei, drei Jahren explodiert.

Das hat einen recht einfachen Grund: Für den Krieg gegen Rußland braucht man irgendwann neben „Sanktionen“ auch Soldaten, das ist halt die Logik dieser Dinge. Nun gibt es aber keine richtige Kriegsdienstpflicht mehr; zudem weiß man, daß Pflichtsoldaten eher lasche Mörder sind, die vielleicht gar nicht sooo überzeugt sind, daß es sinnvoll sei, möglichst viele Russen abzuschlachten, Rußland zu vernichten und sich zu diesem Zweck selber abschlachten zu lassen. „Freiwillige“ sind da viel williger, und die rekrutiert man am besten mit hemmungsloser Propaganda, für die dementsprechend unzählbare Milliardensummen an Steuer- und Schuldengeld zur Verfügung steht. Es geht schließlich um alles.

Ergebnis: 530 Freiwillige. Man möchte fast wieder an die Deutschen glauben.

Interessant ist dies: Es gibt Akten über die Vergangenheit des deutschen Nationalsozialismus. Einen Teil dieser Akten klagen immer mal wieder sehr kluge und mutige Leute „frei“ (als müßte man in einer „Demokratie“ irgend etwas „freiklagen“ – da gehörte uns das einfach, weil das Wissen über Verbrechen des vergangenen Regimes zu den demokratischen Grundrechten gehört.)

Im gegenwärtigen, sich aus Gründen nicht „nationalsozialistisch“ nennenden Regime ist das alles halt so, wie es ist: Wer Genaueres über Adolf Eichmann, die Wiederbewaffnung und das NSU-Projekt erfahren möchte, beißt sich die Zähne aus. Diese Art der Vertuschung hat selbstverständlich nicht nur System, sondern auch einen Zweck.

Denn im Grunde wissen alle oder könnten es wissen, was ihnen bevorsteht. Sie blenden es halt „erst mal noch“ aus. Aber Leute: Was ist denn mit euch los? Merkt ihr überhaupt absolut gar nichts mehr? Muß man euch erst ein Gewehr in die Hand geben, damit ihr kapiert, daß es hier um euer eigenes Leben geht? Und zwar nicht so „Der Russe will uns vernichten – wir halten ihn auf!“

Sondern: Der Russe will gar nichts außer seine Ruhe. „WIR“ (dieses faschistische Hitler-Steinmeier-Ding) wollen aber, daß Millionen menschliche Leiber zermatscht, zermanscht, zerfetzt, zerkrümelt, zermüllt, zerrissen, zerstrahlt, zersetzt und was weiß ich noch alles werden, weil sie der russischen „Rasse“ angehören. Der Gedanke, daß all die „aufgeweckten“, „unterrichteten“ Kinder und Enkel der Nazimörder jetzt endlich wieder „denken“ dürfen, was sie nach dem 8. Mai 1945 erst mal nicht proklamieren und schwören durften, tröstet oder beruhigt mich keinen Millimeter.

Diese Leute sind Nazis, und sie werden genau das, was sie schon mal versucht haben, wieder versuchen.

Punkt.

Münchens Straßen (also einige davon) sollen am Samstag „ein einzigartiges Kaleidoskop der Vielfalt“ gezeigt haben (sowie selbstverständlich „Haltung“). Ich habe mir eine ziemlich große Sammlung von Abbildungen dieser „Vielfalt“ angeschaut und ein kaum noch einzigartiges Kaleidoskop der Häßlichkeit gesehen. Man braucht wohl eine Erziehung der Augen, um zu sehen, was man sehen soll.

Auf Facebook erregt sich ein alter Freund in einem seltsamen Sammelsurium-Post wegen einer iranischen Regimegegnerin und über Dieter Nuhr. Ich verstehe den Zusammenhang nicht und vermute daher, ihm sei eine Sicherung durchgebrannt, was bei diesen Temperaturen schon mal vorkommen könne (und bei ihm sowieso, was ich aber nicht dazuschreibe). Das bringt ihn zur Explosion, was ich wieder mal nicht erwartet habe: Auf seine Frage, wieso ihm eine Sicherung durchgebrannt sei, antworte ich, das wisse ich nicht, aber das passiere ja auch mir hin und wieder.

Es dauert nur wenige Minuten: „Was: Weiß ich nicht … Sag, was dich stört oder sag überhaupt etwas, beziehe IRGENDEINE Stellung oder es ist das Ende der Freundschaft. Ich habe nicht die geringste Lust mehr, mir deine Andeutungen anzutun.“ Da bin ich baff – und vermute, daß die Sache mit Dieter Nuhr eine Bedeutung hat, die mir nicht im Ansatz klar ist. Oder die Sache mit der iranischen Regimegegnerin. Es folgt ein exemplarisch danebengehender Abwiegelversuch:

Ich: „Mich stört gar nichts, ich hab mich nur darüber gewundert, daß dich Dieter Nuhr interessiert. Aber vielleicht bin ich ein Sonderfall. War nicht böse gemeint, manchmal stolpert man halt über etwas, was einen dann in Rage bringt. Ging mir vorgestern so, mit zwei Amseln und ein paar Passanten. Das hätte auch kaum jemand verstanden.
Er: „Du machst schon wieder nichts als Andeutungen. Ich würde mir wünschen, daß mich Nuhr nicht interessieren müsste. Aber er ist halt präsent. Sag doch mal was zu ihm oder zu der fraglichen Sendung!“
Ich: „Ich habe noch nie etwas (also einen Gag oder gar ein Programm) von Dieter Nuhr gehört oder gesehen. Weil mich das nicht interessiert. Fernsehen schau ich auch nicht. Deswegen verstehe ich wohl auch nicht, was präsent ist. Ich weiß, daß das meine persönliche Schnurre ist, aber manchmal frage ich mich halt, wieso man sich für Sachen interessieren soll, die einen ärgern, obwohl sie einen gar nicht betreffen. (Aber du hast recht: Ich hab inzwischen festgestellt, daß sich gerade mehr Leute über den aufregen.) 
Aber das ist keine Andeutung. Ich meine das ganz konkret. Es gibt sicher noch dreißig andere Themen, von denen ich nichts weiß. Zum Beispiel hab ich gerade gesehen, daß es ein neues Muse-Album gibt. Interessiert mich absolut nicht, und ich will’s mir auch nicht anhören. Es wird aber sicher Leute geben, die das unfaßbar ignorant finden.“
Er: „Gut, dann bist du offenbar glücklich so.“

Das zu bestätigen wäre ein bisserl geschwindelt; aber gut: Wenn man einen sehr entspannten Verlaufszustand angstfreier Langeweile als Glück bezeichnen mag, ist es nicht ganz falsch. Das liegt aber weder an Dieter Nuhr noch an der iranischen Regimegegnerin, die ich beide nicht kenne, gegen (oder für) die ich also nichts haben kann und haben möchte.

Vor längerer Zeit diskutierte ich mit zwei Freunden, was wir tun könnten, um die Eggartensiedlung vor der Vernichtung durch Bauterroristen und Spekulantenmafia inklusive Parteienfilz zu retten. Meine Idee war, einfach ein „alternatives Projekt“ zu entwerfen (was eine dreiviertelte Doppelung ist, ich weiß). Wir planten also die Erhaltung beziehungsweise Wiederherstellung der alten kleinen Häuschen mit jeweils neuen Zwecken: Waldkindergarten, Café, Archiv mit Bibliothek, Biergarten, Gästehaus, Theater und so weiter. Es kam jedoch immer wieder der Einwand, das gehe alles sowieso nicht, wegen den Spekulanten, den Betonbonzen, den „grünen“ Technokraten etc.

Da platzte mir auch der Kragen, weshalb ich sagte: Wir müssen so denken und handeln, als gäbe es diese Arschlöcher überhaupt nicht, sonst kommt nichts heraus und zustande. Das war keine leichte Übung, aber es hat funktioniert, indem immer mal wieder auf einen Einwand hin der Spruch folgte: Diese Leute gibt es gar nicht! Vielleicht wollte ich das dem alten Freund sagen: Wenn dich Dieter Nuhr so nervt, daß du an den schönsten Tagen des Jahres dich mit ihm beschäftigen zu müssen glaubst, dann mach dir klar, daß es den gar nicht gibt.

Ich hätte freilich ahnen können, daß er das nicht versteht, und wissen, daß es so einfach nicht ist, wenn man in so einem Gewebe der Erregung erst mal drinhängt und klebt. Zudem muß ich zugeben, daß mich an derartigen „Kampagnen“ der Kollektiverregungsfaktor ungeheuer nervt: Einer äußert „Nuhr!“ – und sofort antwortet der Chor: „Unerträglich! Nicht hinzunehmen! Geht gar nicht! Widerstand! Gegen den Faschismus hier im Land! Haltung zeigen!“ Und wer nicht mitmacht, weil er kein Interesse an Nuhr hat, gerät sofort in den Verdacht, ein heimlicher Nuhr-Versteher zu sein. Stöhn.

Ach so, die Sache mit den Vögeln: Am Samstag sah ich beim Radeln durch eine Betonsiedlung in der Nähe ein Amselpaar auf einem Betonweg sitzen. Das Weibchen hechelte, es war offensichtlich am Verdursten. Die meisten Passanten kümmerte das nicht, was wissen sie von Vögeln (außer abstrakt: „müssen geschützt werden“)? Zwei oder drei indes erregten sich: Da sehe man, was das Klima anrichte! Den Vögeln gehe es auch schon ganz schlecht! Und da platzte mir der Kragen, weshalb ich ihnen erklärte, daß es in ihrer ganzen verdammten Betonsiedlung – die so groß ist wie der gesamte Olympiapark – keine einzige Vogeltränke, keinen Brunnen, kein Becken, keinen Kanal, keinen Graben, keine Pfütze, keinen Tropfen Wasser gibt, der nicht in Plastikflaschen verpackt ist. Wenn ein Vogel bei 38 Grad hier landet, ist er somit zum Tode verurteilt – und zwar von den Bewohnern, die offenbar zu blöd sind, so etwas oder überhaupt irgendwas zu kapieren, und absolut keine Ahnung von der „Infrastruktur“ der Unterbringungsmaschine haben, die man ihnen da hingestellt hat.

Es stimmt also: Auch mir platzt manchmal der Kragen. Ob die Trottel meiner Anweisung, den Vögeln sofort eine Schüssel Wasser hinzustellen, Folge leisteten, weiß ich nicht. Vielleicht hatten sie auch Angst vor der Vogelgrippe; oder hat man die schon wieder hinreichend vergessen? So oder so: kann man Dieter Nuhr jederzeit abschalten, dann existiert er wirklich nicht mehr. Für Vögel und Betonmoloche gilt das leider nicht. Und wenn ich es unerträglich finde, daß man auf dem „vielfältigen“ „Tollwood“ an dutzenden Mampfbuden alle möglichen Fladen und Pampen mit immer dem gleichen bräunlichen Zeug kaufen kann („alles bio!“), aber keine Breze, keine Semmel, kein Stück Brot und Käse zum Bier, dann ist das mein Problem und wird nicht besser, wenn ich es in Facebook hineintröte. (Auch weil in solchen Fragen niemand „Haltung zeigen“ wird, klar, aber selbst wenn dem nicht so wäre.)

15 Antworten auf „(periphere Notate): 530 sterbende Vögel“

    1. Die These ist nicht von mir, ich habe sie (möglicherweise) etwas überspitzt. Zu empfehlen ist das Buch „Ein Krieg wie kein anderer“ von Jochen Hellbeck (https://www.fischerverlage.de/buch/jochen-hellbeck-ein-krieg-wie-kein-anderer-9783103970500)
      Draufgekommen oder daran erinnert wurde ich übrigens durch den Hinweis einer Leserin. Es gibt dazu zwei Interviews mit Jochen Hellbeck beim Deutschlandfunk – mit einigen ärgerlichen Mainstream-Klischees, dennoch interessant, vor allem dieses: https://www.deutschlandfunk.de/zum-buch-ueber-hitlers-russland-feldzug-interview-jochen-hellbeck-historiker-100.html
      Das zweite ist erst vor ein paar Tagen erschienen, zum Jahrestag: https://www.deutschlandfunk.de/zum-buch-ueber-hitlers-russland-feldzug-interview-jochen-hellbeck-historiker-100.html

      1. Hellbeck ist der Auffassung, dass der Antisemitismus durch den Antikommunismus die entscheidende Verschärfung erfahren hat, die dann im Holocaust resultierte. Zweifellos ist auch das antirussische Ressentiment durch den Antikommunismus extrem verstärkt worden.
        Einen direkten Kausalnexus Russenhass – Holocaust zu behaupten, ist schon eine arge Verkürzung.

        1. Ein „Kausalnexus“ ist immer eine problematische Sache. Hellbeck betont aber den „Ausrottungsgedanken“ als einen entscheidenden Faktor, und der entsprang nicht dem Antikommunismus.

          1. Ja, doch, vermutlich schon. Man hat „die Juden“ als Todfeinde identifiziert, weil sie (also etliche prominente unter ihnen) eben vermeintlich oder tatsächlich führend an den „Gewaltorgien“ des Bolschewismus (und z. B. der Münchner und der ungarischen Räterepublik) beteiligt waren. Deswegen musste man sie töten, weil sie sonst umgekehrt die nordischen Rassen getötet hätten. Das scheint mir jedenfalls die durchaus plausible Herleitung des NS-Vernichtungsplans bei Hellbeck zu sein. Und da ist er auch nicht ganz innovativ. Die rechten Historiker, etwa Ernst Nolte, haben ähnlich argumentiert und tun das noch heute.
            Aber um sicher zu gehen, werde ich das Buch von Hellbeck lesen. Rundfunk-Interviews sind dafür vermutlich kein ausreichender Ersatz.
            Vielen Dank für die Anregung.

  1. letztes Jahr war hier im Ural ein sehr schöner Sommer: zehn Wochen am Stück mit Tagestemperaturen zwischen plus 32 und 39 Grad, nachts um die 20 Grad. Während ich das schreibe, habe ich die Heizung an. Es sind 11 Grad jetzt, wenn es hochkommt, steigert sich das auch mal auf 14…. es schüttet seit 4 Wochen fast ohne Unterlass, alles Flache steht knöchel- bis knietief unter Wasser, unter meinem Stelzenhaus kann schon fast durchschwimmen, als Ringelnatter geht das….
    1976 habe ich beim Bauhof der Gemeinde Kümmersbruck das Geld für meinen Führerschein erarbeitet und es war so heiß und brutal, daß ich meistens schon um 18:00, eine Stunde nach Arbeitsende, ins Bett fiel. Teilweise, wir hatten auf der Kuppe eines Hügels etwas zu teeren, hatten uns und unseren Unimog zwei Fiat G 91, Erdkampfflugzeuge waren das, auserkoren, als Anflugsziel zu dienen, das hat schwer am Nervenkostüm gezerrt.
    Aus dieser Zeit scheint auch noch der Werbezettel für die Bunzwehr zu stammen mit seiner vierstelligen Postleitzahl. Ich hatte es, studierbedingt, auf 28 Ladungen und drei Musterungen gebracht. Nach einem interessanten Gespräch über meinen Haschischkonsum, den Mühlhiasl und meinen Hang in ein Märtyrertum sowie die Ankündigung, ich würde denjenigen erschiessen, der mir sagt, daß ich jemanden erschiessen solle, war ich „draußen“, mit lang anhaftenden Nachteilen für mich.
    Meine gut betuchte Nachbarin sagte am Wochenende seufzend, daß, wenn es kein Benzin mehr gibt für Privatfahrzeuge, sie halt den Audi Q7 stehenlassen und mit dem Bus fahren und wieder nur Kartoffeln essen. Die werden weiterhin Kartoffeln haben, da schaut es im Wertewesten eventuell dann anders aus.
    Es hatte mal ein Schwarzer im Garten meines Vaters sich Geld hinzuverdient durch Arbeit…. mein Neffe, etwa 4 oder 5 Jahre alt:
    wäy hoißt na dea Necha?“ Antwort: „Anselm“ der Neffe: „Wooos-
    Amsel? des is fai a komischa Nama fia an Necha“
    Tessa Ganserer for president !!!!
    Gruss aus der Taiga

  2. achja, noch etwas zu euerer Hitzewelle. Ein „schönes“ Beispiel für menschengemachten Wetter(!!)- nicht Klimawandel: es gibt zuhauf interessante Bilder von oben auf die geriffelten Wolkenstrukturen und man kann teilweise sehen, von wo aus diese Informationen auf das Geschehen einwirken. Vielleicht ist es deshalb hier auch so beschissen kalt und nass

  3. Kennt den noch jemand?

    „Der General, der General, der General…
    …macht alles saaauuuber.“

    Dementsprechend werden die mit besonders „hübschen“ Bildchen dargestellten „Generalenden“ (oder wie sonst?) sich mit dem Putzeimerchen, den bis zum Ellbogen reichenden Gummihandschuhen und einem Wischmop gen Osten kutschieren lassen, „um dort mal so richtig durchzuputzen“.

    Falsch!

    Sie werden selbstverständlich nicht in persona dort „feucht rauswischen“, sondern ihre Lakaien hinbefehlen.

    Anderenfalls könnte die „Goldfasan-Joppe“ hässliche Flecken abbekommen und Blut geht aus Textilien ja bekanntlich schwer wieder raus.

    In diesem Sinne:

    Einen schönen (letzten?) Sommer noch.

    1. Lustigerweise lautete ein Claim von „Der General“: „mit Bio-Alkohol!“
      Und dazu wurde der Marsch „Stars and Stripes Forever“ gespielt (der in den USA als Evakuierungsalarm genutzt wird) …

  4. Die „kleinen Sachen“ fallen wohl wieder mal niemandem auf..
    Offensichtlich waren Dir die Amseln Anlass, über die allgemeine Schlechtigkeit von Trottel in den Betonburgen,die Archtekten- und Bauplanungsverbrecher und über die Gesamt-Empathie-Amputiertheit des Menschen gegenüber Tieren und Natur ordentlich vom Leder zu ziehen.
    Ob die Angepflaumten dann ein Wasser für die Amsel holten , weißt Du nicht?
    Ja – und Du?
    Gab es da keine Tür, an der Du hättest Sturm klingeln können -„Hier verdurstet eine Amsel, wenn Sie bitte mal mit einem Schüsselchen Wasser kommen ?!?!“
    Schnauzt die Leute an, radelt – zwar empört – weiter und lässt die Amsel da weiter rumdursten… „Wenn die Teottel ihr ketzt nichts geben hab ich halt Recht gehabt, wie schlecht sie sind“ Jo. Wenn die Amsel dann verdurstet ist, hatte Michi Recht bekommen.
    Denn ob die zurückbleibenden mit dem Sailer-Zeigefinger moralisch abgekanzelten Leute ihr dann Wasser gaben, weiß er nicht, sagt er..
    .Dass Du selber was direkt hättest zu tun versuchen können, aber nicht tatest, sondern erst schimpfst und dann drüber schreibst, wie würdest Du das nennen, wennste es bei jemand anderem beobachten würdest?

    1. Nein, die „allgemeine Schlechtigkeit“ war weder Thema noch Gedanke. Und nein: Es gab da keine „Tür“. Ich wohne da nicht, und ich hatte es (zugegebenermaßen) eilig, weil ich verschlafen und noch vier Kilometer Radlfahrt zum Garten vor mir hatte. Dort warten an heißen Tagen ziemlich viele Tiere und Pflanzen auf Wasser.
      Ich erkenne an mir gelegentlich einen gewissen Hang zu einer „Allzuständigkeit“, den ich aber zurückzudrängen versuche, weil das nicht funktioniert. In der letzten Woche hab ich beim Schwimmen drei Bienen, eine Wespe, eine Libelle und zwei Junikäfer aus dem See gerettet (ist leichter, als man meint: Man setzt sie sich einfach auf den Kopf, und wenn sie nicht irgendwann von selbst davonfliegen, setzt man sie halt hinterher draußen ins Gebüsch). Ich weiß aber, daß der Gedanke, alle zu retten, irrsinnig wäre: Während ich da herumschwimme, ertrinken etwa tausend andere Insekten. Und ich finde jeden Tag – jahreszeitunabhängig – einen Haufen tote Tiere in meinem Garten und sonst wo. Die Vergeblichkeit begleitet uns durchs Leben. In diesem Fall ist mir einfach nur der Kragen geplatzt, weil die Ignoranz gar so blöd war.
      Recht zu haben ist mir egal. Wenn ich die Amsel in meinen Korb gesetzt und zum Olympiasee spediert hätte … na ja, wer weiß.
      Wir haben unsere Grenzen, unsere Aufgaben und unsere notwendige Ausblendung all dessen, was jenseits liegt. Okay?

      1. vielleicht möge man auch in Betracht ziehen, daß Amseln Nestflüchter sind. Sowie sie können, verlassen sie das Nest. Ich habe mich schon immer gewundert, wie die Amseleltern es schaffen, die vier bis sechs in alle Richtungen davongeflogenen Kinder noch einige Tage lang immer wieder zu finden und zu füttern, bis die sich komplett selber versorgen können. In dieser für die Jungen sehr gefährlichen Phase sieht man die dann manchmal irgendwo rumsitzen und um Essen schreien und Papa und Mama bedienen sie. Meistens jedoch bleiben sie gut versteckt in irgendwelchem Gebüsch. Zumindest ich als Freund von Vögeln beobachtete das so des öfteren.
        Frage: Was ist der Unterschied von einer Amsel zu Tessa Ganserer?
        Antwort: Die Amsel hat einen schwarzen Schwanz und die Tessa kann nicht fliegen.
        Gruss aus der Taiga

        1. Das stimmt. Die „Hüpftage“ waren bei dem Amselnest an unserem Fenster immer problematisch, als es noch eine Katze gab. Die Frischlinge tun sich mit ihrem Kurzschwänzchen und Kleinflügeln zwei, drei Tage ziemlich schwer mit der Fliegerei …

  5. …ist es jetzt vor oder nach der hitzewelle?ich bin verwirrt.
    vielleicht sollte ich mal in meinem concrete jungle (anglizismen sind out!) ein paar wasserstellen platzieren…ach, haben meine nachbarn bereits. dann rette ich halt ein paar igel, ach, hat eine nachbarin schon. eichhörnchen? auch versorgt! mist, nix zu retten!
    bleibt nur die frage: vor oder nach der welle (welche welle auch immer, wellen gibt es ja zuhauf).

    lieben gruß und danke für ihre texte

    detlef albers (sic!)

  6. @“Leute: Was ist denn mit euch los? Merkt ihr überhaupt absolut gar nichts mehr?“
    Ich fürchte, diese dunkeldeutschen Supersoldaten und leider auch viel Fußvolk läuft mit einem nicht diagnostizierten Impfschaden herum.

    Der südtäusche Spiegelbildbürger möchte es aus verständlichen Gründen verdrängen, aber zumindest als Co-Faktor sind die ansonsten nutzlosen Spritzen in Erwägung zu ziehen. „Neuropsychiatrische Erkrankungen“ waren lt. Pfizer-eigenen Studien die Nr.1/Haupt-Nebenwirkung der mRNA Brühe.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert