(periphere Notate): Warmer Sekt „Und selber?“

Nachdem das EU-Regime beschlossen hat, sich an der Menschenjagdkampagne seines ukrainischen Bruderregimes zu beteiligen und ukrainische Männer im „kampffähigen“ Alter auszuliefern, damit sie in die Todeszone („Front“) verfrachtet und dort „zu Dünger verarbeitet“ (J. Röpcke) werden können, weil die Rüstungsindustrie ihren Profit weiter steigern will, könnte man sich mal wieder an Prognosen wagen: Es handelt sich um etwa eine Million Stück Schlachtvieh, das reicht ab dem Stichtag (1. Januar 2027) für ungefähr zwei bis drei Jahre. Das Rätsel, wieso der russische Untermensch angeblich 2029 oder 2030 die EU angreifen sollte – wie deutsche Führer und Militärverbrecher unablässig behaupten – nähert sich so vielleicht einer Lösung: weil er dann, wenn die Ukrainer aufgebraucht sind, nichts mehr zu tun hat!

Daß Rußland weder Grund noch Ziel noch Lust noch Neigung noch irgendein Interesse daran hat, das EUropäische Reich anzugreifen und sich den korrupten, kaputten Saftladen nach einer eventuellen Eroberung und Besetzung ans Bein zu binden, spielt dabei keine Rolle. Da läßt sich schon ein Anlaß herbeiprovozieren. Die Sowjetunion wollte das bekanntlich 1941 auch nicht und mußte es dann doch. Daß Rußland derzeit weniger von der Ukraine (wie es offiziell heißt) als von Deutschland (wie jeder weiß) mit Drohnenbombenterror gegen die Zivilbevölkerung überzogen wird, könnte ein solcher Anlaß sein. Oder werden, wenn es so weitergeht. Weil es dieser Zivilbevölkerung irgendwann reichen dürfte, daß Deutsche Schülerwohnheime bombardieren und ihre Kinder ermorden, ohne daß Russen wenigstens mal die deutsche Drohnenproduktion „ausschalten“.

Es gab kürzlich eine etwas erregte Diskussion darüber, ob das nicht vielleicht sogar wünschenswert wäre: die Deutschen sozusagen an den Verhandlungstisch zu bomben, nachdem sie seit vier Jahren Krieg führen und sich strikt weigern, mit dem Feind auch nur zu kommunizieren (abgesehen von der geradezu hitlersch grotesken Forderung, Rußland müsse bedingungslos kapitulieren und damit die bedingungslose Kapitulation Deutschlands im Mai 1945 sozusagen sühnen). Ich fand die Diskussion nicht sonderlich bewegend – nicht weil es im wesentlichen um Eitelkeiten ging, sondern weil ich ebensowenig wie irgendeiner der Diskutanten einen Einfluß auf die deutsche Kriegsführung habe. Und weil die, die diesen Krieg führen, solche Diskussionen nicht führen und auch keinerlei Interesse daran haben. Ein russischer Gegenangriff träfe ja nur ihre Untertanen, und die sind ihnen scheißegal.

Eine Nachwirkung des „Pandemie“-Theaters, die mir eher selten auffällt: Auf den Hinweis einer Freundin auf eine Party bei einem gemeinsamen Freund hätte ich „früher“ völlig anders reagiert. Heute stellt sich spontane Anwiderung ein: Habe ich Lust, mich an einem möglicherweise endlich wieder etwas angenehmen, zudem hellen Post-Schafskälte-Abend in einen geschlossenen Raum mit Menschen hineinzustellen, mit denen ich dann reden soll? Hätte ich 2019 gehabt, und wie! Habe ich aber heute absolut nicht: Worüber soll ich mit denen reden? frage ich mich, zumal ich nicht weiß, was man mit denen überhaupt reden kann und darf, ohne die mittlerweile gewohnten Huch!-Reaktionen hervorzurufen und nach drei Minuten, als „Querdenker“ abgestempelt, gelangweilt in der Ecke herumzustehen und sich banalen Bullshit anzuhören?

Und was soll mir oder ihnen das bringen? Ich hab’s in den letzten vier Jahren öfter mal probiert und mit großer Not die Lähmung und Ödnisstarre ertragen, die das belanglose Geschwätz über irgendwelche „Themen“ hervorruft. Ich kenne das tatsächlich aus ganz anderen Zeiten: Da wurde ich als (vom Betrieb noch leidlich gelittener) „Literat“ gelegentlich zu Terminen eingeladen, wo ein „Preis“ vergeben oder irgendwas vorgestellt oder gewürdigt wurde. Hinterher stand man dann herum, hielt einen Becher Sekt oder ein warmes Konzernpils in der Hand und sagte Sachen wie „Und selber?“ oder musterte einen ausgestopften Bär in einer Vitrine und bekam Muskelkater an den Schläfen vom dauerhaften wohlwollenden „Lächeln“.

„Gespräche“, wie man sie damals führen mußte, finden sich heute in „Romanen“, die sich mit „Zeitthemen“ „auseinandersetzen“ oder „auf sie einlassen“. Darauf will ich mich aber nicht einlassen, weil der Tag nur vierundzwanzig Stunden hat und es mir mehr bringt, sechs Stunden lang einen Baum zu betrachten.

Nachdem ich die letzte Sitzung der sogenannten „Enquetekommission“ zu „Corona“ verfolgt habe, drängt sich mir ein unangenehmer Eindruck auf, den ich nicht mehr vertreiben kann: Die einzige „Partei“-Organisation, die an einer Aufdeckung und Aufarbeitung des größten Verbrechens seit 1945 interessiert ist, ist die AfD. Die übrigen „Parteien“ sind ausschließlich damit beschäftigt, mit übelsten Vertuschungen, Lügen, Verfahrenstricks und blindem Gebell Nebelwolken zu versprühen, von denen sie in ihrer deutlichen Verzweiflung hoffen, daß sie wenigstens eine weitere Verzögerung der juristischen Aufklärung bewirken.

Das heißt in einem Moment kurz danach: Es wird nicht zu vermeiden sein, daß – sollten noch einmal Wahlen stattfinden; auch das ist sehr unsicher – die AfD über kurz oder lang eine absolute Mehrheit der Sitze im sogenannten Parlament der BRD erhalten wird. Das ist, horribile dictu!, erfreulich für all jene, die dieses System erhalten möchten. Danach kann und wird sich die AfD – die ja ein ziemlich kunterbunter Haufen ist, den lediglich die Ablehnung des derzeit wiedererstarkenden deutschen Nazifaschismus eint, so wie 1983 lediglich der Wunsch nach Frieden und Umweltschutz die ebenso kunterbunten „Grünen“ einte – in Flügel und Fraktionen aufspalten: einen sozialdemokratischen Flügel (der sich dann gerne SPD nennen darf), einen umweltschützerisch-ökologischen Flügel (der sich gerne „grün“ nennen darf), einen wirtschaftsfaschistisch-neoliberalen Flügel (sagen wir: FDP), eine christlich-konservative Sekte (CDU/CSU), eine realnationalistische Splittergruppe (NPD), einen identitätspolitischen Schwurbelverein (kann gerne „links“ heißen).

Diese Vorstellung weist auf das Grundproblem hin, an dem die heutige BRD ansonsten zugrundegehen wird: Verbrechen, von denen immer mehr Menschen wissen oder wenigstens etwas ahnen, sind nicht durch Vertuschung aus der Welt zu schaffen. Schon gar nicht durch eine „Enquetekommission“, die wirkt wie ein Nürnberger Prozeß, bei dem alle Richtersitze mit NSDAP-Haupttätern besetzt sind. Das geht nicht weg. Es bleibt, es klebt am Schuh, es MUSS irgendwann verarbeitet werden. Und damit – das ahnen sie – sind die bisherigen „Parteien“ (abgesehen vielleicht von BSW und den ganz winzig kleinen, die nichts dürfen) absolut nicht mehr erträglich; sie müßten dem Grundgesetz zufolge sowieso und ohne jeden Zweifel verboten werden, weil sie nicht nur danach trachteten oder es „unternahmen“, die „freiheitlich-demokratische Grundordnung“ zu beseitigen, sondern weil sie das getan haben.


2 Antworten auf „(periphere Notate): Warmer Sekt „Und selber?““

  1. Schon wieder dieses leidige Thema Ukraine…
    Die Einzigen dort, die mir leid tun, sind die einfachen Leute, die keinen Krieg woll(t)en, nicht Nazis huldigen und nun gegen ihren Willen zum Kriegsdienst gepresst werden (früher nannten man sowas in der Seefahrt „Schanghaien“). Die ukrainische Elite, Regierung und die ganzen Nazi-Anhänger dagegen können von mir aus zum Teufel gehen. Das gleiche gilt für die deutschen/europäischen Äquivalente.

    Und was die Coronazeit betrifft: Ich wäre ja für sowas wie die Nürnberger Prozesse, aber nur, wenn es auch das gleiche maximale Strafmaß gibt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert