(periphere Notate): Last brain cell dead, last billion spent!

Es spricht von der Ereignisdichte und Überfülle dieser Zeit (vor allem an Unerfreulichem, Widersinnigem und Absurdem), wie langsam sie zu vergehen scheint. Daß der damals amtierende US-Präsident Joe Biden sich einem Fernsehgespräch mit seinem (noch nicht nominierten) Herausforderer Donald Trump „stellte“, ist zum Beispiel nicht zehn, auch nicht vierzig, sondern nicht ganz zwei Jahre her. In der Sendung stieß Biden einen seiner vielen legendären „Lapsi“ aus: „Wir wollen sicherstellen, daß wir jeden einzelnen Menschen für das qualifizieren können, womit ich mich befassen konnte … das Covid … Verzeihung, mit allem, was wir zu tun haben … sehen Sie … wenn … wir endlich Medicare besiegen.“

Es ist nachvollziehbar, daß die deutsche Propaganda, die zuvor mit stürmender Vehemenz behauptet hatte, Biden sei „im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte“ (man erinnert sich an ein ganz besonders peinliches Lügenwürstchen namens Elmar Thevesen), seither in jedem einzelnen Satz von Donald Trump Anzeichen einer mit Bidens annähernd totaler Demenz wenigstens vergleichbaren Wirrheit weniger sucht als gewaltsam hineinhämmert. Ganz so schwer ist das ja auch nicht; trotzdem nervt es mich, jeden zweiten Tag per Schlagzeile gefragt zu werden: „Wir krank ist Trump wirklich?“, während es vor zwei Jahren aus allen Rohren schallte, wie „gesund“ und „fit“ Biden „wirklich“ sei. (Und abgesehen davon ist es doch sehr auffällig, daß niemand fragt, wann Nosferatu Lallerbachs letzte Gehirnzelle abgestorben ist; dies nur am Rande.)

Damals zogen Bidens Strippenzieher, insbesondere der schwerstkriminelle Vorvorgänger Obama, die Konsequenzstrippe und ersetzten den bemitleidenswerten Tattergreis durch die vermeintlich juvenile Obama-Klonin Kamala Harris (die von Biden kurz zuvor als „Vizepräsident Trump“ bezeichnet worden war). Die hatte dunkle Haut, war also sakrosankt – was so weit ging, daß jeder, der ihren Namen nicht perfekt exakt intonierte, als „Rassist“ aus Diskussionen gecancelt wurde. Zudem konnte sie wie Obama („Yes, we can!“) beziehungsweise alte Singpuppenmodelle einen Satz auswendig hersagen, den sie folglich bei jeder Gelegenheit (Kamera) hersagte: „… unburdened by what has been!“ Also das bekannte Muster US-amerikanischer Geschichtsvergessenheit: Was gehen uns unsere Verbrechen von gestern an?

Es fiel ein paar Beobachtern auf, daß der „tiefe Staat“ wenig Interesse daran zu haben schien, Harris mit Waffengewalt aus dem Wahlkampf zu entfernen, während dem zweifellos widerwärtigen Trump mehrmals Gewehrkugeln sogenannter „verwirrter Einzeltäter“ um die Ohren flogen oder fast geflogen wären. Was allerdings weder mit seiner Widerwärtigkeit noch mit Harris’ fast ebenso widerwärtigem Dauerpferdegrinsen zu erklären ist. Ob es je geklärt werden wird, muß bezweifelt werden.

Vorgestern vor 58 Jahren, am 6. Juni 1968, starb der Vater des erstaunlicherweise immer noch amtierenden US-Gesundheitsministers, Robert F. Kennedy. Auch ihm flogen Kugeln um die Ohren, und zwar eine ganze Handvoll mehr als die Waffe des angeblichen Attentäters Sirhan Sirhan enthalten konnte. Deshalb wurde nicht nur die Wandtäfelung, in der viele dieser Kugeln – die nicht aus Sirhans Waffe stammen konnten – landeten, im Zuge der „Beweisaufnahme“ beseitigt (aus „Platzgründen“), sondern auch der vermeintliche Täter: Den hatte man zwar nach dem ersten Schuß (der niemanden traf) „fixiert“, also weitgehend unschädlich gemacht; geballert wurde trotzdem weiter, bis Kennedy tot war und Richard Nixon Präsident werden konnte.

Sirhan wollte man danach so schnell wie möglich vergasen, die Todesstrafe wurde jedoch unter komplizierten Umständen in lebenslange Haft umgewandelt, und so sitzt der 82jährige heute noch ein – und bestreitet weiterhin, sich an irgend etwas von dem, was man ihm damals vorwarf, wirklich zu erinnern, also über die Umstände hinaus, die man ihm offensichtlich zuvor anhypnotisiert hatte. Daß ein zweiter, also: anderer Schütze (wohl ein CIA-Agent) Kennedy erschoß, wird außerhalb der „Wikipedia“-Blase kaum noch bezweifelt. 2012 gab es einen Versuch, das Verfahren unter diesem Gesichtspunkt noch einmal neu aufzurollen. Das verhinderte die damalige kalifornische Generalstaatsanwältin, von der viele Untergebenen kündeten, sie sei arrogant, unwirsch, aufgeblasen, unfaßbar dumm und korrupt. Ihr Name war Kamala Harris.

So vergehen die Zeiten, oder wenigstens vergeht so die Zeit, und es ist nicht ganz unwahrscheinlich, daß globale (beziehungsweise regionale) Propagandaglocken wie die „Washington Post“, die „New York Times“, der „Guardian“ und der „Süddeutsche Beobachter“ wieder für Kamala Harris bimmeln werden, wenn in einer Ewigkeit von zwei Jahren der nächste US-Präsident gewählt werden muß. Qualifiziert ist sie zweifellos nach wie vor: dumm wie Bohnenstroh, korrupt wie ein Kaugummiautomat, absolut „woke“-kompatibel (ob das dann noch zählt, ist allerdings fraglich), und ihren Satz darf sie dann auch wieder aufsagen, weil die bürdenfreie Welt ihn längst vergessen hat.

Vergessen ist auch „Next Generation EU“. Dabei handelte es sich um ein besonders dreistes Geldschöpfungs- und -abschöpfungsverfahren der EU-Reichsführung (heute wie damals: Leyen): Die sollte 750.000.000.000 (siebenhundertfünfzigtausend Millionen) Euro „zur Verfügung stellen“, um mittels „nationaler Fahrpläne“ in den einzelnen EU-Provinzen „Reformen“ zu erzwingen. Diese wiederum liefen unter den übliche blumigen Titeln: Um „ökologischen Wandel“ sollte es gehen, um „Digitalisierung der Wirtschaft“, „Energieunabhängigkeit“ und schließlich – wer hätte das gedacht? – vor allem und endlich ausschließlich Aufrüstung, also die Anschaffung ungeheurer Arsenale an vollkommen nutzlosem Massentötungsgerät für den geplanten Vollkrieg gegen Rußland.

Dumm daran war, daß die EU-Reichsführung das alles gar nicht kann und darf: Sie hat nämlich kein Geld und darf auch keines haben, kann und darf also erst recht kein Geld „zur Verfügung stellen“, sondern grundsätzlich bloß kassieren – eben von den Provinzen, die damit den kaiserlichen Leyen-Hofstaat überhaupt erst möglich machen. Mehr aber auch nicht. In diesem Fall hausierte die Junta jedoch auf den sogenannten „Kapitalmärkten“, nahm dort halsabschneiderische Kredite auf (was sie – na klar – nicht darf) und verteilte diese Summen dann über die üblichen Korruptionswege an ihre Günstlinge (und sich selbst). Die Zinsen zahlen sollten die Untertanen oder deren Nachfahren.

Leider war dem leyenschen EU-Autokratenregime von seinen (tumben oder nicht vorhandenen) Beratern offenbar nicht beizubiegen, daß Schulden einen Nachteil haben: Man muß sie irgendwann zurückzahlen, selbst wenn man sie per Zinsen bereits drei- bis fünffach zurückgezahlt hat. Weil sonst das gesamte System der Umverteilung von unten nach oben und die Mästung des Kapitalkonzernkapitals nicht mehr funktioniert und am Ende eine herrschafts- und ausbeutungsfreie Welt ausbricht, Gott bewahre!

Nun hat die Führerin halt ein Problem: 750 Milliarden, längst versickert, müssen zurückgezahlt werden, aber das EU-Reich hat eben null Geld, weil das längst bei Blackrock et al. lagert und unantastbar ist. Was tun? Die „Eurokraten“, heißt es, seien emsig auf der Suche nach neuen Wegen und Arten, „Eigenmittel zu generieren“. Woher diese Wege und Arten und Eigenmittel kommen sollen, weiß derzeit weder ein Mensch noch ein „Eurokrat“. Ich rate mal: Zuckersteuer, Plastiksteuer, Stickstoffsteuer, Biersteuer, Holzsteuer, Pinkelsteuer, Scheißsteuer und überhaupt Steuer auf alles und jedes, was es überhaupt gibt. Was aber nur geht, wenn die Untertanen, die diese Steuern „abdrücken“ sollen, noch in der Lage sind, irgendwas „abzudrücken“. Was sie nicht sind. (Ich habe gestern meinen Steuerbescheid für 2025 erhalten, auf dem eine Einkommensteuer von exakt null Euro ausgewiesen ist.)

Die andere „Möglichkeit“ ist eine „Refinanzierung“. Die kennt man von der Mafia: Oh, du kannst den Kredit, den wir dir für zehn Prozent Zinsen gewährt haben, nicht zurückzahlen? Dann gewähren wir dir für die Rückzahlung einen neuen Kredit, diesmal aber für dreißig Prozent Zinsen! Den wirst du dann gaaaaanz bestimmt zurückzahlen können, aber falls du das unerwarteterweise nicht kannst, gewähren wir dir gerne noch mal einen Kredit für zweihundert Prozent Zinsen, har har.

Hört sich absolut doof und unvorstellbar an, ich weiß. Indes sagte der französische WEF-Hampel Macron am 25. April: „Wir haben uns während der COVID-Krise verschuldet. Heute sagt man uns, daß wir das schnell zurückzahlen müssen. Das ist idiotisch.“ Das ist so ungefähr dies: „Ich habe während meines Dursts ein Bier bestellt. Jetzt sagt man mir, daß ich das bezahlen soll. Das ist idiotisch!“ (Der Vergleich hinkt, weil Bier mit Durst, korrupte Milliardenabsahne aber nichts mit einer Erkältung zu tun hat.) Der griechische Ministerpräsident soll hinzugefügt haben: „Eine Refinanzierung der Schulden würde uns als Europa stärker machen!“ Also auf deutsch und im Beispiel bleibend: „Ich zahle nicht, aber du, Wirt, gibst mir jetzt gefälligst noch zwei, drei Bier, weil uns das als Gastronomie stärker machen würde!“ Oder so ähnlich, man kriegt den ganzen Irrsinn ja gar nicht mehr in einen parodistischen Frame hinein, weil er deren alle sprengt.

Das könnte alles noch sehr lustig werden, wird es aber nicht: Wie wir wissen, ist in Situationen wie dieser – wenn also ein Regime von Kanaillen in seiner überbordenden Gier und Blödheit alles kaputtgemacht hat, was kaputtzumachen war – der einzige Ausweg: der große Krieg, der wiederum alles kaputtmacht, woraufhin dann am „Wiederaufbau“ profitiert werden kann.

Was aber nach diesem Krieg noch „wiederaufzubauen“ wäre, bleibt schleierhaft.

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