Reisen im Regal (28)

Der trägen Hitze mochte am ehesten das Café in der Vorstadt entsprechen. Vor Jahresfrist, als Ginster es zum erstenmal aufgesucht hatte, war er vom Kellner aus einer Sofaecke mit der Bemerkung vertrieben worden, daß hier der Schachklub tage. Seit jener Zeit bevorzugte Ginster das Café, ohne den Schachklub je anzutreffen. Es befriedigte Ginster, daß der Kellner einem Klub die Treue hielt, der niemals kam.
Siegfried Kracauer: Ginster (1928)

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(periphere Notate): Last brain cell dead, last billion spent!

Es spricht von der Ereignisdichte und Überfülle dieser Zeit (vor allem an Unerfreulichem, Widersinnigem und Absurdem), wie langsam sie zu vergehen scheint. Daß der damals amtierende US-Präsident Joe Biden sich einem Fernsehgespräch mit seinem (noch nicht nominierten) Herausforderer Donald Trump „stellte“, ist zum Beispiel nicht zehn, auch nicht vierzig, sondern nicht ganz zwei Jahre her. In der Sendung stieß Biden einen seiner vielen legendären „Lapsi“ aus: „Wir wollen sicherstellen, daß wir jeden einzelnen Menschen für das qualifizieren können, womit ich mich befassen konnte … das Covid … Verzeihung, mit allem, was wir zu tun haben … sehen Sie … wenn … wir endlich Medicare besiegen.“

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Belästigungen 6/2026: Liebe Klimakinder, ihr müßt jetzt sehr stark sein!

Das unwürdige Schmierentheater, das heutzutage unter dem Titel „Politik“ läuft, wird an Fadheit, Ödheit, Blödheit und – dem Sprichwort „Dumm und frech, das paßt zusammen!“ gemäß – korrelierender Dreistigkeit höchstens noch von dem übertroffen, was einst in seligen Zeiten unter dem Begriff „Kabarett“ oder „Comedy“ antrat, um selbige Zumutung in amüsanter und wenigstens leidlich intelligenter Weise zu „entlarven“. Das ist heute nicht mehr nötig, weil die erbärmlichen Narren, die dem Restbestand an unmündigen Gläubigen, der sich immer noch jeden Abend oder wenigstens gelegentlich vor dem antiquierten Fernsehschirm versammelt, um per „Tagesschau“ den Tagesbefehl zu empfangen, so wie man früher in der Kirche die sonntägliche Oblate empfing, – weil diese Darsteller keine Larven mehr tragen, sondern ihre intellektuelle, moralische und politische Nacktheit so offen, unverbrämt und schamlos zur Schau stellen, daß man froh sein muß, daß sie wenigstens den allerletzten Schritt unterlassen und die Klamotten anbehalten. „Belästigungen 6/2026: Liebe Klimakinder, ihr müßt jetzt sehr stark sein!“ weiterlesen

(periphere Notate): Deutschland schafft sich ab (Lettland auch)

Außerhalb der deutschen Propagandamedien wird derzeit viel über die jüngsten Terrorangriffe der NATO gegen die russische und ukrainische Zivilbevölkerung sowie deren Folgen diskutiert und spekuliert. Moment: „ukrainische“? Nun ja, es gab ja nicht nur die Bombardierungen in Moskau und St. Petersburg, sondern auch den Massenmord an Schülern in Starobelsk (laut „Tagesschau“: „irgendwas“) und die Sprengung eines Busses in Donezk, bei der mindestens sieben Zivilisten starben – und vielleicht erinnert sich noch jemand daran, daß laut NATO-Dogma beide Orte im Anspruchsbereich der Ukraine liegen.

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