Der „Mitteldeutsche Rundfunk“ atmet auf: „Erfolg für die Linke: Partei legt seit 2021 zu und geht in Aufholjagd zur AfD“, meldet der west-ostdeutsche Propagandasender. Passiert war folgendes: Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt im Jahr 2021 erhielt die seltsame Karnevalspartei, die rechte Kommentatoren aus finanziellen Gründen und denunziatorischen Motiven gerne auf die SED zurückführen, 11 Prozent der Stimmen. Nun lag sie bei einer sogenannten „Sonntagsfrage“ (am 7. Mai) bei 12 Prozent, was zwar ein Prozent weniger ist als bei der letzten „Sonntagsfrage“ im September 2025, aber eben auch ein Prozent mehr als 2021.

Freilich ist die Behauptung, die Partei „lege seit 2021 zu“, falsch, wie das meiste, was der Regimefunk meldet, falsch ist. Richtig(er) wäre „legt im Vergleich zu 2021 zu“ oder so ähnlich – wobei man einen heutigen ABC-Hochschüler lieber nicht fragen sollte, was „zulegen“ genau heißt. Darum geht es aber eh nicht, sondern um das Fünkchen „Hoffnung“, das in dem einen Prozent drinsteckt. Bei den anderen Blockparteien schaut die Sache nämlich etwas anders aus: Die CDU erhielt damals 37,1 Prozent und liegt jetzt bei 26, die SPD fiel von 8,4 auf 7 Prozent, die „Grünen“ von 5,9 auf 4 Prozent. Daneben gibt es noch das BSW (von nichts auf 4 Prozent) und ein paar „Sonstige“ (von 16,8 auf 6 Prozent – und das, hoppla, obwohl die derzeitige Regierungspartei FDP jetzt auch schon „sonstig“ ist). Ach so, und eben das, was dem MDR als titanische Fischgräte im Hals steckt: die AfD, die damals 20,8 Prozent des Wahlviehs wählen wollte. Heute sind es 41. Da muß man sich schon sehr verblenden, um von einer „Aufholjagd“ zu sprechen.

Dem dient wohl auch dieser Hinweis: „Wichtig ist: Die Umfrage zeigt ein aktuelles Stimmungsbild, kein Wahlergebnis. Bis zur Wahl kann sich die politische Stimmung noch verändern.“ Aber ja, vor allem wenn man genau 1.164 Menschen befragt und derartige Umfragen dann als warnwinkenden Zaunpfahl in die Öffentlichkeit pflanzt: Die möge sich gefälligst zusammenreißen und das Schlimmste noch mal aufschieben, indem sie das Zweitschlimmste „legitimiert“!

Die schriftliche „Einordnung“ der Umfrage fällt ein gutes Stück realistischer und „nüchterner“ aus, und darin finden sich neben verzweifelten Versuchen, eine größere Akzeptanz des amtierenden Ministerpräsidenten Schulze (CDU) gegenüber dem AfD-Kandidaten Siegmund herbeizukonstruieren, sogar zwei Details, die ich leidlich interessant finde. Das sind zum einen die „wichtigsten Probleme“, die in solchen Umfragen selbstverständlich nicht frei gewählt werden dürfen, sondern vorgegeben sind. Auf Platz eins steht da der beliebte „Populismuspunkt“, zusammengefaßt als „Flüchtlinge/Einwanderung/Asylpolitik/Integration“, womit sich traditionell emotional am wirksamsten sowohl „gegen rechts“ als auch „rechts“ agitieren läßt. Allerdings wollten dieses „Problem“ nur noch 14 Prozent der Befragten ankreuzen – im September 2025 waren es 21 Prozent, und niemand fragt, was da passiert ist und wieso plötzlich ein Drittel der Fremdenfeinde und/oder Ausländerhasser in Sachsen-Anhalt keine solchen mehr sind, sondern sich eher punktuell um so schwammiges Zeug wie „Wirtschaft“, „Politik, Verwaltung: Abgehobenheit“, „Arbeitslosigkeit/Arbeitsmarkt“ und „Gesundheitswesen/medizinische Versorgung/Pflege“ sorgen.

Rechnet man alle „wichtigsten Probleme“ zusammen, ergibt sich nebenbei Erstaunliches: 2025 bekümmerten diese noch 66 Prozent der Leute, heute sind es 64. Man möchte also meinen, der „politische“ Kummer sei insgesamt langsam, aber sicher am Schwinden. Ist er aber offenbar nicht – weshalb sich die „Auswerter“ der Umfrage zu einer pfiffigen Manipulation gezwungen sahen: Die „Zufriedenheit“ mit der „Arbeit der Landesregierung“ präsentieren sie nicht etwa insgesamt, sondern „sortiert nach Parteipräferenz“. Auf diese Weise läßt sich der allgemeine Unmut nämlich doch noch ein bisserl ins Positive hineinschwindeln: „Sehr zufrieden/zufrieden“ sind demnach 72 Prozent der „Anhänger“ der CDU, 70 Prozent bei der SPD, 40 Prozent bei der „Linken“, 33 Prozent der „Sonstigen“, und lediglich bei den AfD-Präferenten nur 11 Prozent. Also alles gar nicht so schlimm, wie die Motz-Ossis immer murren, nicht wahr? Nicht wahr. Schlauerweise hat man nämlich unterschlagen, den Zustimmungsanteil der jeweiligen Parteien in der Umfrage in diesen Punkt sozusagen hineinzurechnen, und so schauen alle „präferierten“ Parteien gleich groß und bedeutsam aus; zudem steht die CDU ganz oben und das Unzufriedenheitsnest AfD auf Platz vier zwischen „Linken“ und „Sonstigen“.

Man kann das aber ungefähr umrechnen, wenn es draußen grau und kalt ist und man nichts besseres zu tun hat: Dann ergibt sich ein Anteil der „Zufriedenen“ von 34,46 Prozent am Wahlvolk (wobei man davon ausgehen muß, daß „Grüne“ und BSW hier unter „sonstig“ verbucht wurden). Allerdings kann ja nicht nur dieses Volk zufrieden und unzufrieden sein, sondern auch die Nichtwähler. Für diesen Umgang mit dem „Demokratie“-Schwindel entschieden sich 2021 39,7 Prozent der eigentlich „Berechtigten“. In der aktuellen „Sonntagsfrage“ fehlen sie komplett. Sind die zufrieden? Eher nicht, vermutlich. Einigen wir uns also auf 20,78 „Zufriedene“ unter denen, die wählen dürfen, werter MDR?

Und dann dürfen ja auch viele nicht wählen: Kinder, Jugendliche und nicht eingebürgerte Ausländer, inhaftierte Straftäter, betreute und entmündigte Personen. Was meinen die wohl so? Werden die „Zufriedenen“ mehr, wenn man sie in die „Sonntagsfrage“ mit einbezieht? Ich weiß es nicht, weil es mir zu langweilig wird, Statistiken zu suchen. So oder so sind aus gefühlten zwei Dritteln zwei Zehntel geworden, bloß durch einen unbemühten genaueren Blick ohne Eifer und ohne Zorn. Schaut nicht so gut aus für den „Unsere Demokratie“-Totalitarismus.

Der gibt sich aber sowieso Mühe und führt allenthalben „Hürden“ und „Quoren“ und so was ein, um die Satanspartei davon abzuhalten, sein Schaffen und Wirken wenigstens mal zu „hinterfragen“. Der Trick geht dann ungefähr immer so: Ein alter, also abgewählter Landtag stimmt noch schnell dafür, daß für die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses (etwa zu den „Corona“-Verbrechen) künftig immer genau ein Prozent mehr Abgeordnete nötig sind, als die Satanspartei gerade gewählt bekommen hat. Hi hi. Und dann gibt es – herrje! – überhaupt keine Untersuchungsausschüsse mehr – weil, egal um was es geht, die „Grünen“ oder irgendeine andere Blockpartei sich mit der AfD zusammentun müßte, um einen solchen zu beschließen. Tun die aber nicht, igitt! Und schon ist der Untersuchungsausschuß einer behaupteten „Demokratie“ insgesamt verschwunden. Zurück bleibt (na klar): „Unsere Demokratie“, die dann feststellt, daß es sich ohne Untersuchungsausschüsse um so besser regiert und man anderes blödes Zeugs auch nicht mehr braucht -Opposition, Justiz und so weiter und irgendwann auch Wahlen: Die stören schon deshalb, weil man trotz allem doch nie so genau weiß, ob die Untertanen auch das Richtige ankreuzen.

Zwischendurch läßt auf der anderen Seite des großen Ozeans der westliche Oberkasper mal wieder einen „Sieg“ vermelden: Der Iran sei „offenbar“ bereit, auf Atomwaffen zu verzichten, heißt es, allerdings noch nicht „eindeutig“ und „offiziell“. Das, möchte man meinen, ist doch eine Riesensensation, nachdem das „Mullah-Regime“ bekanntlich seit bald einem halben Jahrhundert auf die Anschaffung atomarer Massenvernichtungswaffen „verzichtet“ und die vom ermordeten Ayatollah Chamenei verfügte Fatwa gegen solche „unislamischen“ Tötungsgeräte auch noch nicht vergessen hat. Haben andere Länder vergleichbarer Größe und mit ähnlichem „Entwicklungsstand“ auch schon ihre Bereitschaft erklärt, auf Atomwaffen zu verzichten? Oder braucht es da erst einen unprovozierten Angriffskrieg? Was ist zum Beispiel mit Deutschland, hm?

Wie oder als was Friedrich Blackrock in die deutsche Geschichte eingehen wird, ist nach einem Jahr, das der wahrscheinlich dümmste, unfähigste, asozialste und peinlichste „Kanzler“ seit dem Hitler als solcher herumhampelt, ziemlich absehbar: als unangenehmes Fastnichts, dessen Anblick man vermeidet, weil Fremdschämen keine erfreuliche Tätigkeit ist. Für Anhänger einer „Trivial Pursuit“-Version von Historie bleibt auch nicht viel: ein trivialer, aber merkbarer Blödspruch wie „Jetzt wächst zusammen, was zusammengehört“ ist ihm nie entfahren, nicht mal eine alberne Drecksauerei wie „Der Spaziergang hat seine Unschuld verloren“. Bleibt fürs Zitatenlexikon lediglich „Jetzt darf auch mal Rambo zambo im Adnerhorn!“, weil dieser sinnleere Satzunfall jede Woche im Vorspann zu „Basta Berlin“ ertönt.

Ansonsten: fehlgestanzter Blechmüll, wie man ihn von dem Kerl mit dem schlecht imitierten Bill-Gates-„Lächeln“ (Mundwinkel so weit wie möglich nach unten) gewöhnt ist, seit er vor gut drei Jahrzehnten als neoliberale Marionette in Berlin plaziert wurde. Mehr geht halt nicht, mehr kann er nicht, weil er denken nie gelernt und sich das Plappern hohler Phrasen nur antrainiert hat, weil man sonst fürs Fernseh nicht taugt. Das übrigens zufällig mit ihm untergeht.

Ich muß zwischendurch gestehen: All das schafft es nicht mehr, mich wirklich zu erregen oder zu erzürnen. Es ist einerseits zu viel, zu dicht, zu blöd, zu unsagbar blöd und zu viel. Andererseits ist Lachen das einzige, was man angesichts dieses Theaters der plappernden Deppen noch kann. Es strömt ungehemmt weiter, schwillt an und wird zu einem solchen Orkan des Irrsinns, daß ich kapitulieren muß und nur noch lachen kann. Wir sind zu weit drüber, längst.

Noch was zu Hanta und Höcke? Nein, ich kann nicht mehr, es ist zu viel. Und es weiß doch sowieso jeder.

Nachtrag: Ein Freund hat mich darauf hingewiesen – und ich gebe das gerne weiter –, daß auch die Länge der „Balken“ in dem eingangs gezeigten „Diagramm“ falsch (also zu Täuschungszwecken verfälscht) ist: Selbstverständlich müßten 41 Prozent etwas mehr als zehnmal so lang sein wie 4 Prozent, und der Unterschied zwischen 12 und 6 Prozent sähe „in Wirklichkeit“ auch etwas anders aus – alle anderen Verhältnisse entsprechend. Wieso hier neben der AfD ausgerechnet die favorisierte „Linke“ „benachteiligt“ wurde, bleibt ein Rätsel.

Achja, die AfD, die „Affen für D-Mark“ wie Volker Pisper sie mal nannte. Merken die anderen „Volksparteien“ eigentlich nicht, daß die AfD nur deshalb so stark wird, weil sie selbst einen Scheiß auf den Teil der Bevölkerung geben, die nicht zu den oberen 10% oder zu irgendeiner Sondergruppe wie die LGBQWTFCIAFU-wasauchimmer gehören?
Ich kann darum nachvollziehen, daß die Leute für die AfD stimmen, wenn sie damit den anderen Parteien den Mittelfinger zeigen können. Aber falls diese Leute wirklich glauben, daß sich irgendwas zum besseren verändern würde, wenn die AfD an die Macht käme, dann werden diese ihr blaues Wunder erleben…
@Paria
Wie ausnahmslos alle sog. „politischen Parteien“, wird auch eine vermeintliche Hoffnung auf „bessere Zeiten“, die „Alternative“, den süssen Verlockungen der Macht erliegen.
Wieso sollte es auch gerade bei denen so gravierend anders laufen?
Macht korrumpiert.
War immer so.
Wird immer so sein.
Es geht dabei nicht nur um die Korruption durch die Macht. Die AfD ist wirtschaftspolitisch genauso neoliberal wie all die anderen Arschlochparteien, von der Linken vielleicht mal abgesehen.
Den Irrsinn, und das marschieren in den wiederholten Untergang der deutschen zeigt mir, das der deutsche nichts dazu gelernt hat. Es kommt mir so vor, als wenn ich in einen Zug mit Wahnsinnigen in Richtung Abgrund rase, und die meisten das Ende nicht sehen, oder sehen wollen.
Ich hätte nie gedacht, das ich eines Tages froh bin, für meine frühe Geburt.
Gruß Christian Kulling