Das Jahresende ist ein synthetischer, dennoch willkommener Anlaß zum Aufräumen und Ausmisten, auch zum Schließen seit Monaten offener Browsertabs, zu denen einem einfach nichts einfallen will. Vielleicht kann man sich zwingen, vielleicht auch nicht, dann sei’s drum. Es ist halt einfach – 2025 noch mehr als im Jahr zuvor – im Grunde alles gesagt, und dennoch west über den Wassern die Lüge als alles überstrahlende Kraft, nun fast hegemonial und dennoch zu einem unrühmlichen, vielleicht baldigen Ende bestimmt, weil ihr das immer so geht, wenn sie sich überhebt (wie etwa die Buyx-Drosten-Spahn-Bagage im „Enquete“-Theater).

Ein persönlicher Gedanke zur „Praxis der Kunst“: Die jahrelange „Aussperrung“ aufgrund kritischer Äußerungen und abweichender Meinungen zur „Pandemie“ und dem Krieg gegen Rußland hat sich zweifellos als effektiv erwiesen, allerdings nicht in dem Sinne, der ihren Betreibern wohl vorschwebte. Weder ist es gelungen, uns über die Blase des „etablierten“ Betriebs hinaus (Regimesender, subventionierte Bühnen) hinaus zum Schweigen zu bringen, noch konnte man uns finanziell so total und nachhaltig ruinieren wie gewollt.

Statt dessen sind aus der erzwungenen Improvisation neue Wege, Mittel und Orte entstanden, an denen man mittlerweile ein höchst erfreuliches Aufblühen der Kultur erleben kann, weitab von den toten Stätten, an denen in einem kalten Brei von grimmigem „Humor“-Gebimse immer noch der Haß auf die Abweichler und die Hetze gegen sämtliche Andersdenkenden zelebriert und perpetuiert wird, als wäre 2020 nie vergangen. Braucht noch jemand einen „Verschwörungstheoretiker“-Sketch, wenn man in Kopf mehr Hirn und im Bauch mehr Hausverstand hat als in einem Zehennagel?

Die neuen Orte, Wege und Mittel sind keine Institutionen (noch). Sie sind in höchstem Maß prekär, ständig bedroht von Sperrung, Löschung, Räumung und Ruin, zu schweigen von der individuellen, persönlichen Verfolgung durch Hausdurchsuchungen, Kontokündigungen, Ächtung bis zur Existenzvernichtung durch EU-Sanktionen. Die Gefährlichkeit dieser Situation läßt sich nicht verharmlosen, und das sollte man auch nicht tun.

Trotzdem ist vielleicht gerade die Unsicherheit, die dauernde Bedrohung durch das Regime und seine verbitterten Mitläufer ein fruchtbarer Boden. Man kann sozusagen „in Echtzeit“ miterleben, wie unter anderem die Satire frecher wird, sich immer mehr traut, wahrscheinlich gerade weil keine Hoffnung auf eine „Rückkehr“ oder „Wiederaufnahme“ in den warmen Schoß des ehemals Gewohnten, des lukrativen, bequemen „Betriebs“ mehr besteht. Eine solche Rückkehr ist auch gar nicht mehr wünschenswert: Man müßte sich mit den weiterhin aktiven Tätern arrangieren, deren fortdauerndes Wirken einfach so hinnehmen, ohne jegliche Reue und Besinnung; man müßte sich dem herrschenden Ungeist unterwerfen, als eine Art geduldete Kleingruppe von „Exoten“, und damit quasi das Ganze auch rückwirkend „legitimieren“. Das ist undenkbar.

Da schaut man doch lieber amüsiert und mit einer gewissen Wehmut zu, wie sich die „alten“ Läden und Bühnen ihr eigenes Grab schaufeln, indem sie sich verdrossen und biestig weiterhin an einem vermeintlich „bösen“ Gegner abarbeiten, den es in dieser Form nicht gibt und eigentlich nie gab, den sie nun verkörpert meinen in den drei Buchstaben einer Partei. Sollen sie doch, wenn sie nicht anders können. Die Phantome, die sie zu schlagen glauben, existieren so tatsächlich nur in ihrer düsteren Phantasie und wirken von außen wie eine seltsam schillernde Form von paranoidem Irrsinn.

Der Optimismus könnte verfrüht sein. Aber genaugenommen ist Optimismus immer verfrüht und Hoffnung immer vergeblich, weil immer alles anders kommt und das Wirkliche nie so ist wie das Erhoffte, sondern meistens ganz anders und viel besser.

Amusement ist vielleicht ein gutes Motto für das „neue Jahr“, wenn diese Konvention für irgendwas gut sein soll. Es hat ja absolut keinen Sinn mehr, sich zum Beispiel zornig zu erregen über die jüngste „Erklärung“ einer „Gesellschaft für Virologie“, die geradezu übergeht vor lächerlichen, uralten Lügen, Mythen, Märchen, quellen- und belegfreien, nicht nur deshalb haltlosen Behauptungen, die zudem aus diversen Folgen des legendären „Drosten-Podcasts“ längst bekannt sind (denen, die sich die Mühe machten, diese Sammlung von Bullshit, Quatsch und hemmungslosem Geschwurbel zu lesen). Nehmen wir das Ding als das, was es ist: eine (unfreiwillige) Satire.

Interessant ist an dieser schrägen „Gesellschaft“ eigentlich nur die Liste der Vorstände, Beiräte, Ehren- und sonstiger Mitglieder, weil sie dazu beitragen kann, ziemlich viel von den Mechanismen der „Pandemie“ zu verstehen. Hier sind sie alle versammelt, die Priester, Propagandisten, Dauer-TV-Plapperer, Influencer, Politikberater, Schrittmacher und Vorbeter sämtlicher Lügen der Jahre 2020 bis heute, aber auch so gut wie aller „Maßnahmen“ und Verbrechen und der dazu nötigen, oft frei erfundenen „Fälle“ und Anlässe. Kurz gesagt: Anhand von Namen wie (unvollständiger Auszug) Drosten, Dittmer, Ciesek, Mertens, Eckerle, Brinkmann, Protzer(-Knolle), Überla und so weiter läßt sich die Geschichte des Menschheitsverbrechens „Corona“ mit Lücken, aber dennoch sehr stringent nacherzählen. Nimmt man die „Interessenskonflikte“, Bekanntschaften etc. hinzu, schließen sich so gut wie sämtliche Kreise.

Aber all dies hat nicht mehr viel Bedeutung, wir haben es schon vor langer Zeit ausführlich, erschöpfend dargelegt, wiederholt und wiederholt. Nicht hinreichend begriffen haben wir wohl das entscheidende Element der ganzen Geschichte, die sich seit gut sechs Jahren vor und um und in uns abspielt. Dieser entscheidende, alles tragende Faktor ist der Todeskult, der von Anfang an wie ein Bandwurm in dieser Erzählung und den alles umfassenden Vorgängen und Folgen, die sie nach sich zog, weste, sich nährte und ausbreitete. Der Todeskult ist keine neue Erfindung; er steckte als Keim schon in früheren „Pandemie“-Erzählungen, etwa der „Schweinegrippe“, war damals aber noch zu klein, zu unterentwickelt, um Massen zu erfassen; auch seine Priester wirkten noch zu unbeholfen, die ganzen Strukturen waren nicht vorbereitet und effizient ausgebaut.

Ab Ende 2019 ist der Todeskult regelrecht explodiert. Mein im Frühjahr 2020 noch aus dem Schaumbad der Naivität heraus geäußerter Verdacht, die ganze Killervirensache sei Teil der Vorbereitungen auf den großen Krieg gegen Rußland – oder vielmehr dessen Wiederaufnahme nach dem vorübergehenden Aussetzen im Mai 1945 –, ging nicht weit genug. Ja, es geht und es ging um diesen Krieg, um die Rohstoffe, die man dadurch wieder mal zu erlangen hofft, weil sonst das eigene System – wie spätestens mit dem Repo-Markt-Crash im September 2019 jedem Eingeweihten klar war – sehr bald und katastrophisch kollabiert. Darum ging es ja auch 1941; aber schon damals war dieses Bestreben nur ein Anker in der Realität.

Der Todeskult reicht viel weiter, unendlich viel weiter als ich, als wir damals ahnten, als selbst Gunnar Kaiser ahnte, als er als einer der ersten den Geistesblitz hatte, die ganze „Corona“-Erzählung als „Kult“ zu bezeichnen. Der Todeskult umfaßt nicht nur alles, er reicht weit über alles hinaus. Er ist die simple Verkörperung der absoluten Macht, und der Begriff „simpel“ hat hier eine doppelte Bedeutung. Zum einen ist dahinter nicht mehr als die Sache selbst: Der Kult gilt dem Kult.

Zum anderen ist die Simplizität des Todeskults Grundlage seiner Macht. Es ist anstrengend, Leben zu ermöglichen, zu bewahren, zu begleiten, zu hegen, zu lieben, und nur im allerbesten Fall ersteht daraus wirklich Liebe, Glück, Erfüllung. Liebe ist prekär, fragil, unfaßbar und nicht von Tauschwert, auch vergänglich. Vielleicht spricht die Entropie dagegen. Der Kult des Todes ist simpel: Mit einer einzigen Spritze, einem Messerstich, einem Fingerdruck auf einen Auslöser oder einen Knopf läßt sich Leben vernichten. Daraus entsteht selbstverständlich nicht Liebe, sondern eben: Macht.

Macht ist das Nichts. Das Gefühl, das Empfinden von Macht, das Aufgehen in Macht erfüllt den Menschen, der sie ausübt, ganz. Da ist nichts mehr zerbrechlich, sondern alles manifest. Und man möge mir die unangemessene Relation verzeihen: Der Haß, den eine Fernsehhetzerin wie Sarah Bosetti empfindet, der sie erfüllt, geht mit der gleichen Macht – in möglicherweise anderer Intensität – einher, wie sie der KZ-Scherge trug, der nach Belieben und ohne Grund Menschen „abknallen“ konnte. Und es tat, weil er es konnte.

Diese Macht scheint unbezwingbar, weil der Versuch, sie zu bezwingen, wiederum auf Macht, auf ihre Notwendigkeit hinausläuft. Möglicherweise liegt in diesem Gedanken der Keim einer Antwort auf die Frage, weshalb sich so viele damals widerstandslos abschlachten ließen, anstatt sich gewalttätig zu wehren: Vielleicht wollten sie nicht im Haß vergehen, sondern in Liebe. „Love conquers all“ oder (wie der Film von 1934 hieß) „Die Liebe siegt“ ist aber ein Irrtum. Liebe siegt nicht und erobert gar nichts, und das macht sie dort, wo der Haß des Todeskults herrscht, so verletzlich und verächtlich.

Der Todeskult war es, der das Wüten der Deutschen bis in den Mai 1945 hinein befeuerte: „Deutschland muß leben, und wenn wir sterben müssen!“ lautete die absurde Parole der dem Kult Verfallenen. Die simple Frage, was denn „Deutschland“ sein solle, wenn alle, die dort lebten, tot sind, ist bis heute nicht beantwortet. Von den wahnsinnigen Verbrechern, die derzeit den Tod von Millionen vorbereiten beziehungsweise einkalkulieren, damit „Deutschland lebt“ (oder, wie es 1944 hieß, „Europa siegt“), dürfen wir keine Antwort erwarten. Ihre einzige Antwort auf alle Fragen, auf überhaupt alles ist: der Tod.

Es gibt nichts, was den Tod „bezwingen“ könnte, und darin liegt die Macht des Kults begründet. Kein Mensch kann, auch nach Jahrhunderten „hoffnungsvoller“ Versuche, Leben erschaffen. Alle Ansätze in dieser Hinsicht mußten schon deshalb scheitern, weil ihre Motivation die Gier nach Macht war (und ist) und weil Macht eben auf Tod beruht. Frankensteins „Monster“ war mitleiderregend und lächerlich, aber erstaunlich würdevoll im Vergleich zu den bizarren Träumen heutiger Kultführer, den Tod zu besiegen, indem sie ihren „Geist“ auf einen USB-Stick kopieren lassen.

Dieser USB-Stick wird dann von einer „künstlichen Intelligenz“ ganz einfach gelöscht, weil auch die „künstliche Intelligenz“ eine Ausgeburt des Todeskults ist, deren Mechanismus ausschließlich auf Macht beruht. Am Ende – dies ist in kleiner Form von gewissen Sekten überliefert – vernichtet der Kult alles und sich selbst; das ersehnte Ergebnis ist ein totes Universum, ein Universum der totalen Macht, ein schwarzes Loch. In dessen „Ereignishorizont“ dann vielleicht noch dreißig USB-Sticks herumschwirren, auf denen die „Geister“ von Gates, Musk, Bezos, Thiel usw. darauf warten, daß sie jemand „bootet“. Es ist aber niemand und nichts mehr da.

Ich weiß, das waren mal wieder ein paar Nazivergleiche zu viel, aber das ist mir am „Ende“ (des Jahres, das ja bloß ein zufällig gewählter Popanz ist) egal. Daß diese Nazivergleiche so viel Haß auf sich ziehen, ist ein deutliches Zeichen dafür, daß sie irgendwas treffen, aber auch das ist mir egal. Es geht letztlich nur darum, den Charakter des Todeskults zu begreifen.

Und darüber zu lachen. Lachen kann ihn nicht besiegen – alter Irrtum. Aber Lachen schwächt ihn; und wenn es gelingt, die Opfer des Kults selbst zum Lachen zu bringen, dann hat der Todeskult das Spiel vielleicht doch verloren. Und der Tod als solcher kehrt dahin zurück, wo er hingehört: ins Leben, auf seinen Platz darin.

Ach, die Tabs? Sind weiterhin alle offen. Da war der Anlaß wohl doch zu synthetisch und die Geduld zu knapp.


Ich bedanke mich sehr herzlich für diesen besonders schönen Text und wünsche Ihnen, lieber Michael Sailer, ein friedliches und gesundes neues Jahr!
Auch von mir und in die Runde: ein fröhliches, friedliches und liebevolles neues Jahr für alle Menschen – auch die, die davon (noch) nichts wissen wollen! Es wird alles besser.
Vielen Dank für diesen interessanten Text.
Obwohl er mir fasst theologisch vorkommt -man betätige die Suchen-Ersetzen Funktion und ersetze überall „Liebe“ durch „Christliche Liebe“ oder „Liebe Jesu“ und betrachte das Ergebnis- kann ich, der ich damit eigentlich nichts am Hut habe, viel damit anfangen.
Insbesondere den Satz „Diese Macht scheint unbezwingbar, weil der Versuch, sie zu bezwingen, wiederum auf Macht, auf ihre Notwendigkeit hinausläuft“ finde ich sehr bedenkenswert. Hier spricht dann wohl der Anarchist.
Was ich in meinem Umfeld vermisse, ist allerdings die genannte sich entwickelnde alternative Kunstszene. Die gibt es dann vielleicht nur in München oder ich habe sie nicht entdeckt. Vor kurzem habe ich mir mal wieder in der ÖRR-Mediathek einige Clips eines vor Corona von mir geschätzten Kabarettisten angehört. Die sind zwar nicht schlecht, aber es geht noch mehr als früher nur um mehr oder weniger um Lokalpolitik, bei der man bei den aufgeladenen Themen Krieg und Seuchen nicht aneckt.
An einer Stelle jedoch äußerte er sich kritisch bis spöttisch „über die immer mal wieder aufpoppende Vogelgrippe“. Da hätte ich dem nunmehr 70 Jährigen gerne sarkastisch zugerufen: „Weiter so junger Mann, aus Ihnen wird noch was. Das nächste mal reden Sie über C*****!“
Brillant. Sigmund Freuds letztes Buch: „Das Unbehagen in der Kultur“. Freuds Zentralthese dürfte bekannt sein: daß der Thanatos stärker als der Eros sei.
Ich erlaube mir herzliche Grüße, bei allen Differenzen, die wir haben. Und bitte nicht nachgeben.
Jürgen
Danke – ja, das ist die zentrale Frage, die sehr wahrscheinlich über das Schicksal der Menschheit (und sehr viele unserer Mitbewohner hier) entscheiden wird: Wie gehen wir mit Macht um? Verlieren wir uns in dem Rausch, den „Macht“ uns macht oder lernen wir noch rechtzeitig, damit umzugehen? Auf eine Weise, die das Leben (Gott, den Kosmos …) heiligt?
Bing – nächste Runde [Jahr] … Viel Glück.
Das Kulthafte und Sektenartige des derzeitigen (umfassend verstandenen) Regimes fällt ins Auge. Aber ob es sich wirklich um einen Todeskult handelt? Die offiziellen Parolen in der Zeit des Coronismus lauteten ja „Leben retten“ (koste es, was es wolle) und heute, gegen die bösen Russen, heißen sie „Demokratie“, „Freiheit“ und „unsere Lebensweise“. Und dass die Leute panische Angst vor dem Todesvirus hatten, scheint auch klar. Kann man das dann einen Todeskult nennen? Vielleicht im Sinn eines total (staatlich, polizeilich, militärisch, digital, medizinisch) überwachten und verwalteten, also um seine Lebendigkeit gebrachten Lebens. Für mich eine offene Frage, und vermutlich eine der zentralen Fragen, um die Genese der real existierenden Dystopie der 2020er Jahre zu verstehen.
Der Verweis auf Gunnar Kaiser hat mich eben mal wieder zu seinem Buch mit dem Titel „Der Kult“ greifen lassen, welches sein Team mir damals sogar kostenlos zugesandt hatte. Es wird mit einem Zitat von Erich Fromm über den Ungehorsam eingeleitet. Im letzten Kapitel seines Buches, in dem Kaiser Mittel und Wege gegen den Kult beschreibt, bezieht er sich noch mehrmals auf Fromm und seinen Ruf nach Ungehorsam.
Leider haben viele nicht verstanden, dass wahrer Ungehorsam mehr bedeutet, als sich einer „Maske“, einer „Testung“ oder einer Spritze zu verweigern.
Ich würde gerne daran glauben, dass 2026 irgendetwas besser wird. Wird es aber nicht. Weil mir u. a. wieder Thomas Mann einfällt: „Euer Gehorsam ist grenzenlos, und er wird, dass ich es euch nur sage, von Tag zu Tag unverzeihlicher.“