(periphere Notate): „Das war eine Einschätzung meinerseits, vielen Dank.“

Die haarsträubende, atemraubende Arroganz, mit der sich manche Haupttäter der „Corona“-Verbrechen derzeit einer eingeschränkten Öffentlichkeit „stellen“ und ihre Taten nicht etwa rechtfertigen, sondern mit (gefühlt) herausgestreckter Zunge, gerecktem Mittelfinger und dem Untertitel „Na und, ihr Trottel! Selber schuld!“ dazu gewissermaßen „stehen“ – oder, wie die Rädelsführerin Buyx, immer noch meinen, sie redeten mit einem Kindergarten, den man mit ein paar spitzen Floskeln maßregeln kann –, läßt sich möglicherweise auf einen Effekt zurückführen, den man „durch Gewohnheit erloschenes Unrechtsbewußtsein“ nennen könnte und den manch einer aus der eigenen Kindheit kennt.

Oder nicht nur aus der Kindheit. Es geht ungefähr so: Man nimmt seinen ganzen Mut zusammen und läßt im Süßigkeitenladen ein Bonbon mitgehen, wird nicht erwischt, probiert es anderntags noch mal … und so weiter. Nach zwei Wochen hat man sich daran gewöhnt.

Wenn dann der Ladeninhaber doch mal am Eingang steht und die Schultasche kontrolliert, läuft man rot an wie eine Kirsche, gibt sich (oder ist) zerknirscht und verspricht, es nie wieder zu tun. Geht die Sache fünf Jahre lang gut, hat man die Angst verloren. Wenn der Ladeninhaber dann fragt: „Wie kommst du auf die Idee, du könntest hier einfach Süßigkeiten hinaustragen, ohne sie zu bezahlen?“, sagt man so was wie „Das war eine Einschätzung meinerseits, vielen Dank!“

Ein einigermaßen anständiger Mensch (sorry) händigt ihm dann wenigstens die soeben gezwickte Schokoladentafel aus, wenn schon sonst nichts weiter. Ein Mensch ohne jeden Restbestand an solchen Regungen schnarrt einen Satz mit „wir vom/als Ethikrat“, fügt unmittelbar verklausuliert hinzu, ein dummer Proll wie er habe von so etwas doch sowieso keine Ahnung, und schwört eventuelle Zeugen (denen er zuvor ein paar Bonbons spendiert hat) ein: „Ihr hängt da alle mit drin!“

Ich gestehe: Ich finde keine treffenden, passenden, angemessenen Worte für das Ausmaß an schäbiger Arroganz, verlogener Niedertracht und Selbstwahn, mit dem Alena Buyx derzeit in der sogenannten „Enquetekommission“ zu den „Corona“-Verbrechen auftritt. Es führt tatsächlich zu einer unbewußten und ungewollten Umdeutung der Geschichte: War Marie-Antoinette nicht irgendwie rührend und nett, als sie den hungernden Franzosen empfahl, Kuchen zu essen, wenn sie kein Brot hätten?

Untergehende Regimes neigen einerseits dazu, sich für die Ewigkeit zu glorifizieren, durch die Errichtung von Denkmälern, Triumphbögen, vollkommen überproportionierten Prachtbauten, die wegen plötzlichen Herrschaftsverlusts oft nicht oder so minderwertig fertiggestellt werden, daß ihre Wirkung ins Gegenteil umschlägt und den Verfall für alle Zeiten dokumentiert. Dies gilt jedoch nur dann, wenn bis zum Ende ein wenigstens rudimentärer, trotziger Glaube an die eigene Legitimität und Herrlichkeit übrig ist.

Ansonsten kommt es gelegentlich zu dem, was wir aus der NS-Geschichte als „Verbrannte Erde“ und „Nero-Befehle“ kennen: dem Versuch, alle Spuren des eigenen realen Wirkens zu tilgen – sei es weil die Nachwelt als „unwürdig“ betrachtet wird, den heiligen Geist des Regimes zu empfangen, oder weil man sich der begangenen Verbrechen und Untaten bewußt ist oder wird und eventuell auf ein strafloses Weiterleben, zumindest ein günstiges Gedenken hofft. Letzteres dürfte der Fall sein, wenn neuerdings ein SPD-Scherge (Name vergessen) öffentlich tönt, er werde im Falle einer Regierungsübernahme durch Nicht-Blockparteien sämtliche zugänglichen Belege für die Taten seines Regimes umgehend tilgen, löschen und beseitigen. Daß im Falle des ersehnten Krieges ein Totalzusammenbruch solche Straftaten von vornherein erledigen könnte, kommt solchen Kerlen offenbar gar nicht in den Sinn.

Mißverstandene Begriffe: Immer wieder war und ist in den letzten Jahren zu hören, die „Corona“-Sanktionen hätten „keine wissenschaftliche Grundlage“. Das stimmt nur insofern, als es epidemiologisch, medizinisch und so weiter keinerlei Anlaß und auch keine Rechtfertigung für die „Maßnahmen“ gab und gibt. Das war indes von Anfang an klar; kein ernsthafter Wissenschaftler hätte jemals behauptet, zur Vermeidung einer Grippewelle sei es nötig, das Lesen eines Buchs auf einer Parkbank zu verbieten, eine Ausgangssperre ab 22 oder wahlweise 21 oder 23 Uhr zu verhängen und Sonnenbadenden an der Isar zu befehlen, alle zehn Minuten aufzustehen und sich ein paar Meter weiter wieder hinzulegen („Verweilverbot“).

Dennoch hatten die skurrilen Zwangsmaßnahmen zweifellos eine Art von wissenschaftlicher Grundlage. Psychische Folter und psychologischer Terror gegen Individuen, Gruppen und ganze Bevölkerungen sind kein medizinisches Thema, sondern fallen in den Bereich der Massenpsychologie. Das Dauerbombardement mit Manipulation und Desinformation, die gezielte Bedeutungsumkehr von Begriffen wie „Solidarität“ und „körperliche Unversehrtheit“, die damit einhergingen, sind wiederum Gegenstand der politischen „Wissenschaft“, die keine solche, sondern eine Technik der Macht (und der Versklavung) ist.

Der mörderische Wahnsinn, der als Todeskult den Kern der NATO- und EU-Religion bildet, zeigt sich kaum irgendwo so deutlich wie in dem möglicherweise als Reklame gedachten Video „Foresight to Warfare“, das unlängst auf den offiziellen Kanälen der NATO erschien. Produziert hat das tatsächlich unglaubliche Machwerk übrigens Florence Gaub, die mit ihren zutiefst rassistischen Ausführungen in einer „Talkshow“, wo sie erläuterte, wodurch sich die russische Rasse von der europäischen Rasse unterscheidet (irgendwas mit der Haltung zu Tod und Blut), vom verblödeten Publikum weitgehend unbemerkt so was wie Fernsehgeschichte schrieb.

Es ist verständlich, daß sich die meisten Menschen weigern, zu begreifen, welch abgrundtief böse Ideologie sich hinter diesem Video und in den Köpfen dieser Menschen (nicht mehr) verbirgt. Zumal es anscheinend keinerlei Möglichkeit mehr gibt, sie noch aufzuhalten.

Der permanente, ewige Krieg wird, assistiert durch Gaubs Video, derzeit in einer Weise totalisiert, die sich den meisten erst (buchstäblich apokalyptisch) offenbaren wird, wenn auch an ihrer eigenen Rolle nichts mehr zu ändern ist: Jedes einzelne Exemplar der Gattung Mensch (im „Westen“) wird unter diesem Regime nicht mehr nur zum Soldaten, sondern zur Waffe, zur Bombe, zur Drohne. Es gibt kein privates, kein ziviles, überhaupt kein Leben mehr, sondern nur noch die entsicherte Existenz zum Zweck der Vernichtung des Feindes.

Die Auflösung der Nationalstaaten und ihrer föderalistischen Strukturen in einem auch kollektiv von unten nicht mehr kontrollierbaren, weil nicht überschaubaren, gar nicht erreichbaren Großregime (EU) war und ist eine wichtige Stufe der Vorbereitung auf diesen Krieg. Das bringt (Menschen wie) mich in ein Dilemma: Ich halte die Idee des modernen Nationalstaats europäischer Art für einen der fatalsten Einfälle der Geschichte. Allerdings sind Großreiche wie das „dritte“ und die „EU“ mit absoluter Sicherheit das Gegenteil einer Lösung dieses Problems; sie potenzieren es vielmehr.

Das Problem der deutschen Verfassung ist nicht so sehr, daß sie seit 2020 in einer Art Limbus-Zustand west – ähnlich wie die Weimarer Reichsverfassung von 1933 bis 1945. Sie krankt, dies ist banal, daran, daß die Bevölkerung, deren Staat sie „verfassen“ soll, weder an der Ausarbeitung noch an der Verabschiedung beteiligt war. Dieser Grundfehler reproduziert sich bis heute, und das Ausmaß nimmt stetig zu: Es wird von „zeitgeistigen“ Interessensgruppen mittels Herrschaftsmacht immer wieder und immer mehr Partikulares hineingeschrieben, was keine Bedeutung für die gesamte Bevölkerung hat beziehungsweise deren Interessen entgegensteht und zuwiderläuft.

Das Ziel ist einerseits die Sicherung von Pfründen, Privilegien und Profitquellen einer mächtigen Schicht oder Klasse – des neofeudalen Hyperadels –, zweitens die Tilgung des eigentlichen „Gedankens“ (oder der „Idee“) einer Verfassung – die zunehmend nicht mehr den Staat „verfaßt“ (also gegenüber dem Bürger und dessen Wohl in Verantwortung setzt), sondern umgekehrt den Bürger den Zwecken und Zielen einer „Elite“ unterwirft und verpflichtet. (Es gab gerade noch ein „drittens“, das mir leider entfallen ist.)

So oder so bleibt ein Satz aus dem Gestammel einer extremen Verfassungsfeindin in der oben erwähnten „Enquetekommission“ (hoffentlich) im Gedächtnis: Die Aufarbeitung der „Corona“-Verbrechen müsse dazu dienen, nicht etwa begangene Straftaten „aufzuarbeiten, sondern als Vorbereitung für zukünftige „Pandemien“ darüber zu entscheiden, „wie viel Freiheit wir gewähren wollen“ (Zitat aus dem Gedächtnis). Da ist er wieder: Marie-Antoinettes Kuchen, aber nicht nur er – es ist ein exaktes Abbild der Ideologie von Hitler, Goebbels und Himmler, das hier zu Tage tritt.

Ich weiß leider nicht mehr, von wem ich das Zitat habe: „Jedes Denken ist eine Linksabweichung.“ In komplett gleichgerichteten „Gesellschaften“ kriegt das eine etwas neue Bedeutung. Es kitzelt auch ein bisserl, einsehen zu müssen, daß die vermeintlich bis selbsternannt „linken“ Protagonisten vermeintlicher Protestbewegungen und ihre usurpatorischen „Erben“, die Jahrzehnte später im Gleichschritt mit einem menschenverachtenden Regime marschieren und sich mit eindeutigen Nazis verbünden, in einem Ausmaß konformistisch, ungebildet, angepaßt und blöd sind, daß man fast stolz sein könnte, als „rechts“ beschimpft zu werden. Wenn es halt nicht so blöd und (nostalgisch) beleidigend wäre.

David Bowie 1980: „To be insulted by these fascists is so degrading.“ Nichts, gar nichts haben wir damals geahnt.


9 Antworten auf „(periphere Notate): „Das war eine Einschätzung meinerseits, vielen Dank.““

  1. man kann nachlesen, daß die Marie-Antoinette in der letzten Phase ihres Lebens ins Nachdenken über ihre zuvor eingenommene Haltung kam und sogar noch Verständnis für den nach Brot schreienden Pöbel entwickelt haben soll…… das menschlichste an den Büxbildern ist jeweils der Fenstergriff. Gruß aus der Taiga

    1. Eigentlich ist die Geschichte mit dem Kuchen eine Erfindung ihrer Feinde. Sie wurde immer wieder verleumdet und beleidigt. Die Propaganda gegen Marie-Antoinette erinnert sehr an die mediatische Verfolgung von Quedenkern, die Dämonisierung Putins usw.

  2. Lieber Michael Sailer,
    ich möchte mich einmal bedanken für Deine Texte, Deine Art zu denken, Deinen Witz, Deine Schärfe , Deinen Humor und Deine Wut.
    Das Buch Notate 2020/2021 habe ich im Bett gelesen und immer wieder laut gelacht.
    Ich bin immer noch etwas vorsichtig mit meinen Zeitgenossen, die so ungebremst mitlaufen und sehr empfindlich sind, wenn man etwa kritisch ist. Du zeigst mir, dass ich mich zeigen muss.
    Ika

  3. Als die Bundesregierung den sogenannten Ethikrat einsetzte und mit eigenem Personal bestückte, da war mir recht schnell klar, dass das nur eine Abnickanstalt war, um dem Volk die Aktionen des Staates über Bande zu legitimieren.
    Frau Buyx hat ihren Job nun glücklicherweise so gut und gründlich gemacht, dass jeder mit Verstand das auch erkennen kann.

  4. Das „Foresight to Warfare“-Video und die Autorenschaft von der Gaub waren mir auch aufgefallen. Die sind echt verrückt!
    Ich schliesse ich mich Esch Ika an: die verzweifelte Schärfe deiner Texte ist ein Genuß und ein Tritt in den Hintern gleichzeitig. 🙂

  5. Lieber Michael Sailer,

    Du schreibst: „Ich gestehe: Ich finde keine treffenden, passenden, angemessenen Worte für das Ausmaß an schäbiger Arroganz, verlogener Niedertracht und Selbstwahn, mit dem Alena Buyx derzeit in der sogenannten ‚Enquetekommission‘ zu den „Corona“-Verbrechen auftritt.“ Dem kann ich mich nur anschließen; mir hat’s spätestens seit Corona schlichtweg die Sprache verschlagen. Ich bin nur noch fassungslos ob solcher Arroganz und Bösartigkeit. Vor einiger Zeit ist mir mal wieder Kurt Tucholsky in die Hände gefallen: „Denn dies eben heißt Verkommenheit: nicht mehr fühlen, wie tief man gesunken ist.“
    Ganz herzlichen Dank, lieber Herr Sailer, für Ihre tollen Analysen und Videobeiträge. Ohne diese wäre das ohnehin schon freud- und hoffnungslose Leben, noch um einiges freud- und hoffnungsloser.

    Friedhelm Wolff

  6. Puh, die Bildergalerie diesmal ne echte Härteprobe … man muss beim Lesen ständig einem streng wissenschaftlich gebügelten Lippenstiftgesicht ins Auge blicken, das wohl ein Synonym von dem ist, was Hannah Arendt als „Banalität des Bösen“ bezeichnet hat. Heute unzählige Male geklont, auch unter normalen Netflixbürgern, also eigentlich nicht wert, es in der Impfbuyxe zu personifizieren.

    Dennoch … echt nur für Leser mit Nerven aus Drahtseilen.

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