Wenn man sich die Inszenierung der Trauerfeier für Charlie Kirk auch nur peripher, nebenbei oder sekundenweise anschaut und den Fehler macht, die höchstentflammte Arie zu überfliegen, die Deutschlands oberster Kitschprediger der emotionalen Pseudopolitik (Julian Reichelt) dazu trällert, möchte man vermuten, es werde demnächst zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte ein Toter zum Kaiser erkoren. Das hat, wie jeder Kitsch, etwas Ranziges, und vor allem projiziert es das durchaus üble Beibild eines soeben entgleisten Zuges, auf den so viele Trittbrettfahrer aufspringen, daß der Zug selbst überhaupt nicht mehr zu sehen ist im bunten Massenmeer der Winkenden, Brüllenden und Jodelnden.

Das meine ich in keiner Weise despektierlich (außer vielleicht in einer). Charlie Kirk selbst – den vermutlich ebenso wie ich neunundneunzig Prozent der Deutschen, die nun kaskadenartig über ihn babbeln, vor seiner Ermordung nicht kannten – kann dafür ja nichts, und all jene, die ihn nun als Projektionsfläche der Hoffnung auf eine vermeintliche Versöhnung, ein „Unterhaken“ der „Gemeinschaft“ mißbrauchen, tun nichts wesentlich anderes als das Kitschtheater, das das deutsche Regime unter Scholz aufführte, zu wiederholen, diesmal eben mit einer positiv aufgeladenen (Kirk) statt einer negativ aufgeladenen (Putin) Galionsfigur der „einenden“ Erregung.

Daß im Gegensatz zu anderen Gewalt- und Mordereignissen ähnlicher medialer Dimension und trotz widerwärtigen Kommentaren (aus dem sehr fernen Off) von widerwärtigen teutschen Regimeschranzen wie Florian Schroeder (den in den USA zum Glück absolut niemand kennt) die bürgerkriegsähnlichen Umtriebe diesmal offenbar ausbleiben, finde ich erfreulich. Erstaunlich finde ich aber, daß ausgerechnet die völlig verbiesterte, hysterisierte Kerngruppe des düsteren „Gegen rechts!“-Schwarms – die einerseits mit der wirren Lüge hausieren geht, es handle sich bei dem mutmaßlichen Mörder um einen „Rechtsextremen“, andererseits aber nicht umgehend Fackelzüge und Aufmärsche „gegen rechts“ inszeniert – sich darüber überhaupt nicht freuen kann. Im Gegenteil scheint man sich in diesem Sumpfloch erst recht zu ärgern und regelrecht zu entsetzen, weil Kirks Anhänger (was auch immer sie jeweils motiviert) eben nicht reziprok so reagieren wie man selbst auf ein frei erdichtetes „Wannsee-Geheimtreffen“. Das erinnert an plärrende Kinder in einem Sandkasten, die niemand beachtet, während sie in einer grotesken Parodie auf Oskar Maria Graf kreischen: „Haßt! Uns! Endlich! Cancelt! Uns!“ Man möchte sich fast fragen, ob die sich überhaupt noch über irgend etwas freuen können, wenn man die Antwort nicht schon wüßte.

Aber nö: Hassen kann man so einen erbärmlichen Kindergarten irgendwie nicht, Gott sei Dank. Und canceln können wir sie ja nicht, weil uns der „öffentlich-rechtliche“ Saftladen, in dem sie ihr Unwesen treiben, nun mal nicht gehört und wir weder Interesse daran noch Einfluß darauf haben. Tut, was immer ihr wollt.

Drum hagelt es jetzt aus allen Bleiwolken die immer gleichen Sprüche, da habe einer „Schwule steinigen“ wollen und sei „rassistisch“, „homophob“, „sexistisch“, „abscheulich“, „menschenfeindlich“ und was weiß ich noch alles gewesen. Leider sind diese Auswürfe der Beschimpfungsgebetsmühlen so einfallslos, daß man gar nicht mehr darauf eingehen kann, nachdem sie fünf Minuten nach dem Erstausstoß entlarvt waren und sowieso seit spätestens 2020 jedem Zaunpfahl hinterhergeschmissen werden. Ich meine: Es gibt hunderte Stunden an Diskussionen und Vorträgen von Charlie Kirk – wieso macht man sich, wenn man schon unbedingt seinen Geist bannen will, nicht wenigstens die Mühe, das mal durchzuarbeiten und daraus einen Vorwurf zu konstruieren, der weiter trägt als zwei Zentimeter über den Schatten der billigsten Lügen hinaus? Mir ist der Aufwand ehrlich gesagt zu viel, aber ich habe auch kein Interesse daran, Kirk zu „demaskieren“, zu diffamieren oder zum Heiligen zu erheben.

Es gibt ja noch andere Dinge, nicht wahr? Zum Beispiel treibt das EUropäische Regime seine Bemühungen um weitere Eskalation des Kriegs gegen Rußland im Schatten der allgemeinen Raserei weitestgehend bis total unbehelligt und ungehindert weiter. Ungeschickt zwar – auch der neueste Sender-Gleiwitz-Quatsch mit den russischen Kampfjets, die angeblich im Fußgängertempo eine winzige Insel überquerten, dadurch angeblich eine Drei- oder Zwölfmeilen- oder sonst eine -Zone „verletzten“ und deswegen beim nächsten solchen Vorfall abgeschossen werden müßten, erwies sich binnen weniger Minuten als kasperlesker Schuß in den Ofen. Das zeigt aber lediglich die Dummheit der EUropäischen Führer, deren stur- und holzköpfige Beharrlichkeit andererseits unbestreitbar ist. Die werden ein solches Deppentheater nach dem anderen aufführen, bis irgendwann irgendwas doch noch verfängt und sie endlich losschlagen dürfen.

Ich weise mal vorsichtig darauf hin, daß wir eine ähnliche Situation wie heute in Europa schon mal hatten: ab 1936 in Spanien. Auch damals hat eine „paneuropäische Koalition“ der „Willigen“ sich gefunden, um ihre Weltordnung durchzusetzen. Generalissimo Franco gewann, aber gesiegt hat er nicht; 1976 war der Spuk vorbei. Die Schießbudenfigur Generalissimo Selenskij – sage ich mal – wird sich keine vierzig Jahre halten, und wer Boris Pistolerius und Johann Whatafool waren, wissen dann höchstens noch ein paar Nerds der „alternativen“ Historiographie.

Allerdings folgte dem faschistischen Exempel damals der große Krieg, die Einigung Europas zur ersten „Europäischen Union“ und der Angriff gegen „Rußland“ (die UdSSR). Das ist halt jetzt die Frage: ob der EUropäische und insbesondere deutsche Faschistennachwuchs den Angriff ein zweites Mal wagen will, auch ohne vorherigen Sieg im national begrenzten Bürgerkrieg (oder gerade weil dieser anders nicht gelingen kann als durch den großen Krieg nach außen)?

Dagegen spricht eine auf den ersten Blick paradoxe Tatsache: Damals war die UdSSR der EUropäischen Wehrmacht in jeder Hinsicht nominell überlegen, der Angriff ein echtes Risiko. Heute ist die EUropäische Wehrmacht selbst ohne die USA der russischen Armee in allen „konventionellen“ Belangen überlegen, was sogar regimetreue GONGOs zähneknirschend eingestehen müssen (und umgehend vernebeln, weil sich ohne eine Ebenbürtigkeit des Feindes eine Eskalation der eigenen Aufrüstung kaum rechtfertigen läßt). Was also hält das EUropäische Reich zurück, Rußland zu vernichten? Manche meinen, das seien die Atomwaffen, die Europa oder wenigstens Deutschland in eine auf Jahrtausende unbewohnbare Wüste verwandeln werden, wenn es so weit kommt. Den USA als Führungsmacht des Imperiums war das bekanntlich egal. Drücken die EUropäischen Führer nun plötzlich irgendwelche Skrupel in dieser Hinsicht?

Da muß man vielleicht fragen, was das EUropäische Reich mit dem nächsten Vernichtungsangriff gegen Rußland denn erreichen wollte. Was hätten die Oligarchen und Konzerne von einem verwüsteten Kontinent, in dem sie dann die „Sieger“ wären? Kann man diesen Müllhaufen hinterher noch irgendwie wirtschaftlich verwerten, zumal ohne Bevölkerung, die ja weitgehend ausgerottet beziehungsweise – um den „Bild“-Propagandalandser Ronzheimer zu zitieren – „zu Dünger verarbeitet“ wäre? Will das solcherart gedüngte, hochgradig radioaktive Getreide dann noch irgendwer auf der Welt fressen? Wozu Häuser bauen und Strom produzieren für eine Industrie und für Menschen, die es gar nicht mehr gibt?

Ich vermute (annähernd): Nein, die wollen nur so viel Geld wie möglich aus der heißlaufenden Waffenindustrie herausleiern, um sich dann irgendwann einem neuen Gebiet (vielleicht mal wieder der Pharmaindustrie? mit einer neuen „Pandemie“?) zuzuwenden. Das Problem dabei ist – das kennen wir aus den Jahren 1933 bis 1945: Wenn die Waffen mal da und eingelagert sind, haben sie keinerlei Wert mehr, wenn man sie nicht benützt. Das derzeit wie 1933 bis 1939 praktizierte „Wirtschaftswunder“ scheitert daran, daß dabei nichts produziert wird, was irgend jemand brauchen könnte. Und dann muß es halt knallen, damit das Wachstum weitergehen kann. Das sind, um Gerhard Schröder zu zitieren, „Sachzwänge“.

Das Rätsel, weshalb das deutsche Regime Unmengen an Steuergeld in den Ankauf von Panzern stopft, die für den geplanten Krieg gegen Rußland nicht oder höchstens sehr eingeschränkt zu gebrauchen sind, nähert sich sozusagen einer öffentlichen Lösung. Der sogenannte Bundeskanzler gibt einen entscheidenden Hinweis: „Die Trennung von Außen-, Sicherheits- und Innenpolitik ist überholt“, tippte er in ein „soziales Medium“ und machte damit öffentlich, was manche schon länger vermuten: Es geht – wohl in erster Linie – um Aufstandsbekämpfung, um Niederschlagung des erwarteten Widerstands gegen eine „Politik“, die sich in brutalster Weise gegen die eigene Bevölkerung richtet und sich weiterhin zügig brutalisieren wird.

„Rußland“, schob der Kerl als „Erklärung“ hinterher, wolle „unsere freien Gesellschaften schleichend destabilisieren“. Womit „Rußland“ endgültig (mal wieder) auch als der berühmte Feind im eigenen Land identifiziert wäre, den es vorrangig zu bekämpfen gilt. Bevor die ersten Brunnen vergiftet werden. Diese experimentelle Umstülpung des alten Antisemitismus könnte in ihrer vernagelten Unbeholfenheit lustig sein, wenn sie nicht unter historischem Aspekt so widerlich wäre.

Aus einer anderen Ecke geht es in die gleiche Richtung: Seit längerem fragt sich mancher, woher die überbordende Zahl „registrierter“ „rechter“ Straftaten kommt, mit der die geheime Staatspolizei alljährlich auftrumpft und die als Begründung für stetig steigende Millionenzahlungen an zwielichtige GONGO-Netzwerke wie „Demokratie leben“ herhalten muß. Die Polizei Sachsen-Anhalt lüftet das Geheimnis: Dort wurde mal wieder ein Büro eines AfD-Landtagsabgeordneten überfallen, verwüstet und mit einem Hakenkreuz „dekoriert“. Bei diesem Vorgang, sagt die Polizei, handle es sich selbstverständlich um einen „rechtsmotivierten“ Anschlag, der so auch in die Statistik eingehe. Und selbstverständlich „entspricht diese Zuordnung der gängigen Praxis“. Es bleibt die Frage, wieso es da kein „Gleichgewicht“ zwischen „rechts“ und „links“ gibt, aber die ist leicht zu beantworten: Was müßte man denn auf ein Büro der „Linken“ oder des BSW draufschmieren, damit die Sache als „linksmotiviert“ durchginge?

Ich entnehme diese Geschichte einer Zeitungsmeldung, die mit dem Autorenkürzel „H. H.“ unterzeichnet ist. Moment mal: Autorenkürzel? „HH“ ist – auch in der Numerisierung als „88“ – einer der bekanntesten „Codes“ der „Rechten“, nicht wahr? Und zack – haben wir schon wieder einen „rechtsmotivierten“ „Fall“.

Ein Nachgedanke zur „Kirk-Affäre“ der deutschen Regimemedien, die zwischenzeitlich ja eher als „Hayali-Affäre“ verkauft und wahrgenommen wurde: Ich bin sehr dagegen, Menschen zu beschimpfen und zu bedrohen. Aber nachdem ich wegen „Corona“ vier Jahre lang beschimpft und bedroht und „gecancelt“ wurde, muß ich die Kollegin bei aller Nachsicht mal wieder auf eine Grundregel des Journalismus hinweisen: Vokabeln wie „abscheulich, rassistisch, sexistisch und menschenfeindlich“ können und dürfen nicht Teil einer Nachrichtenmeldung über die Ermordung eines Menschen sein. Ich biete dazu einen Vergleich: Hätte Karl-Heinz Köpcke, Werner Veigel oder wer auch immer im September 1977 in der „Tagesschau“ oder „Heute“ gemeldet: „Hans Martin Schleyer ist tot aufgefunden worden. Daß es nun Gruppen gibt, die seinen Tod feiern, ist mit nichts zu rechtfertigen, auch nicht damit, daß er eine abscheuliche, rassistische, sexistische und menschenfeindliche Nazi-SS-Drecksau gewesen ist.“

Was wäre da wohl losgewesen, hm?

(Und bei Schleyer hätte das ja zumindest teilweise sogar gestimmt. Allein die Tatsache, daß das in diesem oder einem solchen Moment nichts ausmacht, ist heute offenbar nicht mehr zu vermitteln.)

All der Hass droht sich nur deshalb in einem äußeren Kriegsgeschehen zu entladen (der dann vermutlich auch der letzte wäre), weil wir es scheuen, den inneren Kampf aufzunehmen: Mit all den Lügen, Manipulationen und Illusionen, mit denen wir von Kindheit an vollgefüllt wurden, sowie mit unseren Charaktermängeln.
Wenn wir mit diesen endlich den Kampf aufnehmen, hätten wir alle Hände voll zu tun (es wimmelt im eigenen Inneren nur so vor Feinden), dann bräuchte man diesen Kampf nicht nach außen projizieren.
ich glaube, dass das, was Deutschland bzw ganz Mitteleuropa so negativ auszeichnet, nicht Hass ist. Zu solchen Gefühlen sind diese leeren Schläuche gar nicht mehr fähig. Das dürfte Gleichgültigkeit, besser Gefühllosigkeit sein, was das Leben dort so unwert macht