(periphere Notate): Absolute Nullen an die Front!

Der deutsche Nachwuchs ist nun wieder kriegsdienstpflichtig, wobei das „wieder“ weiter zurückreicht, als die meisten meinen. Achtzig Jahre lang mußten (!) Deutsche ja nicht wirklich andere Menschen ermorden und sich ermorden lassen, wenn es ihr Regime befiehlt. Das sollen sie jetzt dann aber doch, ab 2029, wenn der Trumpel-Bremsschuh weg ist und die Neocons wieder das Ruder ergreifen und jeder Schuß einen Ruß ergeben soll. Interessant daran ist die nacktschneckenmäßige Windelweichigkeit, mit der auch dieser Schritt in den Weltkrieg verbrämt wird. Nämlich soll die Pflicht „zunächst“ „freiwillig“ sein, also ein Zwang, dem man sich nur fügen muß, wenn man mag und nicht quer oder unsolidarisch denkt oder so.

Es klappert aber selbstverständlich die Hintertür: Wenn auf diese Weise nicht genug Schlachtvieh zusammenkommt, dann wird die freiwillige „Pflicht“ ein echter Zwang, weil eine Front ohne tötungs- und sterbewilliges Kanonenfutter halt keine Front ist. Lustig finde ich daran, daß niemand das Muster des neuen deutschen Totalitarismus erkennt. Es ist ja noch nicht lange her, daß Nosferatu Lallerbach in seiner massenmörderischen Regimefunktion verkündete, die gentechnische Spritzung erfolge auch unter einer „Impfpflicht“ „freiwillig“. Und wer erinnert sich noch dran?

Die Kulturtechnik des Differenzierens ist seit langer Zeit am Schwinden. Einen besonderen Schub zu ihrer Ausrottung gab vielleicht noch nicht die Gründung der Nationalstaaten, aber sicherlich deren Ausbau zum symbolüberladenen Fetisch. Seitdem muß alles, was in einem Land geschieht oder in dessen Sprache verhandelt wird, unbedingt der „Nation“ zugerechnet werden, neuerdings noch weiter zugespitzt zur Leitperson („Putin“). Wie absurd das ist, merkt man, wenn man einen Menschen jüdischen Glaubens mit äthiopischen Wurzeln nach seiner Einbürgerung zum Deutschen auffordert, er möge nun gefälligst seine Nazivergangenheit „aufarbeiten“.

Binsenweisheiten, die zu wiederholen sich im Grunde nicht lohnt, weil solches Verhalten so tief in den Exemplaren wenigstens des „westlichen“ Homo sapiens verwurzelt ist, daß es wahrscheinlich auch nicht mehr wirklich bewußt gemacht werden kann. Ein eklatantes Beispiel ist die derzeit übliche Vorgehensweise, das Handeln der IDF (Israel Defence Forces) in Gaza nicht nur „Israel“ (also wahlweise der Nation, dem Land, der dortigen Regierung und/oder seinen Bewohnern) zuzuschreiben, sondern das auszuweiten auf Angehörige der jüdischen Religion (vollkommen egal, ob einer diese praktiziert oder nicht), weil Israel doch der Staat der Juden sei, gelt?

Das immerhin darf noch als Sonderfall durchgehen. Sogenannte Rußlanddeutsche gelten wohl momentan noch nicht per se als „Putins Schergen“ oder ähnliches und müssen sich nicht entsprechend „verantworten“ oder „bekennen“. Bei Juden ist dies anders: Die sind nun alle Netanjahu beziehungsweise die Bombe, die auf ein Krankenhaus fällt, und wenn sie tausende Kilometer von Israel entfernt leben, dieses Land noch nie betreten haben und womöglich (es gibt ja vieles) nicht einmal wissen, wo es liegt und daß es existiert, dann sind sie selber schuld.

Ich bin mir nicht sicher, ob der Antisemitismus eine unbedingt von anderen Ausprägungen des Rassismus unterscheidbare Sonderform mit ganz eigenen Zügen darstellt, aber was in dieser Hinsicht derzeit zu beobachten ist, könnte hierfür ein Argument sein. (Wobei hinzukommt, daß er in nicht geringem Maß von Menschen ausgeübt wird, die der Völkerkundler als Semiten bezeichnen täte, aber dies nur am absurden Rande.)

Zu Robert Habbels: Ich fand sein wirres Geknödel und Gestammel von Anfang an (seit ich ihn das erste Mal sehen und hören mußte) unerträglich, ebenso wie seine eklatante Dummheit, vor allem in Verbindung mit der extremen Überheblichkeit, Eingebildetheit, Arroganz und Aggressivität. Vielleicht nennt man das Narzißmus, allerdings in einer Art Amateurversion, was sein Gebrabbel allzu plakativ zur Schau stellte.

Und dazu paßt dann auch seine schwarze Phantasie, die vielleicht eine Art unbewußte Rache für die intellektuelle Leere ist. Er „mußte“ immer wieder zu Dingen sich äußern, auch schriftlich, die er nicht im Ansatz begriff, und das hat ihn wohl so wütend und zugleich so unsicher gemacht. Ein wirklich durch und durch unangenehmer Mensch. Ich habe einige ähnliche Exemplare kennengelernt, aber kein so übersteigertes (was freilich auch mit dem Erfolg zu tun haben mag, den er unvermittelt und wohl auch für ihn überraschend hatte, was ihn mit seinem unbewußten Vorbild AH verbindet).

„Es genügt nicht, sich keinen Gedanken machen zu können; man muß auch unfähig sein, ihn auszudrücken.“ (Ich weiß, Karl Kraus hat das anders gesagt.)

Daß der Kerl jetzt total überraschend auf sein Bundestagsmandat „verzichtet“ (und damit die „Demokratie“ selbst in ihrer rudimentärsten Form ad absurdum führt – „Hey, wenn ich nicht Führer sein darf, dann bockt mich das nicht, Leute!“), nachdem bereits vor vier Monaten eine „Petition“ kursierte, die ihn von diesem „Verzicht“ abbringen wollte, darf als Marketing verbucht werden. Und als noch eine Erinnerung daran, daß sich mittlerweile offenbar niemand mehr in diesem Land an irgendwas erinnert, was länger als zwei Tage zurückliegt. Oder es ging darum, endlich doch noch die damals offenbar noch nicht ganz fertig zusammengeschwurbelten Heulhuldigungen der Regimepresse in die „Massen“ ihrer verbliebenen fünfzehn Leser knallen zu können. Wobei die (die Nachrufe) in ihrer haarsträubend peinlichen Speichel- und Arschleckerei befürchten lassen, daß sich der „letzte echte deutsche Denker“ (SZ, vermeintlich ironisch) bald doch noch mal überreden läßt, die fürchterliche Pein des Führungsamts zu übernehmen und dafür Müsli mit Wasser zu mampfen.

Vielleicht läßt sich das verhindern. Weil zu befürchten ist, daß wir dann zusätzlich zu Habbels eigenem Gebrabbel auch noch täglich „nicht daran vorbeikommen“, mitzukriegen, wie die absolute Null des deutschen Pseudojournalismus, Ulf Poschardt, sich in „die Medien“ hineindengelt, um festzustellen, Habbels sei (da hat er recht) eine „absolute Null“, aber „sehr nett“ und „unterhaltsam“ (oder so ähnlich; ich verweigere ein zweites Anhören seines Gequassels auf irgendeinem „Podium“).

Der „Focus“ meldet: „Ein fleischfreier Tag pro Woche spart mehr Wasser als 1,5 Jahre tägliches Duschen.“ Das finde ich interessant. Allerdings überfordert mich der Versuch, auszurechnen, wie viel Wasser ich dadurch „gespart“ habe, daß ich seit bald fünfzig Jahren so gut wie täglich dusche (außer im Winter). Und wo dieses Wasser denn hingespart worden ist, wüßte ich auch sehr gerne.

Etwas namens „Katapult“ wiederum meldet: „So viel Wald müßten wir pflanzen, damit die Welt CO2-neutral wird“, und zeigt dazu ein Bild mit einem schwarzen Quadrat in Asien. Der Unbedarfte meint: Man könnte auch aufhören, Wälder abzuholzen, um Windräder aufzustellen. Okay, oder man pflanzt einen quadratischen Wald zwischen Sibirien und Indien und vor allem im Himalaya. Das geht freilich auch. (Und der etwas Bedarftere grummelt: Wer noch mal „CO2-neutral“ sagt, kriegt eine Watschen wegen unerträglicher Dummheit.)

Daß es irgendwann einen Untersuchungsausschuß geben muß und wird, der die „Corona“-Verbrechen zumindest so weit aufklärt, daß einige der Haupttäter hinter dicken Mauern verschwinden und nie mehr jemandem derart schaden können, halte ich für selbstverständlich, auch wenn ich ahne, daß das noch bis nach dem Krieg und dessen Aufarbeitung dauern mag. Einstweilen schwindeln sich die Täter und Mittäter mit einer „Enquete-Kommission“ einige Zeit lang durch und hoffen, das große Bomben und Sterben werde den Leuten dieses Menschheitsverbrechen weniger interessant erscheinen lassen. Damit da nichts schiefgeht, tönt die „Obfrau“ (ist das eine Frage?) selbiger Kommission, eine Mechthild Wittmann von der CSU: „Für mich ist es klar, daß die Corona-Enquete-Kommission nicht zu einem verkappten Untersuchungsausschuß umgenutzt werden darf.“

„Umgenutzt“, freilich. Es soll also palavert werden, und es soll so palavert werden, daß selbst Drosten, Spahn, Lauterbach et al. ihr Geschwurbel und ihre krausen Lügen noch einmal absondern dürfen, ohne sofort verhaftet zu werden. Wer Frau Wittmann ist, muß man nicht wissen. Immerhin dürfen die Täter sicher sein, daß Frau Wittmann in Treue fest an ihrer Seite steht. Am 9. März 2022 nämlich äußerte sie folgendes:

„Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion schlägt daher einen behutsamen (sic!), aber handlungsfähigen (sic!) Gesetzentwurf vor, der eine mögliche allgemeine Impfpflicht vorbereitet, die im Fall einer gefährlichen und hochansteckenden Mutation mit entsprechender Hospitalisierung umgehend umgesetzt werden kann. Tatsache ist, daß die Impfungen – zu der (sic!) sich eine schweigende (sic!) Vielzahl von Menschen bereitgefunden hat – aus Sicht der Impfgegner unter Inkaufnahme von Risiken und Unsicherheiten – den überwältigenden Teil derer vor schweren Verläufen, Long-Covid und vermutlich sogar auch einige Menschen vor dem Tod bewahrt hat. Es kann weiterhin nicht sein, daß Ungeimpfte durch weit überdurchschnittliche Hospitalisierung und schwere Verläufe insbesondere unser Gesundheitspersonal, aber auch vulnerable Gruppen in Gefahr bringen und in der Folge auch nicht-Covid-korrelierte Erkrankte in Mitleidenschaft ziehen. Daher muß mit einer möglichen Impfpflicht ein Impfregister einhergehen, um eine sachgerechte Umsetzung und damit den Schutz unserer Bevölkerung bewirken zu können. Nach meiner Ansicht gibt es keinerlei Anlaß für eine Untersuchung aufgrund von Behauptungen, die von einem einzelnen Physiker gegen den profilierten Mediziner und Virologen Christian Drosten erhoben werden. Im übrigen ist die Formulierung der Aussagen des Roland Wiesendanger in sich gar nicht logisch: Selbst wenn das Virus seinen Ursprung in einem Labor in Wuhan hat – was nicht erwiesen ist –, ist eine Erstübertragung an den Menschen durch ein tierisches Lebewesen ebenfalls möglich. Ich kann als Juristin nur sehr eindringlich warnen, Behauptungen in die Welt zu setzen – insbesondere gegen Mitmenschen – wenn dafür keine belastbaren Nachweise vorliegen. Dies sollten wir in unserem Miteinander nicht nur auf wissenschaftlicher und politischer Ebene stets beachten.“

Ja, laßt uns mal untereinander ein bisserl quatschen, unter uns Mördern, Menschenverächtern und Vollidioten. Was kümmert’s uns, wenn die Leugner und die Opfer das für nicht ganz hinreichend halten?


14 Antworten auf „(periphere Notate): Absolute Nullen an die Front!“

  1. bezüglich dieser „Flamingo“ Marschflugkörper….. „Bumm!!“ hat´s gemacht. Dann war diese Fabrik in der Ukraine, in welche 5 Milliarden Euro aus Deutschland gesteckt waren, eine Ruine….
    Da hätte man einer Million Ukrainern je 5000.- Euro schenken können. Und die hätten sich die Busreisen im Flixbus erspart, um das Geld hier abzuholen. So wurde der Treibstoff für 20000 Autobusse von Kiew nach Deutschland sinnlos in die Luft geblasen wie eben die Flamingofabrik auch.. und: ich habe nach 43 Jahren fleischlos ein Wasserguthaben von 23 000Jahren…..Tsss tsss tsss…

  2. Man würde ihnen ja wünschen dass sie tot umfallen und zur Hölle fahren – aber es wachsen ja genau solche nach.

    Ich mag auch nicht die ganze schöne Spezies mit all ihrem Potenzial, mit ihrer Liebesfähigkeit, Empathie , Witz und Kreativität verdammen nur weil das Böse immer gewinnt.

  3. Sehr ernst gemeinte Nachfrage: Wo beobachtest du denn diese – fraglos antisemitische Gleichsetzung von Judentum und Netanjahu-Regime? Mir sind sie noch nicht begegnet, diese Judenhasser. Nicht bei den hiesigen palästinasolidarischen Kundgebungen (bei denen regelmäßig auch Juden sprechen und die willkommensten sind), nicht in meiner – zugegeben immer kleiner werdenden Social Blase – in der so viele jüdische, auch israelische Kritiker Schlaues schreiben und anerkannt werden.
    Vielleicht übersehe ich etwas? Fragt sich und dich eine halbsemitische Idiotin.

    1. Das kann und darf man selbstverständlich nicht verallgemeinern, wie alles, wie immer. Ich habe jedoch gehört (Obacht! Hörensagen), daß Juden in Deutschland, insbesondere wenn sie öffentlich tätig sind, in steigendem Ausmaß von Beschimpfungen und Drohungen betroffen sind, die sich auf Gaza und Netanjahu beziehen, für den sie ja irgendwie verantwortlich seien … Bei Kundgebungen wird man davon gar nichts oder nicht viel bemerken, in kritischen intellektuellen „Social-Blasen“ auch nicht, naturgemäß, das haben solche Dinge an sich … Es ist ja nicht jeder so frech und exhibitionistisch wie ich und haut die Schmähungen, Beleidigungen und Drohungen, die er so kriegt, in die Öffentlichkeit hinaus (und daß du eine Idiotin bist, kann ich mir nicht vorstellen).

    2. Ich war selbst auf drei Palestina Veranstaltungen und kann bestätigen, dass dort niemals von einem Gegensatz von Juden und Nichtjuden die Rede war.

      Diese Veranstaltungen haben auch nach meiner Wahrnehmung nichts mit dem deutschen Stammbaum- und Arier-Rassismus zu tun.

      Was man schon oft hört ist der Ruf „Free Palestine“, für den ich Verständnis habe, der aber für mich der Grund ist, dass ich an diesen Veranstaltungen nicht mehr teilnehme. Denn er signalisiert schon einen Wunsch nach Abgrenzung von den jüdischen Israelis. Dieser Wunsch nach Abgrenzung ist offensichtlich auf beiden Seiten vorhanden und Ergebnis des jahrelangen Krieges.

      Aber es kann nicht funktionieren, wenn man räumlich so dicht beieinander ist wie die Palestinenser und die Israelis.

  4. Einverstanden, verallgemeinern will ich auch nicht. Auch sollte wegen mir überhaupt niemand beschimpft und noch weniger bedroht werden (na gut, schlechtes Tun verdient Schimpfe; Herkunft/Religionszugehörigkeit bestimmt nicht). Aber für Hörensagen (=GERAUNE?) hab ich nicht genug Lebenszeit. Schreib gern wenn dir was Konkretes begegnet (dann pfeif ich meine Moslembrüder zurück…blöder Scherz).
    Und interessant, dass du meinst bei Kundgebungen etc käme so etwas „naturgemäß“ nicht vor; in meiner Wahrnehmung werden gerade diese (im Mainstream und auch in einem großen Teil der „alternativen Medien“ der „Menscheitsfamilie“) als Ausbruch von Antisemitismus dargestellt.
    Und zuletzt: Ist es zuviel verlangt von -insondere in der Öffentlichkeit stehenden Juden – zu verlangen, sich von einem ONGOING GENOCIDE – zu distanzieren? (Das ist freilich nur nötig weil eben Israel und Judentum ungut verquickt wurden (-> Staatsräson)) Ein kleiner Sprechakt, der nicht weiter weh tuen sollte (wenn man eben die stattfindende Menschenvernichtung nicht unterstützt). Apropos Sprechakt (Schreibakt): Von Einbürgerungswilligen in Sachsen-Anhalt wird inzwischen verlangt, sich zum Existenzrecht Israels zu bekennen. Es geht vielleicht ein bißchen am Thema vorbei, aber hier das interessanteste dazu, was ich in den letzten Monaten gelesen habe:
    https://www.freidenker.org/?p=22508
    (Habe aber noch keine abgeschlossene Meinung dazu.)
    Hier noch mein Sprechakt (Disclaimer): Ich halte eine Religion für so gut wie schlääächt wie die andere und insgesamt alle Menschen für gleichwertig (auch wenn ich nur wenige mag.)
    Ah, und du hast Recht, ich meinte ja auch nicht Idiotin, sonder VOLLidiotin, also es grüßt die halbsemitische Vollidiotin (ist nämlich ein wohlklingenderer Bandname).
    ….
    Ah, und Detlef, was Du an Free Palestine auszusetzen hast, habe ich nicht verstanden. Können wir uns nicht darauf einigen, dass es sich um ein besetztes Land handelt? Da finde ich den Ruf nach Befreiung (wie auch immer diese aussieht) naheliegenst.

    1. Ich denke, das Problem ist: Wieso sollte sich ein in der Öffentlichkeit stehender oder nicht stehender Jude in Deutschland, China, Äthiopien, Peru oder Ungarn von irgend etwas „distanzieren“, was die Regierung eines völlig fremden Landes anordnet und anrichtet? Ansonsten sind wir uns wohl einig (außer in Sachen Vollidiotismus, ein Idiot bin ich schon auch, was neunzig Prozent der „Themen“ angeht) … vor allem in Hinblick auf Menschen und Religionen (wobei ich alle irgendwie interessant finde).

  5. Recht intensiv mit der Thematik beschäftigt, habe ich bisher niemanden getroffen, der die israelische Regierung, die israelische Bevölkerung und Juden gleichsetzt – ganz im Gegenteil, denn meist gibt es bei Diskussionen auch den Hinweis auf oppositionelle Juden und Israeli.
    Mag es natürlich geben, genau so, wie es das gibt, dass man Nichtgeimpfte mit Nazis gleichsetzt
    Einfach nur unterste Schublade.

  6. Es wäre total absurd, alle Juden für den Völkermord in Gaza verantwortlich zu machen (man darf aber nicht vergessen, dass die Netanjahu-Regierung von der Mehrheit der Israelis gewählt wurde!). MS macht sich große Sorge darum, dass unschuldige Juden als Völkermörder diffamiert werden (was wirklich sehr ungerecht wäre!!!), aber der Völkermord in Gaza, die Opfer und die wirklichen Täter sind ihm so wenig wichtig, dass er kaum ein Wort darüber verliert. Tja, das ist Deutschland…

    1. Da fühle ich mich mißverstanden. Mir liegt es generell am Herzen, auf Dinge hinzuweisen, die in der Allgemeinheit nicht so beachtet werden (ob „Mainstream“ oder „alternativ“). Zu Dingen, die sowieso überall „Thema“ sind, äußere ich mich nicht so gerne. Zum einen mag ich mich weder irgendwo dranhängen noch Eulen nach Athen tragen, zum anderen braucht es nach meinem Empfinden meine Stimme nicht dort, wo ich nichts wesentliches hinzuzufügen habe. Dafür bin ich ja auch – zum Glück – bei weitem nicht „wichtig“ genug.

      1. Danke, für die nette Antwort, aber sie ist nicht sehr überzeugend. Corona und der Ukraine-Krieg sind seit Jahren „überall Thema“ und trotzdem schreibst du sehr viel (und gut!) darüber. Selbstverständlich ist das dein gutes Recht zu schreiben, was du willst, aber als Leserin darf ich diese Haltung kritisieren. Ein Völkermord kann man weder direkt noch indirekt als Mainstream zu verharmlosen. Darüber zu sprechen ist nicht „Eulen nach Athen tragen“. Das wäre der Fall, wenn du über Auschwitz sprechen würdest: das war furchtbar, aber die Geschichte kann man nicht ändern und man hat schon darüber tausende Bücher geschrieben. Aber der Völkermord in Gaza passiert heute vor unseren Augen. Ist das Mainstream?

        1. Du darfst alles kritisieren, was du für kritikwürdig hältst, hier sowieso. Ich bleibe aber dabei und erkläre es gerne anders, in der Hoffnung, verstanden zu werden: Was ich zu „Corona“ und zum Krieg geäußert habe, war – wenigstens zum jeweiligen Zeitpunkt – alles andere als „Konsens“, nicht mal abseits des „Mainstreams“. Wenn nun die halbe Welt und die Vereinten Nationen feststellen, daß es in Gaza um einen Völkermord geht, trüge ich Eulen nach Athen, wenn ich das als (winziges) Echo wiederholte. Gibt es jemanden auf der Welt, der sagen könnte: „Oh, bislang habe ich nicht geglaubt, daß das ein Völkermord ist – aber jetzt, wo es der Sailer sagt …“?
          Ich bin kein Aktivist und kann auch keiner sein, und falls ich einer wäre, dann nicht hier. Mein Gedankenraum (also Blog und Videokanal) soll weiterhin dazu dienen, Dinge festzuhalten, die anderswo (eher) untergehen. Ich vermute, das könnte „privatistisch“ aufgefaßt werden, aber jeder hat seinen Platz und seine Aufgabe.
          (Und übrigens passiert der Völkermord nicht vor unseren Augen, sondern vor Kameras, und wird auf unsere Bildschirme und Handys projiziert, was leider auch den Effekt hat, daß wir blind werden für das, was vor unseren Augen passiert – aber das ist ein anderes Thema.)

        2. in dem Zeitraum, in welchem Du diesen Text niederschriebst, sind ein Dutzend Kinder auf der Welt an Hunger, Dreck, Krieg und Elend krepiert.
          „Realität ist die Schnittmenge des gemeinsam Wahrgenommenen“
          (Dieter Broers)

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