(periphere Notate): Dem Staat sein Ich und wer das ist

In den freigeklagten und teilentschwärzten Protokollen des RKI-Krisenstabs zu „Corona“ fehlt das Protokoll der Sitzung vom 9. Mai 2020. Es war zu erwarten, daß besonders brisante Passagen der „RKI-Files“ nicht geschwärzt (wodurch sie ja erst aufgefallen wären), sondern komplett unterschlagen werden. An diesem Tag ging es um das tags zuvor veröffentlichte Gutachten von Stephan Kohn, Oberregierungsrat im Bundesinnenministerium, zum „Corona-Krisenmanagement“, in dem schlüssig nachgewiesen wurde, daß es keine gefährliche Pandemie gab, daß die Sanktionen sinnlos waren und (logischerweise) erheblich mehr Schaden anrichteten als die damit vermeintlich „bekämpfte“ Erkältungskrankheit.

Die Veröffentlichung war ein ziemlicher Skandal, der von Tätern, Helfershelfern, Propaganda und Staatsmedien unter größten Mühen vertuscht und unter den Teppich gekehrt wurde. Kohn wurde (und wird) verleumdet und suspendiert, sein Rechner beschlagnahmt, er erhielt Hausverbot im Innenministerium. Wer ihn zu unterstützen versuchte, wurde als „Coronaleugner“ und „Verschwörungstheoretiker“ beschimpft (die Begriffe „Schwurbler“ und „Querdenker“ waren damals noch nicht durchgesetzt). Das macht den Bericht – bei aller Zeitgebundenheit – nicht weniger stichhaltig und offenbar auch nicht weniger brisant.

Unter anderem stellte Kohn fest: „Angesichts des sachlichen Befunds der vorliegenden Analyse und der dazu im Kontrast stehenden Entscheidungen der Politik kann bei geschädigten Außenstehenden möglicherweise die Befürchtung aufkommen, daß das bestimmende Schutzziel des nationalen Krisenmanagements nicht mehr die Sicherheit und Gesundheit der Bevölkerung ist, sondern die Glaubwürdigkeit und Akzeptanz von Regierungsparteien und Regierungsmitgliedern.“ Mit anderen Worten: Der Bericht drohte „den Staat“ (also das Regierungspersonal) zu „delegitimieren“.

Daß Regierungsangehörige sich für „den Staat“ halten, ist kein ganz neues Phänomen, das bezeugt das jedem Unterstüfler bekannte (apokryphe) Zitat von Ludwig XIV. (der Staat sei er selbst), der also – falls er das wirklich gesagt hat – genauso größenwahnsinnig war wie Nancy Faeser und ihr äußerlich (mit ein paar modischen Anpassungen sowie zwei Portion getünchter Würde hier, zwei Portion grausem Haß da) recht ähnlich sah.

Das Problem hinter der ganzen Sache und Geschichte ist, daß der Sonnenkönig sich für ebenso unverzichtbar wichtig für den Lauf der Welten hielt wie das lächerliche Kabinett von Trotteln, das heute im Namen Deutschlands um die Oberkokosnuß herumkreucht und -fleucht. Nicht weil sich Menschen ohne Gehirn, Verstand und Empathiefähigkeit, aus deren genetischem Material ein Doktor Faust oder Fauci ein Massenvernichtungsmittel aus Haß, Mißgunst, Arroganz und Verachtung für alles Lebende herausköcheln könnte, grundsätzlich besser nicht für wichtig halten sollten (ebenso wie alle anderen, aber vielleicht noch etwas mehr). Sondern weil, genau betrachtet, in einer auch nur „repräsentativen“ Demokratie die Mitglieder der Regierung die unwichtigsten Menschen überhaupt sind.

Was zu tun ist, bestimmt da nämlich der Souverän, also die Bevölkerung. Die teilt es den Angehörigen des Parlaments mit, das dann Gesetze beschließt, anpaßt, verändert und umformuliert, und zwar im Sinne und zum Zwecke dessen, was die Bevölkerung will. Die Regierung hat nicht mehr zu tun, als Anweisungen umzusetzen. Eigentlich aber tut das ihr Verwaltungsapparat; die Regierung trägt lediglich die Verantwortung und muß darauf schauen, daß dabei niemand einen groben Fehler macht oder ein Verbrechen begeht. Geschieht dies in krassem Ausmaß, wird der zuständige Minister (lat. „Diener“, abgeleitet von „minor“ = „kleiner, geringer“) entfernt; sein Nachfolger muß den Mist dann wieder in Ordnung bringen.

Maßt sich eine Regierung indes an, der Bevölkerung Befehle zu erteilen, wird sie in einer (auch nur „repräsentativen“) Demokratie stante pede davongejagt, inhaftiert oder exekutiert. Weil das Diktatur ist (lat. „dictare“ = „vorschreiben, befehlen“) und somit logischerweise strengst verboten. Deutsche Regierungen tun spätestens seit 1871 (also seit es überhaupt gesamtdeutsche Regierungen gibt) kaum etwas anderes als der Bevölkerung Befehle zu erteilen. Das Resultat waren – grob gerechnet – um die 200 Millionen Tote, Generationen von Unglück und Elend, eine Ruine von Land (geo-ökologisch betrachtet) und eine perennierende Kaste von Herrschern, die immer reicher und mächtiger wurden und werden, dabei aber auch immer kranker, kaputter und desolater. Ähnlich wie der französische Lucki, an dessen Stelle auch niemand gern gewesen wäre und der sein Leben möglicherweise lieber als Knecht auf einem Bauernhof verbracht hätte.

Der „Etat“, von dem der französische Lucki (vielleicht) sprach, ist das, was den Staat eigentlich ausmacht: die Verfügungsmacht über das Geld, das für staatliche Unternehmungen zur Verfügung steht, also Krankenhäuser, Schulen, Feuerwehr, Polizei, repräsentatives Theater, Straßen, Brücken, Wege, Bahn, Post und so weiter. Und leider auch das Militär, dessen Nutz- und Sinnlosigkeit im 21. Jahrhundert die Nutz- und Sinnlosigkeit von Regierungsmitgliedern noch übersteigt, weil sein einziger Zweck ist, Menschen zu ermorden und Sachen zu zerstören. Leider ist in kaputten, kranken, untergehenden Staaten (also in solchen, wo die „Regierung“ sich anmaßt, der Bevölkerung Befehle zu erteilen) das Militär das einzige, was die Herrscher überhaupt noch interessiert, weil es sie an der Macht hält und verhindert, daß man sie im historischen Klo hinunterspült, und weil es ungeheure Massen Geld verschlingt und auf der anderen Seite wieder ausspuckt und weil ein Obolus von diesem Geld an den Regierungsmitgliedern bappen bleibt.

Wenn die richtig unverschämt, dreist und gierig sind, so wie etwa der ehemalige ukrainische Präsident, der derzeit als Führer weiterherrscht, dann bleiben da in ein paar Jahren schon mal ein paar hundert Millionen bappen, und seien wir ehrlich: Bei so viel Zaster würden auch manche von uns Aufrichtigen mürbe. Der lustige Trick daran ist – so wie ich das verstehe, folgender:

Erst ist überhaupt kein Geld mehr da. Dann „wummst“ ein Kanzler auf magische Weise ein „Sondervermögen“ in die Welt, das es logischerweise gar nicht gibt. Damit werden nun aber Waffen bezahlt, und damit ist das Geld plötzlich doch in der Welt, nämlich in den Kassen der Waffenindustrie. Aus denen wird es aber gleich wieder entnommen und landet letztlich dort, wo alles Geld landet: auf den Konten der Superoligarchen, die es aber nicht behalten – weil es ja eigentlich gar nicht existiert und sich mit einem plötzlichen „Buff!“ in Luft auflösen könnte. Deshalb wechseln die es sofort in Realien um: in Grundstücke, Diamanten, Schiffe, Flugzeuge, Häuser, Gold und Silber, Fabriken, Firmen, Verlage und was es halt so gibt an Dingen auf der Welt, die ihnen dann „gehören“, während der Rest der Welt jahrhundertelang schuften und fronen muß, um Schulden abzuzahlen für Dinge, die es längst nicht mehr gibt oder nie gegeben hat. Es ist schon eine komische Welt.

Ein Kollege mutmaßte neulich, die Redenschreiber von Annalena Baerbock seien womöglich noch dümmer als die Kriegshetzerin selbst. Dagegen halte ich die These, daß das humanbiologisch kaum möglich ist, und die folgende Beobachtung: Die Vorkritzler können das Wort „Totalitarismus“ zumindest schreiben (wahrscheinlich phonetisch), Frau Blablubb kann es aber nicht ablesen. Allerdings hat das mit Dummheit nichts zu tun. Da wäre eher die Frage, ob sie weiß, was das Wort bedeutet – die Antwort, darauf wette ich tausend Maß Bier, lautet nein. Dumm allerdings ist es, auf einen Vorlesezettel für Blablubb solche Wörter zu schreiben. Also: unentschieden.

Die „Rede“, die sie ihr da zusammengerümpelt haben, ist andererseits gar nicht so arg dumm. Man muß sie nur richtig lesen: Wenn man für jedes „Rußland“ und „Putin“ ein „NATO“ oder einen entsprechenden verwandten Begriff einsetzt, beschreibt der Text die aktuelle Lage recht treffend. Man könnte sogar sagen: entlarvend.

Aber damit befassen mag ich mich erst wieder, wenn der Regen aufhört. Was hoffentlich keine magische Kraft entfalten wird.

Eine Antwort auf „(periphere Notate): Dem Staat sein Ich und wer das ist“

  1. interessant wäre, ob der Kopf noch auf dem Halse des Redenschreibers dieser Massenmörderin sitzt oder die Frechheit, ein dergestalt schwierig auszusprechendes und zu verstehendes Wortungeheuer wie „Totalitarismus“ in deren Stammelsermon einzupflegen, die letzte in dieser seiner Inkarnation bedeutete…..
    Ansonsten warte ich mit einer gewissen Vorfreude auf eine neue toleranzgeschwängerte Kundtat unseres Kaisers Thomas Schweighäuser, denn gerne berichte ich dann von einer Reise von Südrussland, durch Nordossetien etc nach Georgien… Na, des werd´scho´. Gruß aus Tiflis

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