(periphere Notate): Wo gibt es überhaupt noch irgendwas?

Die Ukraine hat seit Wochen keinen Präsidenten mehr, nur noch einen durch die USA und Ursula Leyen sowie die deutsche „Außen“- und „Verteidigungs“-Bande notdürftig „legitimierten“ Führer. Was heißt das heute schon? Es genügt ja, „RKI-Files“ oder „Lauterbach lügt!“ oder irgend so ein böses Wort zu sagen, um einen ganzen Staat zu delegitimieren! Da ist so ein pupsiges Speedbürscherl doch schneller weg als ein Knallfrosch, wenn’s wär.

Seit ein paar Tagen haben nun auch die USA keinen Präsidenten mehr, weil eine sabbernde, demente Halbleiche nicht POTUS sein kann (übrigens auch nicht in der Ukraine, laut deren Verfassung). Daß Joe Biden nicht nur einer der bisher größten, wenn nicht der größte Polit- und Kriegskriminelle des 21. Jahrhunderts ist, sondern mittlerweile auch ein bedauernswertes Wrack, das von seiner Umwelt nicht mehr viel bemerkt und gepflegt werden sollte, weiß die Welt seit dem „TV-Duell“, das von den Führern seiner „Partei“ genannten Kriegsmafia vermutlich inszeniert wurde, um genau das der Welt zu zeigen.

Ich habe das, zugegeben, nicht gesehen. Ich finde es irrelevant, und ich habe keine Lust, mir derartige Demütigungen selbst von Verbrechern anzuschauen, wenn die Alternative ist, am nächsten Tag früh aufzustehen, in die Isar zu springen und alte Bücher zu lesen, in denen es um Dinge geht, die man aufgrund der allgemeinen Geschichts- und Weltvergessenheit der letzten zehn Jahre heute nicht mehr kennt.

Aber okay: Biden ist weitestgehend weg, Selenskij spukt noch irgendwie herum. Jetzt bleibt die Frage, ob die Bundesrepublik Deutschland noch einen „Kanzler“ hat. Dem ist es zwar in einem selbst in diesen irren Zeiten außergewöhnlichen Akt politjuristischer Korruption gelungen, einer Strafverfolgung wegen seiner Cum-ex-Mafiaverwicklungen vorläufig zu entgehen, was eine Staatsanwältin ihren Job und ihren Nachfolger den Rest seiner Selbstachtung gekostet hat. Was ihn (den „Kanzler“) jedoch für sein Amt qualifizieren oder legitimieren könnte, bleibt im Dunkeln. Mehr als „Das weiß ich nicht mehr“ und ein bisserl Blubberquark hat er ja seit seiner faschistischen „Keine roten Linien!“-Proklamation nicht geäußert.

An diese Proklamation will er sich jetzt auch nicht mehr erinnern und behauptet neuerdings, er habe es gar nicht so toll gefunden, daß man damals bei „Corona“ nur mit Staubfilter vor dem Gesicht im Wald spazierengehen durfte (und nachts gar nicht). Damals fand er das unbedingt nötig, um den Untergang der Menschheit abzuwenden. Aber, wie gesagt, auch das weiß er nicht mehr.

Das könnte den Verdacht aufwerfen, daß man ausgerechnet ihm und Joe Biden nicht die für Politiker übliche Kochsalzlösung (oder gar nichts) in den Körper gespritzt hat, sondern echtes „Cominarty“ oder „Tozinapheram“ oder „Itsybitsyteenyweeny“ oder halt das andere Zeug. Weil beide (oder alle vier) bekanntlich vorzeitige Demenz bewirken. Das wäre allerdings ein ziemlich krasser Akt der Sabotage. Wer steckt dahinter? Verschwörungstheoretiker to the front!

Was Joe Biden angeht, gibt es auch ganz andere Spekulationen und Wetten: Daß er noch mal Präsident wird, ist ausgeschlossen. Hätte man ihn sonst als Noch-nicht-nominierter-Kandidat in ein solches Desaster hineingeritten, absichtlich? Vielleicht wird er aber als letzter Präsident der USA in die Geschichte eingehen?

Die Münchner Massenveranstaltung „Tollwood“ ist ein merkwürdiges Phänomen: Im wimmelnden Zentrum des „Festivals“ tobt das Nichts, das auch im Zentrum des derzeit im „Westen“ hegemonial (oder viral) tobenden Nihilismus tobt.

Trotzdem finden sich an den Rändern bisweilen Anflüge von unvermuteten und wohl auch ungewollten Reminiszenzen an die „friedlichen“ siebziger Jahre, als ungefähr an diesem Ort wirklich Friede herrschte. Als niemand einen Sinn darin sah, in Bierzelten Abend für Abend die gleichen Aufmisch-Evergreens von „Africa“ bis „Rock Around the Clock“ herunterzudreschen, damit mehr Bier (ab zwanzig Mark die Maß) hinausgepumpt werden kann. Mit Kohlendioxid übrigens, von dem es sowieso sprudelt, das aber ansonsten dringend „gespart“ werden soll, zum Beispiel an den vielen Holzkohlen-, Strom- und Gasgrills, die weitgehend identische Teigfladen mit „Tomate“ und industriell ausgeflocktem „Käse“ anbrennen.

Widersprüche und Paradoxien gibt es aber allenthalben. Früher versammelte man sich jeden Sonntag im nahen Theatron, um progressiver, emanzipativer, weitläufig befreiend und kritisch gedachter Rockmusik zu lauschen, deren Texte gerne mal vom Krieg erzählten (dies allerdings in einem Englisch, das englischsprachigen Menschen unverständlich blieb), und dabei passagenweise „auszuflippen“ (wenn man genug gekifft hatte, was zwar verboten war, aber dennoch in solchem Umfang stattfand, daß der Betonkessel einer Räucherschüssel ähnelte und die Feuerwehr in der Lerchenau gelegentliche Fehlalarme verzeichnete), beim Baßsolo anerkennend zu nicken und sich zu beschweren, wenn sich einer nach dem „Flippen“ nicht schnell genug wieder hinsetzte (eine Bühne gab es nicht; die höhergelegenen Sitzreihen waren jedoch für echte „Freaks“ unzumutbar, weil die Musik dort so leise ankam, daß man sich eventuell sogar unterhalten konnte – zumindest wenn man sich direkt ins Ohr brüllte –, weshalb sehr gute Bands nur bei der ersten Reihe einen echten Eindruck hinterließen).

Gekifft wurde jedenfalls immer, von zwei nachmittags bis Schluß im Sonnenuntergang (eine „Lichtshow“ gab es nur, wenn die Band selber eine mitbrachte; ich erinnere mich an einen Abend im Jahr 1976 oder 1977, als nach der letzten Zugabe von Guru Guru – mit einer irgendwie brennenden Pfanne – fünftausend Leute mit der Band in den Olympiasee stürmten und sich da drin in tiefster Dunkelheit an tausenden zerbrochenen Flaschen die Fußsohlen zerschnitten, während das Feedback weitersang und die als „Security“ eingeteilten zwei Polizisten ratlos am Ufer standen: Baden war schließlich verboten, wegen der „Einbauten“, die danach ausgebaut waren).

Heute versprechen irre Regierungsverbrecher eine „Legalisierung“ von Cannabis, aus der nicht mehr herauskommt als ein bürokratisches Monster. Und die Vermutung, in einer gesamtgesellschaftlichen Klapsmühle zu leben, weil dieselben „Politiker“ nichts dabei finden, täglich tausende Menschen in einem Fleischwolf im Osten zermalmen zu lassen und deutschen Schülern zu versprechen, sie dürften künftig straffrei kiffen. Das durften wir damals ja auch! könnten die Eltern sagen, die sich aber logischerweise nicht mehr erinnern. Manche von denen haben sogar noch einen „Kriegsdienst“ absolviert, allerdings ohne Krieg, in den geschickt zu werden sie befürchten hätten müssen, weil es Deutschen damals per Grundgesetz verboten war, sich an Kriegen zu beteiligen.

Und zermalmt wurde übrigens auch damals: gerade noch in Vietnam, dann anderswo. Das war halt weiter weg. Trotzdem war man grundsätzlich dagegen, zumindest im Theatron, was heute unvorstellbar ist. Oder nein: Auch heute will man ja den Krieg „beenden“, allerdings mittels noch mehr Krieg, was wiederum damals als völlig unlogisch gegolten hätte.

Damals wurden im Theatron jede Menge anarchistische Flugblätter und die anarchistische Stadtzeitung „Blatt“ verteilt, schwarzweiß und immer mal wieder wegen allzu viel Anarchismus verboten oder mit Geldstrafen an den Rand des Ruins getrieben. Heute heißt es auf einem vierfarbig gedruckten Handzettel: „Tollwood – ein Festival singt!“ Und das heißt: „Tollwood steht still, hält inne – ALLE Menschen auf dem Festival singen gemeinsam für Frieden und ZusammenHalt!“ (sic!) Und zwar: „MIT DROHNEN-SHOW“.

Gemeint ist selbstverständlich nicht „für Frieden“, sondern: „dafür, daß Putin kapituliert“. Oder „gegen rechts“ oder – einhundertzehn Jahre zurückassoziiert: „dafür, daß unsere Jungs an Weihnachten wieder zu Hause sind, wenn der Ruß besiegt ist“.

Man muß diesen wahnsinnigen Auswuchs des neuen Faschismus weiter zitieren, um ihn der Nachwelt zu überliefern: „Heute hält das Festival abends inne, um dann gemeinsam die Stimme zu erheben. Denn wir ALLE singen gemeinsam und bringen das Festivalgelände zum Klingen. Alle stimmen ein in die Lieder für Frieden und eine lebenswerte Welt.“

Eine „lebensunwerte Welt“ will man schließlich ebensowenig haben wie früher mal „lebensunwertes Leben“, gelt?

Da kommt noch mehr: „Wenn wir ‚Give Peace a Chance‘ von John Lennon und ‚Let the Sunshine in‘ aus dem Musical ‚Hair‘ singen, dann stecken wir mit dieser Energie alle an. Die Magie der Musik weht übers Festival, während alle gemeinsam eine Botschaft der Einheit und Hoffnung verbreiten. Drohnen malen zur Begleitung unseres Chors leuchtende Symbole in den Nachthimmel.“

Die Ironie der „Drohnen-Show“, die zur „Botschaft der Einheit“ „leuchtende Symbole“ „malt“, ist kaum zu überbieten, wenn gleichzeitig ukrainische Nazis mit ähnlichen Drohnen Jagd auf desertierende Zwangsrekruten machen, die verzweifelt den Schutz der russischen Armee suchen, weil sie nicht für die „Werte des Westens“ sterben wollen, die im Grunde nur aus irgendwas mit „gemeinsam“, „Einheit“, „Zusammenhalt“, „United“, „wir ALLE“ und „Zamanand“ im „Zusammenland“ bestehen, also aus der faschistischen Pseudovolksgemeinschaft, die sich nur dadurch auszeichnet, daß man eisern „solidarisch“ dem Heil entgegenstrebt – und alles, was auch nur einen Millimeter vom strammen Gleichschritt abweicht, ebenso eisern ausgrenzt, abspaltet und ächtet.

Das Ergebnis ist ein seltsames Paradoxon. Das zeigt sich eklatant im „Grußwort“ des Münchner Oberbürgermeisters, der bekanntermaßen mit ukrainischen Faschisten befreundet ist und alles, was dem eisernen Befehl nicht folgt, in einen Topf mit den alten, den „echten“ Nazis schmeißt: Auch da heißt es in geradezu vernagelter Impertinenz, „wir alle“ seien „gefordert“, uns „für einen breiten Zusammenhalt in der Gesellschaft einzusetzen“.

„Wir alle müssen wachsam sein“, salbadert es weiter, „und ‚Halt!‘ rufen, wenn uns Menschenfeindlichkeit, Rassismus, Antisemitismus, Haß und Hetze begegnen, und entschieden dagegen eintreten“. Also wie bei den „großartigen“ Aufmärschen „dieses Jahres gegen Rechtsextremismus“, die ein „starkes Zeichen“ nicht nur waren, sondern „sind“. Wir sollen überhaupt nur noch generalmobilgemacht herummarschieren, denunzieren, angreifen, „aufstehen“ gegen Dings und Dongs (alles, was „rechts“ ist). Und zwar ganztags, immer und überall. Weil das giftige Kroppzeug, die Schlange am teutschen Busen, endlich raus muß!

„Wir alle“ sind also keineswegs „wir alle“, sondern eine zwar stetig schrumpfende, dafür aber eskalierend laut, brutal und kompromißlos auftrumpfende Mehrheit, die die Minderheit, falls sie sich nicht auf Linie trimmen läßt, „raus“ haben möchte. Unter anderem mit dem Argument übrigens, die Minderheit wolle eine oder mehrere Minderheiten „raus“ haben. Also: jeder will irgendwas „raus“, und wer die einen nicht „raus“ will, die anderen aber schon, ist nicht „wir ALLE“, sondern: „raus“. Und umgekehrt.

Überhaupt nichts und niemanden „raus“ zu wollen, das geht offenbar nicht mehr. Ich fühle mich ganz schön antiquiert.

Ich bin kein ängstlicher Mensch und finde den ganzen hysterischen Karneval daher eher lächerlich und putzig. Ich kann mir aber gut vorstellen, daß weniger angstfreien Menschen, die sich plötzlich – und meist nicht einmal freiwillig – in der verfolgten Minderheit wiederfinden, nur weil sie keinen Bock auf die endlose „Gemeinschafts“-Beschwörung, das ewige „Bekennen“ haben, angesichts des imperialen Auftrumpfens samt „Drohnen-Show“ einigermaßen mulmig wird. Zumal da ja noch einige wenige dabei sind, die das letzte solche Auftrumpfen von deutschen Bekennern und Gemeinschaftsverschworenen zumindest als kleine Kinder erlebt haben (eventuell sogar noch unter dem Motto „Mit dem Führer für den Weltfrieden!“) und diesen mörderischen Blödsinn in den sechziger und siebziger Jahren ziemlich dringend „aufarbeiten“ wollten.

Ja: Dürfen die überhaupt Angst haben vor dem Wahn, der da eskaliert? Oder sind sie dann auch „raus“, noch mal?

Das möglicherweise schlechteste Fußballspiel, das ich zeit meines Lebens gesehen habe (lassen wir Gijón weg, das war kein Fußballspiel), endet damit, daß ein Staatsmedien-Agitator ausruft: „Eine magische Nacht!“ Ja, das kann auch sein.

 

5 Antworten auf „(periphere Notate): Wo gibt es überhaupt noch irgendwas?“

  1. bis vor ein paar Wochen gab es auf Youtube einen Kanal „Moya Rossia“. Betrieben von Deutschen, welche ein Leben in Russland bevorzugten. Dort gab es Tips für Visa, Informationen über Arbeit, Immobilien und so weiter, Interviews mit Ausgewanderten, auch mit mir. Dieser Kanal wurde von Google einkassiert. Bis letzte Woche gab es auf Youtube einen Kanal „russian code“. Dort wurden Leute interviewt und portraitiert, die nach Russland gingen, um dort zu leben. Manche dieser Filme hatte über Nacht eine Million Klicks, insbesondere, wenn es sich um kinderreiche Amerikaner handelte, die ausgewandert waren, das liebt der Russ´. Auch dieser Kanal verschwand über Nacht, Google macht so etwas möglich. Ich habe „Angst“ um Radio München. Auf deinem Youtube-Kanal kann ich nicht mehr kommentieren. Vor einem Jahr wurde der niedrige Wasserstand des Gardasee als Beweis für den Klimawandel hergenommen. Jetzt ist der hohe Wasserstand des Gardasee der Grund für einen Virenausbruch ebendort.
    Kurz vor Sonnenaufgang ist die Nacht am kältesten. Gruß aus der Taiga

    1. Ein schönes Bild der Hoffnung (der letzte Satz) … „Moya Rossiya“ gibt es noch auf Telegram, hab ich gerade bei einem anderen Auswanderer gelesen.

      1. Ich kann JEDEM noch wachen Menschen empfehlen, bei Telegram einzusteigen. Alle der mir wichtigen Filme etc hab ich inzwischen dort auf meinem Kanal gesichert.

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