(periphere Notate): Homo Hikikomori (vom Unbehagen in der Kultur)

Ein große Zahl von Künstlern – Bühnenkünstler, Film- und Fernsehkünstler, Text- und Sprachkünstler – haben sich in den letzten dreieinhalb Jahren an mich gewandt, um sich „auszukotzen“ oder ihrem Unbehagen, ihrer Verunsicherung, Angst, Verlorenheit, ihrem Zorn und Mißtrauen Ausdruck zu geben. Ich weiß nicht, wieso ich dafür als geeignete „Anlaufstelle“ gelte (vielleicht geht es ja anderen ähnlich?). Möglicherweise liegt es daran, daß man weiß, daß ich niemanden verpfeifen oder denunzieren werde – was ich bis 2020 für eine absolute Selbstverständlichkeit und Grundbedingung jeglicher Kollegialität hielt (und weiterhin halte), was aber offensichtlich nicht mehr gilt (wie ich aus eigener Erfahrung weiß).

Der weit verbreitete Eindruck, es handle sich bei den „Kulturschaffenden“ (ein Begriff, der möglicherweise wirklich Naziwurzeln hat) um eine geschlossene Einheitsfront, die mit ganzem Herzen und verschränkten Armen hinter den „Maßnahmen“ und Sanktionen der Herrschenden steht und deren Narrative rückhaltlos „glaubt“, ist daher in meinen Augen ein Propagandabild oder vielmehr eine Chimäre, die dadurch entstanden ist und weiterhin im Raum wabert, daß sich die vielen „heimlichen Skeptiker“ zwar mit Leuten wie mir sprechen trauen, aber nicht untereinander, weil man sich ja nicht erkennt und nie weiß, ob man nicht an den Falschen gerät – dann sind sehr schnell Jobs, Engagements, ganze Karrieren und Existenzen weg und im Eimer.

Es gab in der Tat beschämende und peinliche Erlebnisse, wenn etwa alte Freunde und Kollegen mir an öffentlichen Orten (zum Beispiel im Biergarten) begegneten und entweder so taten, als sähen sie mich nicht, oder sich erst umschauten, ob jemand sie beobachte, und mich dann mit errötendem Gesicht unsicher immerhin grüßten und vage versprachen, man werde „sich sehen“ oder „melden“ oder so. Das dabei geradezu greifbare Unbehagen übertrug sich auf mich; ich wollte diese Menschen nicht in Bedrängnis bringen, hatte das Gefühl, meine bloße Anwesenheit und Existenz sei aufdringlich, störend, eine Zumutung, die ich anderen lieber ersparen sollte.

Die allgemein herrschende Stimmung und Atmosphäre der Angst und Unsicherheit, des erzwungenen Schweigens und notgedrungenen Mitlaufens kann aber (mich) nicht (mehr) darüber hinwegtäuschen, daß ganz offensichtlich eine breite Mehrheit längst eingesehen hat, sich geirrt zu haben oder getäuscht worden zu sein. Wobei ich mir darüber klar bin, daß mir die Zahl der tatsächlich nach wie vor „Überzeugten“ auch deshalb so gering erscheinen mag, weil diese den Kontakt mit Leuten wie mir abgebrochen haben und daher wiederum sozusagen „unsichtbar“ sind – abgesehen von wenigen sehr Prominenten, die die Parolen und Botschaften der Herrschenden weiterhin einer vermeintlichen oder realen Masse vermitteln (müssen).

Die eigene bloße Anwesenheit als Belästigung anderer zu empfinden führt fast zwangsläufig dazu, daß man sich zurückzieht in „Schutzräume“, um sich der Welt zu ersparen. Bei manchen, das weiß ich, ging das so weit, daß sie sogar ihre „ungeimpfte“ Gesundheit inmitten einer „peer group“, in der jeder Behandelte immer wieder erkrankte, teils an sehr schweren „Nebenwirkungen“ und Folgen der Behandlung litt, als Provokation empfanden und sich wohler gefühlt hätten, wenn sie wenigstens mal eine heftige Erkältung bekommen hätten.

Die Kabarettistin Christine Prayon ist bei weitem nicht der einzige, aber ein auffallender „Fall“: Ihre jahrelange Tätigkeit für (in der „Zeitenwende“) regimetreue Fernsehsendungen macht es ziemlich schwer, sie als „notorische Querdenkerin“ abzustempeln. Daß sie dort nun ausstieg und sich öffentlich vom Staatskabarett distanzierte, kommt nicht unbedingt arg früh; das läßt sich angesichts der Repressalien, die kritische Künstler in diesen Zeiten zu befürchten und erleiden haben, jedoch kaum kritisieren. Zudem leidet sie an „Post-Vac“ (was die Interviewerin oder deren Redaktion mit der Lüge, sie wisse nicht, ob das nicht doch von einer „Corona-Erkrankung“ komme, zu vertuschen versucht), zählt also unfreiwillig zu denen, an denen sich staatstreue Hetzer bevorzugt abarbeiten, um sie dem Haß und der Häme jener Volksmeute vorzuwerfen, in der man die Folgen der modRNA-Massenspritzung weiterhin lieber ausblendet und verdrängt.

Bemerkenswert ist indes, wie deutlich sie auf die neue Funktion des Kabaretts hinweist: „Da werden Narrative und Positionen von Gruppen, die gesellschaftlich in der Hierarchie weit oben stehen, unablässig wiederholt, und gleichzeitig wird Stimmung gegen Andersdenkende gemacht.“

Es wird also nach oben gebuckelt und nach unten getreten, wie man das (nicht nur) in totalitären Staaten eben so macht, um nicht aus der Reihe zu fallen und zum Opfer der zürnenden Volksgemeinschaft und ihrer Führer zu werden. Fast schon lustig, daß ein paar Tage zuvor ein maximal verschwurbelter Kommentar an anderer Stelle dieses Phänomen ins genaue Gegenteil zu verdrehen versuchte. Was Satiriker früher wollten, wird da nostalgieselig (rhetorisch) gefragt und geantwortet: „Freiheit von den Regeln und Moralvorstellungen der Mächtigen in Kirche, Staat und Presse“!

Früher? Da reibt man sich doch ein bisserl verwundert die Augen – schließlich wollen das die Dissidenten und Regimegegner heute ja auch und vielleicht (ich spreche mal für mich) noch dringender als in den siebziger Jahren, oder nicht? Nein, meint der Schwurbler, denn wenn man das heutzutage öffentlich wolle, dann richte sich der Spott „nach unten“, sei „populistisch“ und marschiere in Reih und Glied mit Markus Söder (der als Realsatirikum übrigens wenig brauchbar ist, weil er es zu ernst meint und zu arg übertreibt).

Offensichtlich lebt der Kommentator in einem Wolkenkuckucksheim, wo es weder „Corona“ noch „Klima“ noch die dazugehörenden Sekten gab und gibt, wo weder grüne Fanatiker ihre Jünger (und alle anderen) in den Krieg gegen Rußland hetzen noch eine sozialdemokratische Partei zum selben Zweck ihre einstige (angebliche) Klientel in Armut und Elend treibt: „Ein ernstzunehmendes Problem der aktuellen Generation der Berufssatiriker besteht darin, dass in säkularen Gesellschaften die Unterwerfung unter die Religion passé, jede Merkelparodie längst zu Tode gespielt und jedes Tabu längst gebrochen ist. Mit Kabarett einen Skandal zu verursachen, ist schier undenkbar.“ Da bleibt mir nur ein ratloses „Bitte WAS?“

Es mache, wird weiter gemeint, „auf Dauer keinen Spaß, einem ans Schienbein zu treten, wenn der nicht schreit. Es mag mit ein Grund sein, warum politisches Kabarett so unpopulär geworden ist.“ Man fragt sich, wo der Mann die letzten Jahre gelebt hat, wenn er noch nie von einem „Zentrum Liberale Moderne“, von Nancy Faesers Denunziatennetzwerken, von einer „verfassungsschutzrelevanten Delegitimierung des Staates“ und all den anderen Apparaten und Aktionen gehört hat, mit denen das Regime nicht nur schreit wie ein Rudel Höllenhunde, sondern ganz real beißt, ohne daß mehr passiert wäre als daß jemand ganz leise das Wort „Schienbein“ flüstert.

Die neuen Satiriker, raunt der Schwurbler weiter, fühlten sich „bedroht in ihrer Art, zu denken, zu sprechen und den Alltag zu gestalten. Interessanterweise hat diese empfundene Bedrohung ihren Ursprung nicht mehr bei ‚denen da oben‘, sondern ganz im Gegenteil bei ‚denen da unten‘. Denn während Regierungen hinsichtlich verschiedener Lebensbereiche von Ernährungsgewohnheiten bis zur Automobilität primär den Status quo pflegen, setzen gesellschaftliche Bewegungen neue Ideale und drängen auf Veränderungen.“ Das ist so wahnsinnig – im buchstäblichen Wortsinn –, daß mir dazu tatsächlich nichts mehr einfällt.

Der Sermon geht noch ganze Absätze lang weiter, aber es ändert sich nichts: Der Autor lebt in einer Welt, die keine parallele zur realen, sondern eine komplett irre ist. Man muß das selbst lesen, um es zu glauben. Man sollte es vielleicht auch lesen, um eine weitere Stufe des Irrsinns richtig einzuschätzen, nämlich die Reaktion der regimetreuen Kulturschaffenden (hier paßt der Begriff), die von „ganz richtig!“, „toll!“ und „super!“ bis zu noch mehr (zum Glück nur verbalen) Fußtritten gegen die wenigen Abweichler reichen. Die übrigens, das sei als salvatorische Klausel vermerkt, damit mich nicht am Ende noch jemand in ein Boot mit Dieter Nuhr und Gloria Thurn und Taxis zu zwängen versucht, ganz und gar nicht und sowieso nicht automatisch alles richtig machen und zum Teil ja bei aller angeblichen Abweichlerei von den gleichen Propagandasendern bezahlt werden wie das Heer der kreuzbraven Staatskabarettisten.

Sowieso erledigen die Aufgaben des Kabaretts längst andere: CDU und CSU nennen ihr gemeinsames Wahlprogramm (also die Sammlung populistischer Parolen und leerer Versprechungen, mit denen man sich Kreuzerl auf Zetteln zu erschwindeln hofft) „Agenda für Deutschland“. Ob es einer „Brandmauer gegen die AfD“ (Oberquatschomat Söder) gut tut, wenn man sie „AfD“ tauft, oder ob diese idiotische Bezeichnung ein Trick für die Allerdümmsten ist („Oh, die CDU heißt jetzt auch AfD! Welche wähle ich denn da?“) – ich weiß es nicht.

Aus Japan wird ein neuartiges Phänomen vermeldet, das man „Hikikomori“ nennt und das angeblich Ausmaße einer Epidemie annehme: Betroffene ziehen sich völlig aus Öffentlichkeit und Gesellschaft zurück und vegetieren nur noch in ihrer Unterkunft. Wo sie „Home Office“ und Computerspiele betreiben, Fertiggerichte per Lieferservice vor der verschlossenen Tür abstellen lassen und vermutlich auch körperhygienisch in präkollektive Gewohnheiten zurückfallen.

Ich muß gestehen (und damit bin ich wieder am Anfang), daß ich angesichts nicht nur des erwähnten Irrsinns, sondern des insgesamt herrschenden Stimmungsgebräus aus Haß, Unmut, Aggression, das in der Öffentlichkeit aus der Propaganda und der wimmelnden Masse herausquillt wie grüner Klebdampf, unwillkürlich und sehr häufig dieser Gesellschaft entflüchte, weil ich mich unter Vögeln, Bäumen, Fröschen, Molchen, Schlangen, Wieseln, Mäusen und Füchsen wohler fühle als unter den verbogenen, verkrampften Gestalten, von denen man selbst dann, wenn man sie jahrelang zu kennen glaubte, nicht weiß, ob und worauf man sie ansprechen darf. Dahinter steckt vielleicht auch eine irrationale (?) Sehnsucht nach Zuständen und Menschen, die es vielleicht mal gab.


17 Antworten auf „(periphere Notate): Homo Hikikomori (vom Unbehagen in der Kultur)“

  1. Herr Sailer, sich selbst als Dissidenten zu titulieren in einem der freiesten Länder der Welt ist eine Verhöhnung aller wirklichen Dissidenten dieser Welt.

    1. Sagen Sie das bitte nicht mir; ich bin von Repressalien außer der Vernichtung meiner beruflichen Tätigkeiten bislang tatsächlich recht verschont geblieben. Sagen Sie es lieber Julien Assange, der im zweitfreiesten Land der Welt im Knast sitzt und ohne jegliche Anklage an das freieste Land der Welt ausgeliefert werden soll, um dort ermordet zu werden.

      1. Auf jeden Fall bin ich froh, in einem Land zu leben, wo der Staat keinen Verlag oder eine private Bühne dazu zwingen kann, einen Autor auftreten oder schreiben zu lassen, der 95 % der gewählten Parteien als faschistisch bezeichnet, Steinmeier, Fotos mit Hitler Bildern unterlegt, das Verstecken von RAF Terroristen mit dem Verstecken von Juden im Dritten Reich vergleicht und alle von den Zuschauern oder Lesern gewählten Politiker, egal welcher Couleur als Idioten bezeichnet.

        1. Dann, werte Nicole, sind Sie ja sicher froh, in einem Staat zu leben, in dem „der Staat“ (für den die momentane deutsche Regierung – und nicht nur die – sich hält) soziale Medien zensiert, Bühnen zusperrt, Verlage aushungert, Autoren sperrt, boykottiert und von öffentlichen Amtsträgern diffamieren, verleumden und beschimpfen lässt, in dem der öffentlich-rechtliche Rundfunk von Parteien besetzt ist, Waffen- und Pharmakonzerne die öffentliche Meinung prägen und steuern, weil sie denselben digital-finanziellen Investitionsherrschern gehören wie die Zeitungen und die privaten Massensender, in dem Figuren wie Steinmeier und Berset ungeahndet an Staatsstreichen beteiligt sein und ihre eigene Bevölkerung beschimpfen und auf unbestimmte Zeit einsperren dürfen, wenn sie nicht brav folgt. In dem Idioten und Verbrecher „regieren“, während Kräfte tatsächlich herrschen, von denen Sie offenbar noch nie gehört haben. (Das war mein erster Kommentar in einem solchen Blogforum; normalerweise halte ich mich zurück, aber dieses Ausmass an Blödheit verdient eine Entgegnung, just for the record. Grüsse aus der Schweiz und einen hohen Daumen für den Herrn Verfasser.)

          1. Liebe Leute, beruhigt euch. Falls (!) „Nicole“ wirklich existiert, existiert sie genau für diesen Zweck: um schlechte Laune zu verbreiten. Das muß sie nicht können, und ihr selbst hilft es auch nicht. Also zitiere ich einen bekannten Autor: „Nicht amal ignorieren!“

          2. Bist du etwa Maria «Marsha» Zakharova? Anders kann ich mir diesen Schwachsinn nicht erklären. Bei Sailer habt ihr ganze Arbeit geleistet.

    2. hallo Nicole, ich habe lange nachgedacht, woher ich dich kenne…. bis Du jene warznasige Dame, die sich bei den Konzerten des Lex van Someren in der Baden-Badener Kurhauskonzertmuschel mit einem Stirnband, mit selbstgestaltetem dritten Auge drauf, angetan, im Takte wiegte und soloschunkelte? Die irgendwann Mal, als alle Guten die Tibetaner vor dem Chinesen in Schutz nahmen, „saveTibet!!“ Plakate entwarf? Die dann, etwa 2006 oder 2007, in einem buddhistischen Kloster Teigwaren mit rituellen Symbolen drauf als Suppeneinlage bestellte, um dem Dalai Lama zu helfen und dann kamen 80 Kilo handgefertigte fair-trade Packungen mit je 200 Gramm Hakenkreuz-Nüdelchen drin und Du mußtest die Hakenkreuznudeln bei der Staatsanwaltschaft erklären? Und dann an den Blindenverein spenden?
      Wäre ja klasse, wenn Du das bist, Gruß aus der Taiga an das alte Gruselhuhn

    3. Welche „wirklichen Dissidenten“ meinen Sie? Chelsea Manning, Julian Assange, Edward Snowden, … oder gar Michael Ballweg, Clemens Arway, Ärzte die Maskenbefreiungen oder falsche Impfbescheinigungen ausstellten und mit Haft bedroht werden, oder die Frau Prayon?

      Können Sie die Dienststelle angeben wo die „wirklichen Dissidenten“-Diplome ausgestellt werden?

      Oder ist für Sie „Wikiblödia“ das Maß aller Dinge für so etwas?

      Natürlich hat MS recht: das ist pure, billige Provokation und nichts sonst.

      Jemand der nicht weiß, dass Geschichte von den Siegern geschrieben wird, dass hier Leute als Dissidenten gelten, wo anders andere – aber eben nie Menschen aus dem eigenen Land und politischen Umfeld wenn man mit dem konform geht, so jemand ist nicht ernst zu nehmen.

  2. Der Artikel ist eine luzide und zutreffende Beschreibung der aktuellen Lage! Man muss dennoch auch erkennen, dass die noch denkenden Menschen („Querdenker“?) zum Teil selbst an ihre Isolation schuld sind. Aus welchem Grund auch immer findet eine ernshafte Kommunikation unter ihnen kaum statt. Auch die Dissidenten sind viel zu oft von Fundamentalismus, Oberflächlichkeit, Vorurteilen, Narzismus, pathologischem Mißtrauen und übertriebenem Individualismus nicht frei. Es ist verständlich, dass z.B. ein AfD-Anhänger und ein Wagenknecht-Sympathisant sich nicht unbedingt voneinander angezogen fühlen und dass es ihnen gar nicht leicht fällt, miteinander konstruktiv zu diskutieren. Aber was bringt, dass ein Dialog und eine auf punktuelle Aspekte bezogene Annäherung a priori ausgeschlossen werden? Beide werden DOCH im selben Boot sitzen, wenn die Lage wirklich ernst wird. Ja, sie ist schon ernst genug, aber sie kann sehr bald noch viel, viel ernster werden. Leider sind auch die Kritiker der herrschenden totalitären „politischen Korrektheit“ oft in ihren eigenen, sehr bunten und nicht selten spießigen politischen Korrektheiten gefangen. Niemand muss die eigenen Überzeugungen preisgeben, aber ist es so schwierig, auf ideologische Enge zu verzichten und etwas weitsichtiger zu denken und zu handeln? Wem nützt die unversöhnliche und zu oft engstirnige Zersplitterung der Dissidenz? Warum bilden sich keine Gruppen, die wenigstens (als ersten Schritt?) eine offene Diskussion pflegen?

    1. Danke – leider trifft das auch aus meiner Sicht einen wichtigen Punkt. Ja, wir sitzen, mit wenigen Ausnahmen, im Grunde alle im selben Boot. Und genau das gerät immer mehr aus dem Blick, wird von einem Tsunami aus Stolz, Narzissmus und Eitelkeiten hinweg gefegt.

      Jede und Jeder ist inzwischen Einzelkämpfer für die »eigene Marke«, die doch nur eine persönliche Zusammenstellung von »zertifizierten« Gegenständen, Denk- und Verhaltensweisen ist. Solange wir dies verdrängen, diesem Wahn weiter hinterher rennen haben wir null Chance.

  3. Es wäre gut + lobenswert, würden sich lobenswert klar denkende Menschen endlich von systematisch organisierten Schmutz Medien wie Twitta zurückziehn (man erreicht dort genau GAR NICHTS) & die dort versammelte In Crowd (wie z. B. den öR Pervert Masosala + tutti quanti) zum Zwecke der gegenseitjen MasTurbation sich selbst über Liesse.

    1. „Twitter“ ist eine der größten Dreckschleudern in unseren fast vollkommen durchdigitalisierten Zeiten.

      Wieviel CO2-Emissionen könnten alleine dadurch eingespart werden, wenn man dieses für gefühlte 90 % der werte-westlichen Welt (w.w.W.) so unentbehrliche Medium ein für alle mal vom Strom nehmen würde?

      DAS wäre mal ein Thema für „Nosferatu Lallerbach“ oder „Strackula“, bei dem sie sich in einer „politisch ausgewogenen Talkshow im öffentlich-rechtlichen Rundfunk“ groß aufspielen könnten.

      Stattdessen werden sie und ähnlich tickende Zeitbomben… ähm… Zeitgenoss*innen (m/w/d) uns wieder die Story von der unbedingt erforderlichen Dritt-, Viert-, Fünft-… Booster-Impfung sprichwörtlich „reindrücken“ und auf den „Endsieg“ (bitte nicht dem Verfassungsschutz melden!) der sowas von Na*i-freien UKR, dem unbedingt und bis zur letzten (Platz)Patrone zu unterstützenden östlichen Schutzwall gegen den Menschenfresser Putin, hoffen.

    2. Die Dauerhasssendung Twitter hat sich hoffentlich mit dem Ausschluss aller nicht angemeldeter Nutzer selbst ultimativ ins Bein geschossen. In Sachen Netzkultur waren diese Multi-Millliarden-Konzernen gehörenden zentralistischen Plattformen sowieso der Todesstoß des dezentralen Internets. Als hundsgewöhnlicher Blogger erreicht man auch Dank dieser ablenkenden und Interesse bindenden Pest kaum noch eine nennenswerte Zahl von Lesern.

  4. Es ist berührend, dass es Norbets und Nicoles gibt, die Michael Sailers Blog besuchen, was er schreibt fleißig lesen, sich ärgern und pflichtbewusst wütende Beiträge schreiben. Was tut man nicht alles, um eine schöne Empörung zu erleben!
    Irgendwie sind solche Menschen heroisch und vorbildlich. Gäbe es z. B. einen Blog von Wolodimir Selenski oder Giorgia Meloni, käme ich nie auf die Idee, ihn im Internet zu suchen, nur um mich zu ärgern und sie zu beschimpfen. Ich gebe zu, dass ich einen Blog von Annalena Baerbock oder Joe Beiden aufgrund des höchstwahrscheinlich unfreiwillig humoristischen Inhalts sehr gerne lesen würde, denn das Leben ist bitter und jeder Grund zum lachen ist herzlich willkommen.

    1. Das witzige an diesen Trollen ist, dass die nie fähig sind für ihr schwachsinniges Handeln ein glaubwürdiges, menschlich nachvollziehbares Motiv anzugeben oder auch nur zu suggerieren. Und kein Mensch, weder die Trolle selbst noch ihre Auftraggeber, glauben im Ernst in den so bearbeiteten Foren andere Gesichtspunkte einzubringen ode auch nur bei einem Einzigen eine Meinung zu verändern. Wozu also das Geld und die Mühe?

      Diese Trolle sollen bei uns den Eindruck erwecken, dass es tatsächlich solche naiven Mainstream-gläubigen Menschen gäbe – ja die vielleicht gar die (sonst schweigenden) Mehrheit seien.

      Basis davon ist das Solomon-Asch-Konformitätsexperiment.

      Ziel ist unter Widerständigen und Selberdenkenden den Glauben zu verbreiten, wir wären die Minderheit und hätten eine völlig blöde Mehrheit gegen uns. Insbesonder wird dadurch auch die offene Kommunikation zwischen Selberdenkenden und Konform-Wirkenden allzu oft verhindert. (Anders herum, von der anderen Seite her, wird durch die diffamierenden Zuweisungen wie „Nazi“, Verschwörungstheoretiker, „nach rechts offen“, „Reichsbürger“, „Schwurbler“ das miteinander Reden verhindert. Im Endeffekt ist also auf jeder Seite ein extra Hemmschuh gegen das Aufeinanderzugehen und sich verständigen und sich auseinandersetzen platziert. Mensche die ergebnisoffen miteinander reden sind für die nämlich das Allergefährlichste der Welt.)

      Michale Sailer hat hier oder an anderer Stelle die Auswirkungen auf sich selbst und seine Beziehung zu anderen, als konform Wahrgenommen, in ähnlichem Kontext beschrieben. Wir werden natürlich sehr von Voreinstellungen und VOrurteilen gesteuert. Unser Verhalten funktioniert stark über Erwartungen und Befürchtungen.

      Wir müssen uns immer wieder und mehr bewusst machen, das die Feinde der Freiheit, die Menschheitsbedrücker und Ausbeuter ihre Macht nicht nur mit Gewehrläufen sondern noch viel mehr – und durch das Digitale viel, viel billiger – mit der Anwendung der Erkenntnisse aus Psychologie, Soziologie, Verhaltens- und Kommunikationswissenschaften organisieren.

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