(periphere Notate): Die Sau am Rande des Dorfes

Robert Habeck fordert, „Putin“ müsse „auf dem Schlachtfeld in die Knie gezwungen werden“. Dafür sammelt das ukrainische Regime die letzten verfügbaren „Kämpfer“ buchstäblich von der Straße ein – die Rekruten werden mit Gewalt gekidnappt und an die Front verschafft, wo ihre Überlebensdauer derzeit durchschnittlich bei elf bis zwölf Stunden liegt. Das Mindestalter für die Heranziehung wurde unlängst auf 13 (dreizehn!) Jahre gesenkt, ohne daß ein deutscher Kinderschutzverein sich empört hätte. Das Höchstalter wiederum liegt jetzt bei 75 (fünfundsiebzig), ohne daß jemand was von „vulnerablen Gruppen“ erzählt. Es ist absolut zynisch, festzustellen: Wenn der Nachschub an lebendem Fleisch endgültig abreißt und niemand mehr übrig ist, den man gewaltsam zum Zerfetztwerden zwingen kann, ist auch der Krieg endlich zu Ende.

Wer ein solches Ende herbeisehnt (am besten sofort), ist „Lumpenpazifist“, „Unterwerfungspazifist“ und neuerdings „Friedensschwurbler“, so gekennzeichnet durch einen der schlimmsten Hetzer unserer Zeit, der sich seit drei Jahren beim „Sturmgeschütz“ des Neofaschismus („Spiegel“) für seinen Beitrag zum Endsieg warmläuft und von der Zeitschrift „Emma“ zum „Sexist Man Alive!“ ernannt wurde. Was bei einem Volksverhetzer derartigen Ausmaßes wahrscheinlich das geringste Problem ist. Von seinem Äußeren (dumpfer Jahrmarktschlägertyp mit einer „Frisur“, die auch ohne „kulturelle Aneignung“ eine Frechheit wäre – oder erst recht) nicht zu reden, so was „sagt“ ja nichts.

Es ist eine wichtige Frage, wie die, denen solcher Geifer jetzt in ihre publizistischen Machtdemonstrationen hineinschäumt, hinterher – nach der Niederlage, der Katastrophe, dem Zusammenbruch – damit umgehen, also mit der Niederlage, aber auch mit dem, was sie für ihre vorherigen Äußerungen, für ihre nun nicht mehr haltbare „Haltung“ bedeutet. Da wird sich ja etwas ändern müssen, erstens um überhaupt damit zurechtzukommen (weil dreistes Leugnen angesichts weitläufiger Dokumentation nicht geht, selbst wenn der Krieg das Internet löscht und danach noch effektivere Zensur- und Löschkampagnen starten als derzeit), zweitens um zu verhindern, daß derselbe Wahnsinn mit dem Abstand einer halben bis zweier Generationen wieder von vorn losgeht.

Die Deutschen haben das mehrmals erlebt: nach 1945, als man glaubte, mit der „Entnazifizierung“ einiger mittlerer Funktionsträger des „Reichs“ sei der Klumpatsch erledigt und man könne diese Honoratioren nun wieder in ihre alten Funktionen hieven und (dann halt ohne Holocaust) so weitermachen wie gewohnt – was sehr bald in einen stolzen Heroismus („Ich war dabei“, und es war nicht alles schlecht!), Revanchismus (Die Russen waren mindestens genauso schlimm und die SS im Grunde anständig!), neue Weltmachtphantasien und alte Blut-und-Boden-Ideologismen (siehe die Früh- und Spätgeschichte der „Grünen“) hineinführte.

Da wird auch die Frage zu stellen sein, wieso für den Deutschen immer sein wichtigstes Opfer – die Russen – an allem schuld sein müssen. Das gilt übrigens auch schon für den ehemaligen Führer, von dem bekannt ist, daß er Micky Maus schätzte, Gogol, Dostojewski und Cechow aber eher nicht (kannte).

Die „grüne Jugend“ gibt sich große Mühe, den kriegsgeilen Führern ihrer Partei zu gefallen und Fleißkärtchen in Sachen Russenhaß zu sammeln. Die „Operation Barbarossa“ (der deutsche Überfall auf die Sowjetunion, mit dem der Vernichtungskrieg begann) war laut dem Münchner Fähnlein der treudeutschen Nachwuchskaderschmiede der „Höhepunkt“ der „Siedlungseroberung“, mit der Rußland seit Mitte des 19. Jahrhunderts „in die ‚Riege der europäischen Großmächte‘ aufsteigen“ wollte, und zwar „wobei die Expansion nicht Übersee sondern auf den Norden, asiatische Nachbarländer und die indigene Bevölkerung im Süden abzielte“. (Doch, das stand wörtlich so auf Instagram zu lesen, inklusive sämtlicher Sprach- und Grammatikfehler.)

Was in den Köpfen solcher Leute vorgeht, wissen wir: absolut nichts, wie im Vakuum üblich (abgesehen von hypothetischen Potentialitäten, die in diesem Fall unwahrscheinlich sind). Aber was denken die Eltern, wenn ihre volljährigen Kindergartenbamsler derart haarsträubenden Müll öffentlich verbreiten, samt einer möglicherweise strafbaren Verharmlosung der nationalsozialistischen Verbrechen (weil in dieser Logik ja auch an Auschwitz irgendwie „Putin“ schuld war)? Daß sie sie lieber an ein Geschichtsbuch kleben hätten sollen, statt sie ins Ausbildungslager der Grünpimpfe zu schicken, damit sie hart wie Kruppstahl und so weiter werden?

Als ein paar Aufmerksame den Irrsinn monierten, löschte die Münchner Grünjugend ihre abstruse Haßbotschaft mit der kaum weniger abstrusen Erläuterung: „Bei dieser Recherche ist und [sic] ein Fehler unterlaufen.“ Über den „Fehler“ läßt sich vielleicht reden. Aber was ist gleich wieder eine „Recherche“? Soll das heißen, daß man derartigen Unfug auch noch irgendwo nachlesen kann?

Vielleicht hatten die Jungkrieger Einblick in ein entstehendes neues „Buch“ („Mein Kampf – gegen Putin!“ oder so) ihrer Führerin und Kriegsministerin Blablubb Baerbock, die kürzlich im Brustton der Überzeugung in das Fernseh hineinschwallte, im 19. Jahrhundert seien Kriege „mit Panzern alleine“ geführt worden. Ein Krieg, der so „geführt ist“ (O-Ton) sei der neue Krieg gegen Rußland aber nicht. Vielleicht haben sich die Kleinen ihren eklatanten Sprachfehler auch nur antrainiert, um zu werden wie die Führerin.

Ach so, und eine „Operation Barbarossa“ gab es übrigens gar nicht. Man sagte damals noch „Unternehmen“. Aber so heißen im Reich der grünen Vorgartenzwerge ja nur noch diese Dinger, die man pleitemachen kann, ohne daß sie insolvent werden. Und es war nicht Rußland, das mit dem „Unternehmen Barbarossa“ vernichtet werden sollte (auch wenn man das damals schon gerne so sagte), sondern die UdSSR. Und deren Staats- und Parteichef war ein Georgier.

Einen neuen Höhepunkt der Hetzpropaganda lieferte zur Großdemonstration in Berlin ein Markus Decker, der in dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ Tiraden absondern durfte, wie man sie in früheren Zeiten nur vom ganz rechten Rand der NPD kannte. „In Wahrheit“ gehe es Sahra Wagenknecht „nicht um Frieden zwischen Rußland und der Ukraine, sondern um etwas ganz anderes.“ Und um was? Um das zu erfahren, muß der geduldige Leser sich durch einen Haßschwall quälen, den zu drucken vor zehn Jahren kein halbwegs seriöses Medium gewagt hätte (schon aus berechtigter Furcht vor Strafverfolgung wegen Volksverhetzung). Ich nehme es vorweg: „Es geht ihr um die Zerstörung der Demokratie.“ Die ja bekanntlich darin besteht, das Maul zu halten, sich unterzuordnen und den Krieg gegen den Russen zu bejubeln. Mir – sorry für die Simpelei – wird von solch hirnlosem Gebrüll schlecht.

Der „öffentlich-rechtlichen“ Propaganda gelang in Zusammenhang mit der Demo ein sagenhafter Coup: Investigative (aber nicht Inoffizielle) Mitarbeiter entdeckten während der Veranstaltung unter den 50.000 Teilnehmern acht (8!) Menschen, die wohl irgendwie dem „rechten Spektrum zuzuordnen“ sind oder sein könnten, und wandten sich (in Person eines Jakob Kluck) umgehend in inquisitorischer Empörung an die Erstunterzeichner des Aufrufs, um ihnen drei unverschämte Fragen zu stellen. Deren Antworten wiederum veröffentlichte zwar nicht die Propaganda, aber immerhin das Magazin „Emma“.

Wir sparen uns den Einwand, daß im deutschen Bundestag mehr als acht AfD-Mitglieder und wesentlich weniger als 50.000 „Demokraten“ (wenn überhaupt einer) sitzen, daß also die Legislative der deutschen Demokratie so deutlich „rechtsoffen“ ist, daß dort eigentlich auch der „Verfassungsschutz“ sitzen müßte. Weil er das sicherlich tut und weil Gesetze zum Ausschluß des Sündenbocks von der sogenannten „Repräsentation“ in der ebenfalls nur noch sogenannten „Legislative“ sicherlich bereits vorbereitet werden.

Eine Anekdote zur Kollegin, der Exekutive: Während ich heute im winterlichen Sonnenschein durch die Münchner Innenstadt radelte und flanierte, kam es zu einer Begegnung mit einem offensichtlich emotional überdrehten Polizisten, was auch deshalb bemerkenswert ist, weil es die dritte solche mit dem dritten solchen innerhalb weniger Wochen war. Ich stand gerade auf dem Bürgersteig der Sonnenstraße und blickte mich nach photographischen Motiven um, als er mich (mit hochrotem Kopf, ohne Anrede und Begrüßung) ansprach:
„Wenn Sie noch einmal gegen die Fahrtrichtung fahren …“
„Ja, ist gut, ich schiebe.“
„Was? Sie haben NICHT geschoben!“
„Nein, ich habe gesagt: Ich schiebe.“
„Noch mal: Wollen Sie behaupten, Sie haben geschoben und ich habe Sie nicht gesehen? Dann kriegen Sie eine gebührenpflichtige Verwarnung! Das kostet 75 Euro!“
„Das habe ich nicht gesagt. Ich bin ein Stück gefahren, weil niemand entgegengekommen ist, und jetzt schiebe ich.“
„Sie haben nicht geschoben! Wollen Sie behaupten, daß Sie sich nicht falsch verhalten haben?“
„Nein, das will ich nicht. Aber jetzt schiebe ich.“
„Aha! Uneinsichtig!“ (Er griff zur Brusttasche.)
„Hören Sie, das ist doch nicht nötig. Ich schiebe ja.“
„Das hätten Sie gleich tun sollen! Wollen Sie behaupten, daß ich im Unrecht bin?“
„Nein, das will ich nicht.“
„Warum kann man nicht einfach tun, was man einem sagt! Warum kann man nicht einfach gehorchen!“
Da er sich zu entfernen anschickte, sagte ich betont und ehrlich freundlich: „Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag!“(Seine Antwort habe ich nicht mehr verstanden, weil er , immer noch schimpfend, ohne Verabschiedung davonging. Und nein, das bedeutet überhaupt nichts.)

Wie die meisten (oder manche von uns) mittlerweile verstanden haben (oder verstanden haben könnten), ist der historische Vergleich keine Gleichsetzung. Das heißt: Man kann den Vergleich mit einer Gleichsetzung vergleichen, aber nicht gleichsetzen (was sich durch den Vergleich von selbst ergibt).

Das gilt auch ohne historischen Hintergrund. Wer wegen einer örtlichen Nähe zu acht mutmaßlich Rechten fünfzigtausend Menschen mit diesen acht Rechten vergleicht, wird die Unterschiede im Einzelfall wie insgesamt nicht übersehen können. Wer sie gleichsetzt, muß sich fragen lassen, weshalb er kein Problem damit hat, daß die von ihm bedingungslos unterstützten ukrainischen Faschistenmilizen sich selbst bei jeder Gelegenheit mit deutschen Nazis nicht etwa vergleichen, sondern gleichsetzen, symbolisch wie ideologisch.

Womit keineswegs gemeint ist, daß die Kriegshetzer der deutschen „Grünen“ beispielsweise mit dem Asow-Regiment gleichzusetzen wären. Auch das zeigt ein Vergleich ebenso wie die hypothetische Überlegung, was geschähe, wenn beide Organisationen ihren Platz tauschen täten.

Neben „Zeitenwende“ und dem Evergreen „Fachkräftemangel“ gehört die „feministische Außenpolitik“ zum festen Repertoire der Bullshit-Schwurbelphrasen, mit denen die aktuelle Riege der Kapitalrepräsentanten („Regierung“) mangels Hirn und Ahnung um sich wirft. Nun versuchten die sogenannte Außenministerin und ihre Kollegin Schulze aus dem schon vom Titel her fragwürdigen Entwicklungsministerium erstmals zu „umreißen“, was man darunter zu verstehen habe: So sollen etwa äthiopische Kaffeeröstereien und elfenbeinküstische Kakaokooperativen „gefördert“ werden, wenn ihre „Führungsriegen“ mit Frauen besetzt sind.

„Friedensverhandlungen“, plapperte Baerbock zudem, „sind stabiler und tragfähiger, wenn alle Menschen mit am Tisch sitzen. Und das gilt insbesondere für die Hälfte der Bevölkerung, und das sind Frauen.“ Das, könnte man sagen, sieht man exemplarisch an den Friedensverhandlungen, die zu verhindern den größten Teil ihrer „beruflichen“ Bemühungen ausmachen. Womit ich übrigens keinesfalls sagen möchte, daß Kriegsgeilheit ein weibliches Phänomen ist! Auch kein deutsches, das aber vielleicht noch eher, ebenso wie der Neokolonialismus, der in solchem Gedankengut zum Vorschein kommt.

Ich amüsiere mich zwischendurch über die Vorstellung, „alle Menschen“ zu „stabilen“ Friedensverhandlungen an einem Tisch zu versammeln. Wobei mir gerade einfällt, daß das Konzept einer „feministischen“ Außenpolitik implizit das Konzept einer Zweigeschlechtlichkeit enthält, also unbedingt bei Nancy „HH“ Faesers neuer Meldestelle für diversitätsfeindliche Handlungen unterhalb der Strafbarkeitsschwelle gemeldet werden sollte! Wofür wären diese millionenteuren Läden sonst da?

Aber bleiben wir noch ein wenig bei den „Quellen“ und zitieren Baerbock weiter: „Das heißt zum Beispiel, wenn wir ein Dorf unterstützen, was wiederaufgebaut wird in Nigeria, daß es einen Unterschied macht, ob man sich vorher fragt, wer wohnt eigentlich in diesem Dorf, wenn man zum Beispiel die Sanitäranlagen plant. Wenn man nach dem Geruch geht, könnte sie man am Rande des Dorfes planen. Wenn man sich aber fragt, was bedeutet es für ein zehnjähriges Kind, nachts diese Sanitäranlagen zu erreichen, oder für eine Frau, dann trifft man die Entscheidung vielleicht nicht für die Lage am Rande des Dorfes. Wenn man allein von der männlichen Betrachtungsweise geplant hätte, hätte man vielleicht eine andere Entscheidung getroffen.“

Nun wissen wir also endlich, weshalb in sämtlichen bayerischen Dörfern die „Sanitäranlagen“ immer „am Rande“ situiert sind (zwischen Kuhweide und Waldrand): weil Männer das geplant haben!

Es geht ganz anders und doch nahtlos weiter: „Genau hinzuschauen in der feministischen Außenpolitik bedeutet damit auch, unsere Gelder effizienter zu machen.“ Und da muß ich einen Punkt machen, weil ich nicht mehr kann.

(Daß Baerbock bei der Verkündung dieses Unfugs, der ihrem imperialistischen Anspruch gemäß „überall auf der Welt Realität“ werden muß, Schulze als „Wetterungsministerin“ vorstellte und sagte, „unsere beiden Ministerium“ hätten sich „das“ zum Ziel gesetzt, sei nur am Rande vermerkt.

Was schert es den Kolonialherrn überhaupt, wo der Unterworfene sein Scheißhaus hinstellt? Wichtiger ist doch, wo die Besatzungstruppen stehen! Das mag man einwenden. Man kann es aber auch lassen und sich mit interessanteren, weniger peinlichen Dingen beschäftigen.

(Die Bilder dieser Folge zeigen keine Stadt in der Ukraine, sondern Bagdad – in der ersten Nacht des unprovozierten, völkerrechtswidrigen Angriffskriegs der USA im März vor zwanzig Jahren.)

20 Antworten auf „(periphere Notate): Die Sau am Rande des Dorfes“

  1. Lieber Michael Sailer,
    und was das Ranking mit den Universitäten angerichtet hat und wie die Studentinnen und Studenten heutzutage ausgerichtet werden – sollen, ein paar wenige wehren sich und können, noch, ein wenig widerstehen -, noch mehr schockiert hat mich, bis in die Zehenspitzen, die Abschaffung der Unabhängigkeit der Richterinnen und Richter durch die Zeitwerte, mit denen ihre Tätigkeit nun bewertet wird und damit sie – ein Rosendorfer ist in solch einem System unmöglich noch denkbar –, Karriere nach Punkten, wer die nicht gesammelt hat, hat keine Chancen mehr, was, wenn der Polizist deshalb so „emotional überdreht“ war, weil er sich vorher sagte: nur weil der Mann, niemanden störend oder behindernd, mit seinem Fahrrad ein Stück weit in die falsche Richtung gefahren ist, da soll ich ihm jetzt 75 Euro abnehmen, um Punkte zu sammeln und für die Stadtkasse, um weiter zu kommen auf der Karriereleiter, bin ich deshalb Polizist geworden, um Strafzettel zu verteilen, nein, und dann laut seinen Frust an Ihnen raus lässt, und sagt, was er sich fragt: „Warum kann man nicht einfach tun, was man einem sagt! Warum kann man nicht einfach gehorchen!“

    Herzlichen Gruß und immer wieder Dank für Ihre Arbeit, die so wohltuend frei erscheint von solchen Zwängen, immer wieder ein Lichtblick,
    Ihr Udo Theiss

    1. Lieber Udo Theiss,
      danke für die Erinnerung an Herbert Rosendorfer. Und ich hatte ganz vergessen, daß das Gespräch mit dem Polizisten in unmittelbarer Nähe (circa zwanzig Zentimeter) eines auf dem Bürgersteig geparkten SUVs stattfand. Vielleicht hat das seine „Stimmung“ verstärkt … 🙂
      Ebenfalls herzliche Grüße an Sie und danke für die Zuschreibung, die ich mit nur leisem Widerspruch entgegennehme.

  2. Die Berliner Demo habe ich mit gemischten Gefühlen verfolgt (ganz im Gegensatz zur Münchner Demo am 18,02.2023):

    Zuerst hat mich ein sehr, sehr wehmütiges Gefühl ergriffen, weil Berlin mit der Demo von Michael Ballweg am 28.08.2020 noch dieses unglaublich lockere, leichte Gefühl des „wir sind Bürger dieses Landes, ehrbar, fleissig und die Obrigkeit liebt uns eigentlich!“ hatte. Da war noch viel Glaube an den Rechtsstaat, an eine gemeinsame große Welle von „das kann doch nicht wahr sein und mit dem heutigen Tag wird es auch den der Regierung klar sein!“ vorhanden, man war sozusagen noch jungfräulich. 2023 sitzt Michael Ballweg schon seit knapp 8 Monaten im Gefängnis. Und ringsherum war es bitterernst geworden bis zu den Jagden durch die Münchner Innenstadt im Winter 21/22, die nicht nur nicht mehr locker und lustig waren, sondern umgeschlagen wären in Pogrome – alle gegen alle, jederzeit, der glimmende Untergrund war deutlich spürbar…Ein Windhauch und es wäre auf uns nicht nur mit Eiern aus den oberen Stockwerken geworfen worden,

    Das ist die eine Seite. Die andere Seite ist Alice Schwarzer: Als jemand, der seit 9/11 wegen der familiären Zugehörigkeit sowohl zum Irak als auch zu zwei Ländern in Nordafrika nicht nur mit dem ununterbrochenen Sich-Distanzieren-Müssen Erfahrung hat, war Alice Schwarzer vor allem eine extrem übergriffige selbstgerechte und bornierte Überwältigerin jedweder Frau aus einem muslimischen Herkunftsland, der sie jeden eigenen Willen abgesprochen hat: Dafür hat sie zahlreiche – auch muslimische! – Kronzeugen aufgerufen, sich angemaßt genau zu wissen, warum „frau“ auch dann unterdrückt wäre, wenn man explizit und nach allen Regeln der Kunst erklärt hat, man verbäte sich die Opferzuschreibung:

    Da gab es dann schon genau die gleichen vergeblichen Versuche sich durch exquisite Universitätsabschlüsse (von muslimischer Seite) Gehör verschaffen zu wollen, bis man erkannt hat: Das hilft alles nichts: Genau wie bei Corona. Man kann es auch gleich bleiben lassen. Niemand hat da mehr eifernde „Aufklärungsarbeit“ geleistet als Alice Schwarzer.

    Kam Widerspruch aus der „Opferliga“ konnte sie zur Furie werden, eine alte Hexe mit schiefem Mund, die vor Wut nur noch geschäumt hat. Und das sage ich als jemand, der 1973 bis 1975 selbst eine Frauengruppe gegründet hat, aber schon damals Alice Schwarzer als übergriffig wahrgenommen hat (sie hat die Frauenbewegung „übernommen“ und ab da war man entweder Kampflesbe oder out).

    Daß sie auch während Corona keine Glanzrolle gespielt hat, für die Impfung den Ärmel hochgekrempelt hat, ist dann nur noch ein Nebenaspekt: Da war Afrika schon etwas vorsichtiger mit seinen 6 %, um nicht zu sagen aufgeklärter und Länder wie Algerien sind mit 23 % Impfquote und Irak mit 25 % Impfquote kollektiv doch nicht ganz so brav und folgsam gewesen wie eine Alice Schwarzer. Trotz Islam. Sorry für ellenlangen Post. Josi

    1. Danke für den Einwand; ich vermute, es geht nicht nur mir, sondern vielen ähnlich. Die Bedenken über die „erzwungene“ Gemeinsamkeit mit Menschen, die in vielerlei Richtung gänzlich anders denken und handeln, erinnern uns aber vielleicht (!) auch daran, was eine offene Gesellschaft sein könnte. Man müßte halt die mediale Macht anders verteilen (oder besser abschaffen).

  3. Sie! Herr Sailer, wenn Sie unser Land, das beste Deutschland aller Zeiten, auch das toleranteste aller Zeiten, immer so schlecht ausschauen lassen, dann brauchen Sie sich hinterher nicht zu wundern, wenn Sie eines Tages einkassiert werden Und da Deutschland eine Toleranznation ist, wird man Sie nicht auf direktem Wege zu „Sojabohnenkeks Grün“ verarbeiten, wie tendenziös und fälschlich in dem sience-fiction-streifen der 1970er Jahre dargestellt. Nein, das wird anders gelöst. Man könnte Sie verfüttern und damit dem Begriff „Made in Germany“ ein aktuelles grünes Bewußtsein aufstempeln. „Maden aus Germany“

      1. & Ein messerstich Artiges Argument (ausserhalb der Projection betr. Silberlinge) Dagechn faellt DirSie Wohl noch weniger ein – MoW (witch stands for: Man of War ?)

  4. Fakten Check Fakten Scheck Fakten Schreck Fakten Dreck

    vgl.

    https://www.zdf.de/nachrichten/politik/atomwaffen-einsatzfaehigkeit-ukraine-krieg-russland-100.html#xtor=CS3-162

    Putin = atomarer Papiertiger (! wtf)

    Das so ein offensichtl. Bull Schitt höchstoffiziell auch noch aufgegriffen wird (immerhin: ZDF)
    …sollt zu Oißerster Besorgnis Anlass geben.

    Da soll was subcutan schmackhaft gmacht werden:

    „Doitsche, sagt ja zum mögl. Atom Kriech !“

    Unfaszbar.

    1. nur Zur Information (v. a. für juengere Leser oder Vergessliche, deren es heut so Viele zu Geben Scheint)

      ein das Blut in den Adern gefrieren lassen sollender Beitrag der Freunde vom „Moskauer Institut fuer Waermetechnologie“ (Jubiläum 1946-1960)

      https://www.youtube.com/watch?v=2RWNYsWhiyQ

      (bezeichnenderweise loeschte Kamerad Pavel Podvig, Genf, der die gute, informative & nuechterne Seite russianforces.org betreibt, dies Stueck im Laufe der Entwicklung nach Feb. 2022 von seim Yt Kanahl) – ?

      For what ?

  5. „Das Mindestalter für die Heranziehung wurde unlängst auf 13 (dreizehn!) Jahre gesenkt…Das Höchstalter wiederum liegt jetzt bei 75 (fünfundsiebzig)….“

    Herr Sailer, woher haben Sie das, würde intressieren. Danke im vorab.

    1. Entsprechende Zeugenaussagen sind in offenen Suchmaschinen und Kanälen nicht so schwer zu finden (man sollte Suchbegriffe wie „Syria“, „Sierra Leone“ etc. ausschließen, sonst wird’s unübersichtlich). Bei Videos ist es etwas mühseliger.
      Ich merke allerdings gerade, daß meine ironische Formulierung mißverständlich sein kann: Es gibt keine offiziellen Altersgrenzen dieser Art, lediglich Willkür im Alltag. Und selbstverständlich gibt es auch keine offiziellen Zahlen. Ich bemühe mich, das zu präzisieren.

  6. Ja, nun, aber Vorsicht. UA Training u. Indoktrination im Geiste Banderas von 13-75 (?), aber das darf man doch nicht in einen Topf werfen & als Fakt jetzt hinstellen, da würden gegenwärtig 13-75-jährige zum Militär gezogen/gepreßt. Es ist alles horrendous genug, derartige Uebertreibungen sind gar nicht mehr nötig (übrigens sollte man auch nicht einfach so dahersagen, dass über 70-tägige Bombardement Jugoslawiens 1999 hätte zehn- oder hunderttausende Tote gefordert: Schlimm genug, wenn es faktisch weniger als 10 Tsd. waren, und von den Dauerschäden z. B. durch DU, die im Westen keinen intressieren, zu Schweigen. Vgl. auch Iraq)

    Hab mir gestern ein/zwei Artikel in der letzten überregionalen dt. „linken“ Monatszeitschrift reingezogen, eine Dokumentation, ein Destillat / Konzentrat der beängstigenden Degeneration, Verblöderung & Boesartigkeit in Doitschlands Print und TV hoch drei durch Jürgen Roth und Kai Sokolowsky. Als jemand, der das im gut feeling hatte u. im vergangenen Jahreszeitraum zur Nerven Schonung und Vermeidung von Kotzanfällen nach jahrzehntelanger Pause ! z. B. nur 1x das Drexblatt SZ kaufte, ahnte man das, aber dass es so uebel ist, vgl. den PropKomp-Mann Roepcke von Bild, schockt doch noch. Das stellt die weiland von K. Kraus in die „DLTDM“ aufgeführten Mittel – u. a. Maechte Medien Greuel in den Schatten. Nur, dass es diesmal Wirklich & Wahrhaftig in einem letzten ENDE resultieren könnte).

    1. Richtig, das eine hat mit dem anderen nur indirekt zu tun, so wie einst „Wiking-Jugend“ und diverse „Wehrsportgruppen“. Ich erinnere mich auch da an einen Bericht (ARD, ca. 1975), den ich leider nirgendwo mehr finde. In diesem Fall ist die Evidenz, wie gesagt, anekdotisch, was meine Formulierung vielleicht etwas mißverständlich macht.
      Danke für den Hinweis auf Konkret, die habe ich aufgrund gewisser Enttäuschungen länger nicht gelesen, sollte ich mal wieder tun, schon wegen der erwähnten Freunde.

      1. Kann folgenden typ nur empfehlen (glaube, habe schon drauf hingewiesen, aber nun:)

        Jacob Dreizin (aus dem Raum Wash DC/Virginia)

        – er beobachtet u. verfolgt die russische Seite, deren Medien, internet usw. intensiv, da er russ. (und ukr.) versteht.

        – ist vif, auf Zack, schwarzhumorig u. haut aber so was von rein ! gg. Contrahenten, Laberer u. Falschfahrer auf seim blog, da pfeifts nur so, der Mann haut rein.*

        Mitunter lacht man Traenen.

        Eine sehr gute Vorstellung über seine Person (Herkunft, Ausbildung, Karriere) und eine will sagen „full throttle“ Vorlesung über die ganze UA Geschichte seit 2013/14, die Abtrennung von Russland, auch wirtschaftlich, das Pushen u. Pressen einer UA Identität, die v. a. in „Anti Russland“ besteht, UA als Marionette der US Administration, liefert er selbst

        Bei „viva frei“ (dort sein Namen misspelled als „Dreizen“, aber egal)

        https://www.youtube.com/watch?v=Q-ZY1sE6OyY

        Empfehlenswert Jacob Dreizin’s Blog:

        https://thedreizinreport.com/

        (*Apfel n. w. vom Stamm. Sein Vater war wohl Felix Dreizin, ein Linguist mit Spezialgebiet „A Systematic Approach to Russian Obscenic Language“)

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