Obacht – „dpa“-Fälschung (korrigiert)!

Etwas wegzulassen, kann eine Fälschung sein. Das gilt insbesondere für zentrale Punkte in Aussagen, die Politiker machen.

Gestern bin auch ich mal wieder Opfer einer solchen Fälschung geworden, eingefädelt von der „Nachrichtenagentur“ dpa („deutsche Presseagentur“). Weil ich in diesem Fall nicht nur Opfer, sondern (per Weiterverbreitung) auch Täter war, muß ich das richtigstellen.

In den gestrigen „peripheren Notaten“ wurde Jens Spahn wie folgt zitiert:

„Es könnte zu einer Ansage kommen: Stellt euch darauf ein, 2G, geimpft oder genesen, und zwar auffrischgeimpft dann ab einem Punkt x, gilt mindestens mal das ganze Jahr 2022. Wenn du irgendwie mehr tun willst als dein Rathaus oder deinen Supermarkt besuchen, dann mußt du geimpft sein. Wir sehen ja alle, was los ist in diesem Land, weil elf Millionen Erwachsene sich haben noch nicht überzeugen lassen. Und darunter leiden jetzt alle.“

Dieses Zitat ist verfälscht, es fehlt ein wesentlicher Teil, ein anderer wurde verändert. Die Passage lautet im Original so:

„(…) Und ich find: Einfach mal die Ansage:  Liebe Leute, das Jahr 2022 wird eins sein – und zwar egal wie gering die Inzidenz ist: Stellt euch drauf ein, 2G, geimpft oder genesen (…)“

Hier ist nicht mehr die Rede davon, daß es zu einer „Ansage“ „kommen könnte“, sondern es heißt in bestem Halbstarkenjargon: „Einfach mal die Ansage“.

Und zwar: „egal wie gering die Inzidenz ist“. Die Frage, was die „Corona“-Sanktionen mit einer gesundheitlichen (gar „epidemischen“) Lage zu tun haben könnten, ist damit beantwortet: nichts.

Die dpa-Version dieser Unverschämtheit findet man bei Google übrigens mit einer einfachen Suche etwa 34.000mal – außer bei der „Tagesschau“ auch bei Spiegel, Pro7, Sat 1, RTL, „Tagesspiegel“, „taz“, „Redaktionsnetzwerk Deutschland“, RT, Südwest-Presse, Passauer Neue Nachrichten, BZ, Bayreuther Tagblatt, Frankfurter Rundschau, Münsterlandzeitung, Kölnische Rundschau, Westfalen-Blatt, Allgäuer Zeitung und so weiter und so fort.

An Absurdität kaum noch zu übertreffen ist, daß selbst das (in Sachen „Corona“ gelegentlich vorsichtig aufmüpfige) Springerblatt „Die Welt“ das verfälschte Zitat abdruckt. Von deren eigenem Internetkanal stammt nämlich das Originalinterview mit dem Originalzitat.

Ach so, und wenn man bei Google das Original sucht, findet man das auch, und zwar 5mal: je einmal auf Telegram, Twitter, Facebook und in einem offenbar versehentlich noch nicht gelöschten Kommentar unter einem Artikel des Nordkuriers.

Und hier:

5 Antworten auf „Obacht – „dpa“-Fälschung (korrigiert)!“

  1. Dem fachlich äußerst kompetenten Bankkaufmann, der sich in atemberaubend kurzer Zeit in der „Christlich“ (hahaha) „Demokoratischen (huhuhu) „Union“ (grmpf) bis fast nach ganz Oben durchge“kämpft“ hat und nach wie vor das Bundesgesundheitsministerium leiten darf, möchte man eigentlich nur noch…

    ,,,alles Gute für seine weitere persönliche und berufliche Zukunft wünschen.

    Nachdem er mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit bestimmt schon für die Zeit nach der Berufspolitiker-Karriere vorgesorgt hat, traue ich mich jetzt schon wetten, dass er einen lukrativen Job in der Wirtschaft, bevorzugt Pharma-Branche, annehmen wird.

  2. Ich vermute, dass keine der oben genannten Quallidädsmedien ihre schönfärberische Verzerrung (Fälschung bzw. Lüge scheint mir an dieser Stelle etwas übertrieben) zurücknehmen oder gar bereuen wird. Natürlich macht das Original-Zitat zum wiederholten Mal deutlich, dass es nun wirklich nicht mehr um Gesundheit geht – Nur im Frühjahr 2020 ging es vielleicht ein bisschen um Gesundheit, allerdings nur um die der Bonzen, von denen viele sich in den diversen Risikogruppen wähnten.

  3. Na und ? Kann gut sein, im Mai 2022 ist die Inzidenz wieder runter.

    (und man kann sich denken, ab dem Herbst 2022 geht sie wieder rauf; irgendwann, beim 3. Anlauf, könnten das auch die Begriffsstutzigsten lernen)

    Was soll hier überhaupt groß zum „Skandal“ aufgeblasen werden ?

    Ein Skandal ist eher das Sprachniveau dieses ministrablen Bankkaufmanns, wie soll man einen Sager wie

    „Und ich find: Einfach mal die Ansage: “

    denn überhaupt wiedergeben. Das ist doch gar kein richtiges Deutsch mehr. Früher waren Minister in der Lage, sich angemessener auszudrücken. Meint man.

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