(periphere Notate): Lügen, Krieg und viel Grün

Man gewöhnt sich daran: daß jedes Jahr mit den ersten schönen Frühsommertagen das Interesse an Coronaviren schlagartig verpufft. Wer sich beim Sprung in die Isar (oder einen anderen Fluß oder See) mit so etwas beschäftigen mag, dem fehlt wohl irgendwas. Und wer immer noch Zahlen in die Welt betet, sie gar als „Neuinfektionen“ bezeichnet, um Menschen Angst zu machen, der arbeitet entweder beim Bayerischen Rundfunk oder ist ein auch von den besten Therapeuten nicht mehr therapierbarer „Fall“. Oder beides.

Wir sollten also die Zeit nutzen, uns mit wichtigeren Dingen zu beschäftigen. Schließlich ist die erkältungsfreie Saison nur ein „Zeitfenster“, wie der bayerische Wirtschaftsminister ausdrücklich betont. Das heißt: Wie jedes Jahr werden kurz nach dem (weiterhin virtuellen) Oktoberfest „die Zahlen“ wieder „hochschnellen“ und der nächste Lockdown unausweichlich sein. Welche Regierung den dann anordnet, ist übrigens im Grunde auch vollkommen egal. Ebenso wie die Frage, ob die neumodische Aufaddierung mehrerer Erkältungssaisonen und ihre Zählung als „vierte Welle“ (ab November), „fünfte Welle“ (ab Februar 2022), „sechste Welle“ usw. trotz erwiesener Unsinnigkeit auch dann noch beibehalten wird.

Was wir bis dahin sicher nicht erfahren werden, ist, wie viele Menschen durch die Spritzung mit mRNA- bzw. Vektorsubstanzen getötet bzw. schwer geschädigt wurden. Das hierfür in Deutschland zuständige Paul-Ehrlich-Institut gehört zu den entschiedensten Propagandaorganen für die „Impfung“ und ist auch deshalb weltweit führend in der Verschleierung solcher Zahlen.

Auch die „Ständige Impfkommission“ (STIKO) galt bislang ganz und gar nicht als Nest von Regimekritikern und Dissidenten. Daß sie sich nun beharrlich weigert, eine Massenspritzung von Kindern zu empfehlen, sorgt für einige Verwunderung. Da wagen es sogar manche regierungsnahe „Qualitätsmedien“, zwischen den Zeilen freche Kritik zu äußern, indem sie darauf hinweisen, daß Jens Spahn und andere Impfpropagandisten mit dieser Forderung „vorgeprescht“ seien. Bislang hieß es ja meist, sie seien infolge ausgiebiger Abwägungen zu der Einsicht gekommen, die Impfung von Kindern sei eine alternativlose Notwendigkeit. „Preschen“ klingt schon ziemlich anders.

Die Zeitung „China Daily“ mag manchem als noch „regierungsnäher“ gelten als ARD, ZDF und die „Süddeutsche“. Um so erstaunlicher, daß in der Hongkong-Ausgabe von CD schon am 20. Mai der an der Universität für Sprache und Kultur in Peking lehrende Psychologe und Linguist Chris Lonsdale in dem ausführlichen Artikel „The COVID-19 Gaslighting Express“ in ungewöhnlicher Deutlichkeit auf die Unhaltbarkeit praktisch aller pseudowissenschaftlichen Mythen hinweist, die dem „Corona“-Komplex zugrunde liegen und das, was wir seit 15 Monaten erleben, erst möglich gemacht haben. Falsche Zahlen, gefälschte Statistiken, falsche Auslegungen, Lügen zum PCR-Test, das Märchen von „asymptomatischen Ansteckungen“ und andere von Politikern und Leitmedien verbreitete Fake News dienten und dienen demnach einzig dazu, Menschen massenweise in Furcht zu versetzen.

Womit wir vielleicht endlich da angekommen wären, wo manche von uns schon seit einem Jahr oder zumindest lange sind: bei einer klaren Unterscheidung zwischen Fakten, die als „Verschwörungstheorien“ diffamiert werden, und dem Blödsinn, den echte Verschwörungstheoretiker verbreiten. Allerdings meldet heute der Bayerische Rundfunk, daß neuerdings Yogalehrer in gefährlicher Manier „Corona verharmlosen“, indem sie zum Beispiel behaupten, der Mensch habe eine Art „Immunsystem“, das ihn vor Krankheiten „schütze“. Das Spiel ist also noch lange nicht zu Ende, auch wenn es sich auf die lächerlichsten Nebenschauplätze verlagert.

Ein anderer Nebenschauplatz, dessen Bedeutung schwer einzuschätzen ist, trägt den Namen Anthony Fauci. Der Big-Pharma-Lobbyist, Chef des „National Institute of Allergy and Infectious Diseases“ der USA und als „Chief Medical Advisor to the President“ derzeit für den siebten US-Präsidenten hintereinander tätig, muß derzeit mitanschauen, wie sein schon von Donald Trump angeknabberter Ruhm als Held der nationalen Gesundheit in kürzester Zeit zerbröselt. 3.200 Mails des legendären Doktors (der wie sein deutscher Kollege Christian Drosten nie einen Patienten behandelt hat) sind im Internet nachzulesen und zeigen, daß Fauci bislang in mehrerlei Hinsicht stur und unter Eid gelogen hat: Er hat wohl von den „Gain of Function“-Forschungen an Coronaviren in einem Labor in Wuhan nicht nur gewußt, sondern sie mit US-Steuergeldern finanziert und öffentlich vertuscht. Er hat dafür gesorgt, daß solche Forschungen (die andere Leute als Produktion von biologischen Kriegswaffen verstehen) seit Dezember 2017 nicht mehr verboten sind. Fauci wußte zudem sehr früh, daß es keine „asymptomatischen Ansteckungen“ gibt, daß Masken sinnlos sind, Lockdowns keinen Nutzen haben und daß das Risiko, an Covid-19 zu sterben, für die meisten Menschen verschwindend gering ist. Womit so gut wie alle „Verschwörungstheorien“ zum „Corona“-Komplex, die ihre Anführungszeichen verdienen, auch von dieser Seite erledigt wären.

Eines der wesentlichen Merkmale von (modernen) Diktaturen und totalitären Systemen ist die Unberechenbarkeit. Es werden Gesetze erlassen, die man nicht befolgen kann. Man weiß nicht, welche Vorschriften und Verbote gerade gelten, weil man sie nicht versteht und weil sie sich laufend ändern. Das ist zum Glück bei uns ganz anders: Jeder weiß immer, welcher Grenzwert der „Inzidenz“ gerade gilt und was er bedeutet.

Eine kleine Ausnahme fällt mir gerade auf: In München sind seit 2. Juni die „Testpflicht“ und der Zwang zum vorherigen Reservieren in Biergärten aufgehoben. Daß es so etwas gab, hat den Betreibern der Biergärten offenbar niemand mitgeteilt. Obligatorisch ist dort nur das idiotische „Einchecken“ per App oder Micky-Maus-Zettel. Dabei habe ich neulich bemerkt, daß ich – teilweise seit dem letzten Sommer – ungefähr dreißigmal gleichzeitig in Biergärten und Lokalen „eingecheckt“ bin (davon allein zweidutzendmal am Chinesischen Turm), weil ich noch nie daran gedacht habe, mich „auszuchecken“. Angeblich tut das die App selbst nach der gewährten Aufenthaltszeit von zwei Stunden. Das funktioniert aber ganz offensichtlich nicht, und wie es bei den Micky-Maus-Zetteln funktionieren soll, kann sicherlich irgend jemand erklären.

(Ein Micky-Maus-Zettel ist übrigens der Wisch, auf den man einen falschen Namen und/oder eine falsche Telephonnummer schreibt, um nicht unverhofft von irgendwelchen Einbestellungen zu Tests überrascht oder zu Hausarrest verurteilt zu werden. Es soll Leute gegeben haben, die auf diesen Zetteln Namen wie „Micky Maus“ angegeben haben sollen. Das soll jetzt nicht mehr möglich sein, weil es „Stichproben“ geben soll. Und selbstverständlich soll man nicht zu solch illegalem Schabernack ermutigen.)

Ich finde Henryk M. Broder manchmal schwer erträglich, weil mir sein Zwang, „witzig“ und „provokativ“ zu wirken, mindestens übertrieben erscheint. Hilfreich ist aber sein Hinweis, daß wir, wenn wir offizielle Personen mit Masken auf Bildschirmen sprechen sehen und hören, keine Ahnung haben, ob wir das hören, was sie tatsächlich sagen, oder ob das eine zugespielte Tonspur ist und sie in Wirklichkeit etwas ganz anderes oder gar nichts sagen.

Wenn es um die Gründe für den zweiten Weltkrieg geht, wird oft und zu Recht auf den Vertrag von Versailles verwiesen, der Deutschland nach dem ersten Weltkrieg von den Alliierten (USA, England, Frankreich) „diktiert“ worden sei (übrigens während deutsche Truppen unter alliierter Führung im Baltikum gegen die Bolschewiki Krieg führten). Zu selten wird auf die Frage nach der Schuld auf die Deutschen verwiesen, die diesen wahnwitzigen Vertrag unterschrieben und damit erst die Situation und allgemeine Gefühlslage ermöglichten, die man für gewöhnlich dem Vertrag selbst zuschreibt. Obwohl sie das nicht mußten: Eine Wiederaufnahme des Kriegs war nicht nur wegen der Vorgänge im Baltikum so gut wie ausgeschlossen, und eine dauerhafte Besatzung hätte möglicherweise ähnliche Folgen wie nach 1945, eventuell sogar eine dauerhafte Revolution herbeigeführt und ziemlich sicher das „dritte Reich“ verhindert.

Letztlich gab es nur zwei scheinbar stichhaltige Gründe, den Vertrag anzunehmen: Die Heeresleitung gab zu bedenken, eine Verweigerung bedeute einen neuen Krieg und der sei derzeit nicht zu gewinnen. Finanzminister Erzberger wiederum behauptete, man sei förmlich körperlich zur Unterschrift gezwungen: „Wer von uns würde seine Unterschrift verweigern, wenn man ihn an Händen und Füßen fesselt, ihm einen Revolver auf die Brust setzt und in dieser Lage von ihm verlangt zu unterschreiben, daß er binnen 48 Stunden auf den Mond fliegt?“ In beiden Begründungen ist der Keim des zweiten Weltkriegs unübersehbar: Man zwingt uns, aber man wird uns nicht ewig zwingen, und wir werden den Krieg fortführen, sobald wir dazu in der Lage sind.

Bei allen Anprangerungen der unziemlichen Härten und unmöglichen Bestimmungen des Versailler Vertrags wird so gut wie nie eine alternative Möglichkeit erwähnt, die es damals auch gegeben hätte und die mir als Idee nicht unsympathisch erscheint: die völlige Zerschlagung Deutschlands und Wiederaufteilung in viele kleine bis winzige Länder. Man hielt wohl den nationalen oder gar übernationalen Großstaat wegen der Erinnerung an den dreißigjährigen Krieg und die französische Revolution (oder trotz beiden) immer noch für das günstigste Modell zur Sicherung des Friedens, was er für Deutschland nie sein konnte und kann.

Apropos Revolution, apropos Modell: Die Pariser Kommune, die im Mai vor 150 Jahren in einem historisch nicht vergleichbaren Massenmord durch die französische Regierung endete, könnte eines der Modelle für eine neue, demokratische, subsidiäre, vernünftige und funktionierende Gesellschaft liefern, die wir nach dem Ende des „Corona“-Komplexes (ob er „freiwillig“ endet oder nicht) dringend brauchen. Vielleicht ist das der Grund, weshalb von dem rühmlichen und unrühmlichen Jubiläum von März bis Mai so gut wie nichts zu hören und zu lesen war? Oder habe ich da mal wieder etwas übersehen?

„Ehrfurcht vor dem Leben ist die heilige Scheu vor der Vernichtung irgendwelchen Lebens, die Unmöglichkeit, etwas zu zerstören, was wir nicht neu schaffen können, einem Wesen etwas zu nehmen, was wir ihm nicht wiedergeben und nicht ersetzen können, ein Leid zu erzeugen, für das wir das leidende Wesen nicht entschädigen können und eine Tat auszuführen, deren Folge der Mensch nur bruchstückhaft erkennt.“ (Magnus Schwantje, 1928; er wäre gestern 144 Jahre alt geworden)

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