Belästigungen 6/2020: Der Mensch und die Corona der Schöpfung

Hach, der Frühling! Da schwellen die Herzen, erblüht das Gemüt, und der Mensch hüpft hinaus aus seinen Betonkisten, um unter blauem Himmel im Märzsturm zu schwelgen, fröhliche Lieder zu trällern und die Maßkrüge klirren zu lassen.

Oder nein, diesmal nicht. Diesmal kauert er in den Betonkisten, schlotternd und bibbernd vor Panik, lauscht den Updates des Notstandsfunks, läßt sich vom Internet mit schreckensteigernden Zahlen berieseln und zuckt zusammen, wenn ihm die Zeitungskästen die aktuellen Horrorbefehle entgegenkreischen und -bellen. Die erblickt er allerdings nur, wenn er sich zwischendurch mit Gasmaske und Schutzanzug doch mal hinauswagt, um dreihundert neue Rollen Klopapier zu kaufen. Dann steht er ratlos verzweifelt vor dem leeren Regal und möchte brüllen: Wir brauchen Klopapier! Weil wir alle sterben müssen!

Es ist ein absurdes Theater, das sich da abspielt. Schuld sei, so habe ich gehört, ein Virus, das dem transatlantischen Propagandablog Wikipedia zufolge vermutlich von chinesischen Fledermäusen in die Welt gehustet wurde und sich nun zur Pandemie ausgewachsen hat.

Es geht allerdings nicht um die historisch schlimmsten Pandemien der Weltgeschichte – den Industrie- und den Finanzkapitalismus, die Jahr für Jahr hunderte Millionen Menschen vorzeitig dahinraffen. Ebenfalls nicht gemeint ist der Autoverkehr, dessen Rasen und Toben in Deutschland jährlich 3.500 Menschen das Leben kostet, ohne daß es deshalb zum panischen Notstand oder zu Fahrverboten käme.

Reden wir nicht vom Krebs, reden wir nicht vom Herzinfarkt und sonstigen Kreislaufseuchen – die sind schließlich Begleiterscheinungen der erwähnten Kapitalpandemien. Schweigen wir selbst von der fürchterlichen Influenza, den 120.000 klinisch Grippekranken und 202 Toten allein in diesem Jahr allein in Deutschland.

Oder nein, von der Grippe müssen wir reden, oder vielmehr von ihrer (mal wieder, wie jedes Jahr) neu dahermutierten Schwester, im Volksmund Corona genannt und offenbar das Schlimmste, was der Menschheit in ihrer langen Geschichte zumindest seit dem Zweiten Weltkrieg je passiert ist. Zum Zeitpunkt, da dieser Text entsteht, sind in Deutschland 1.300 Menschen daran erkrankt und zwei gestorben. Das ist im Vergleich zur Grippe lächerlich, aber es werden ja immer mehr! Die meisten sind zwar schon wieder gesund, aber Schluß mit der Verharmlosung!

Und deshalb: werden sämtliche Veranstaltungen und Versammlungen mit mehr als 999 Teilnehmern verboten (weil das Virus offenbar erst ab tausend Menschen wirkt), finden Fußballspiele in leeren Stadien statt, werden „Friday for Future“ und sogar das zentrale bayerische Volksbeschwichtigungsereignis (der Nockherberg) abgesagt. Deshalb: schließen Firmen, Büros und ganze Konzerne, brechen die Börsen zusammen, sitzen die Führer der Völker freiwillig in Heimquarantäne, fliegen keine Flugzeuge und schippern keine Schiffe mehr, werden Grenzen abgeriegelt. Wann „es“ zu Ausgangssperren, Evakuierungen und Einbunkerungen „kommt“, ist wohl eine Frage der Logistik. Und derweil wird das Klopapier offenbar so wirksam rationiert, daß es nirgendwo mehr eine Rolle gibt, obwohl niemand mehr davon daheim hat als sonst.

Die Aufzählung ist unvollständig, ließe sich aber fortsetzen, bis diese Seite voll wäre. Mit einer Ausnahme: Das Manöver „Defender 2020“, mit dem die NATO im osteuropäischen Osten gerade den Überfall auf Rußland probt, das darf stattfinden. Ein paar Befehlshaber, so hört man, hätten sich „vorsorglich“ in ihre Bunker begeben, aber da wollten die ja sowieso hin, weil da die Planungs- und Steuerungsmaschinerie für die Schlachtungsvorgänge steht, oder nicht? Ihr 38.000 Mann starkes Menschenmaterial hängt derweil an der russischen Grenze rum, übt das Schießen, Bomben und Massakrieren und versammelt sich feierabends an der Gulaschkanone, wie man das bei Manövern halt so macht.

Wir nehmen mal an, daß die Mordhandwerker der NATO nicht gegen Corona geimpft sind, weil es einen Impfstoff noch nicht gibt. Durch Roboter ersetzt hat man die Soldaten wahrscheinlich auch noch nicht. Man darf des weiteren vermuten: Wenn überhaupt jemand eine Gefahrenlage realistisch einschätzen kann, dann sind das die Militärführer – die können ihre lebendige Munition schließlich nicht so einfach ersetzen wie man das bei einem leeren Maßkrug tut.

Und da fragt man sich doch zwangsläufig, ob die massenhaften Aufschreckungs- und Schocklähmungsmaßnahmen, denen man uns zur Zeit unterzieht, nicht ein Teil des Manövers sind. Ob da vielleicht schon mal geprobt wird, wie man die Leute an der Heimatfront organisiert, kontrolliert, steuert, zähmt, zäumt, füttert und vor allem ablenkt (und wie sie darauf reagieren), wenn unsere Jungs dann doch mal wieder hineinmüssen zum Russen.

Schon klar, das ist eine bloß so eine windige „Verschwörungstheorie“. Aber solange niemand eine plausiblere Erklärung für die medial und politisch mit allen Mitteln geschürte Massenpanik findet, bleibt uns eh nichts zu tun als abzuwarten. Und zu hoffen, daß der ganze Schmarrn als „Panik-Pandemie 2020“ in die Geschichtsbücher eingeht und danach vielleicht doch noch der Frühling kommt.

Die Kolumne „Belästigungen“ erschien bis zur Coronapanik 2020 alle vierzehn Tage im Stadtmagazin IN MÜNCHEN und wird dies hoffentlich danach wieder tun; diese Folge sollte ursprünglich in Heft 6 stehen, das dann aber nicht mehr gedruckt wurde (und war zum Zeitpunkt des geplanten Erscheinens in einigen Punkten aber sowieso längst überholt)

Kommentar verfassen